Plausibilitätskontrolle

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Die Plausibilitätskontrolle, auch Plausibilitätsprüfung, Plausibilitätstest oder Plausibilisierung genannt, ist eine Methode, in deren Rahmen ein Wert oder allgemein ein Ergebnis daraufhin überprüft wird, ob es überhaupt plausibel, also annehmbar, einleuchtend, glaubwürdig, stichhaltig, erklärlich und nachvollziehbar sein kann oder nicht. Ergänzt wird sie durch die Sorgfaltspflicht.

Ein Vorteil der Plausibilitätskontrolle ist, dass sie mit geringem Aufwand durchgeführt werden kann, ein Nachteil ist, dass weniger offensichtliche Unrichtigkeiten in ihrem Rahmen nicht sofort erkannt werden.

In vielen Bereichen der Wirtschaft, wie Sicherheitskontrollen, Arbeitssicherheit, Buchhaltung, Finanzkontrolle und Steuerklärungen, Bankenwesen, Revisionen, Gesundheitsversorgung, Gerichtsmedizin, Fahrzeugkontrollen, IT und Datenverarbeitung etc. sind Plausibilitätskontrollen unerlässlich. Besonders an Kontroll- und Einlassstellen zu kritischen Infrastrukturen, dem Veranstaltungs– sowie dem Objektschutz muss die Plausibilitätsüberprüfung fehlerfrei durchgeführt werden.

Einige Beispiele:

  • Vergleich des Lichtbilds auf dem Ausweis mit der vorstelligen Person
  • ein beanstandungsfreier Zusammenhang der Person und mitgeführter Gegenstände mit der beruflichen Tätigkeit und der Notwendigkeit der Verbringung in den geschützten Bereich.
  • ein Abgleich der Firmenzugehörigkeit oder des Arbeitsauftrags bzw. der angestrebten Tätigkeit mit den mitgeführten Sachen.
  • Abgleich des mitgeführten Fahrzeugs und seiner Ladung mit dem Arbeitsauftrag.
  • bei Pressevertretern Abgleich des Presseausweises mit der Akkreditierung
  • Anlassbezogene Abklärung, ob Zufahrten mit Sonderrechten (Blaulicht) von Polizei und Rettungsdiensten gerechtfertigt sind.

Beispielliste

Definierter Personenkreis Gegenstände von Plausibilitätsprüfungen
Reinigungspersonal Reinigungstypische Chemikalien
Technischer Dienst Berufstypische Werkzeuge, Maschinen, Gase, Stoffe und Chemikalien
Handwerker dem jeweiligen Gewerk zuzuordnende spezifische Werkzeuge
Medizinisches Personal Medizinische Ausrüstung einschließlich medizinisch verwendeter Gase, Stoffe und Chemikalien
Personal von Rettungsdiensten Rettungsausrüstung, Gerätschaften, feste und flüssige Stoffe, Gase
Personal von Cateringdienstleistern Serviergerätschaften, Materialien, Verpackungen
Personenschützer Liegt eine Anmeldung der Schutzperson und Befreiung von Verbotsgegenständen vor?
Besucher Abgleich Besucherausweis mit BPA

Im Bereich der Luftsicherheit sowie der Schulung von Sicherheitspersonal (LuftSiSchVO) wird die Plausibilitätsprüfung im Zusammenhang mit der Mitnahmeberechtigung von verbotenen Gegenständen, die notwendigerweise und ausschließlich zur Ausübung der beruflichen Tätigkeit verwendet oder transportiert werden müssen, gesondert intensiv geschult.

Im Ergebnis einer Plausibilitätsprüfung sind in der Regel 3 Möglichkeiten vorstellbar:

  1. Das Ergebnis ist plausibel. Dann erübrigen sich meist weitere Nachweise. Der Zutritt kann erfolgen.
  2. Das Ergebnis ist nicht plausibel, weil die Nachweise nicht stimmig sind. Dann sind, wenn möglich, weitere Unterlagen zwecks Klärung vorzulegen, um die Plausibilität herzustellen.
  3. Das Ergebnis ist nicht plausibel. Dann sind gegebenenfalls die nicht plausiblen Teile der zu prüfenden Person als widersprüchlich zu bewerten und der Zutritt zu verweigern.


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 15. Mai 2017 um 10:20 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Klaus Kapinos.

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