Magnetschloss

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Sicherheitsschlösser sind dadurch gekennzeichnet, dass sie mehrere Zuhaltungen aufweisen, die dann individuell dem Sperrcode entsprechend in die Offenstellung gebracht werden müssen, damit der Riegel betätigt werden kann.

Auch Magnetschlösser erfüllen diese grundsätzlichen Bedingungen, und sind somit als Sicherheitsschlösser einzuordnen. Eine wesentliche Unterscheidung zwischen den rein mechanisch arbeitenden Schlössern zu den Magnetschlössern besteht darin, dass bei mechanischen Schlössern der Schlüssel im direkten Kontakt mit den Zuhaltungen steht, im Gegensatz dazu ist beim Magnetschloss der Schlüssel von den Zuhaltungen räumlich getrennt, und wirkt auf diese durch eine Wand mittels magnetischen Kraftfeldern.


Konstruktionsprinzipien[Bearbeiten]

Magnetschloss 1

Die bisher angewandte Technik beruhte überwiegend auf dem Prinzip, Zuhaltungen gegen Endlagen anzuziehen und/oder abzustoßen.

Positionierungen gegen Endlagen beinhalten die Gefahr, dass solche Systeme abtastbar und dadurch gegen Nachsperrmanipulationen nicht sicher genug sind. Eine Weiterentwicklung basiert auf radial wirkenden, magnetbestückten Zuhaltungsplättchen. Der richtig codierte, magnetbestückte Schlüssel bewegt die Zuhaltungsplättchen gegen leichte Federkräfte aus Ausnehmungen im Schlossgehäuse (Stator) in den Schlosskern (Rotor) und erreicht so die Teilung. In weiterer Folge wurde schließlich dieses magnetische Gesperre mit mechanischen, radial wirkenden geteilten Zuhaltungsstiften kombiniert.

Die neuesten auf dem Markt befindlichen Systeme basieren auf dem Prinzip von anschlaglosen Rotoren (Zuhaltungen). Sie lassen sich unter dem Einfluss der auf dem Schlüssel aufgebrachten Magnetisierung anschlaglos um 360° verdrehen. Öffnung wird erreicht, wenn sich die anschlaglosen Rotoren den spiegelbildlichen Polbildern des "richtigen" Schlüssels entsprechend ausrichten und Verriegelungselemente freigeben. Nach Abschluss der Riegelbewegung werden durch das Abziehen des Schlüssels die Rotoren zufällig verdreht und nehmen je nach Abziehgeschwindigkeit und gegenseitiger Beeinflussung beliebige Stellungen ein.

Magnetschloss 2
Die Schemazeichnung stellt das Rotorenprinzip vereinfacht dar. In den Schließstellungen (Darstellung A; alle Stellungen außer der Öffnungsstellung sind Schließstellungen) sperren die Rotoren das Verriegelungselement und verhindern ein Öffnen des Schlosses. In der Öffnungsstellung (Darstellung B) wird durch Ansteuerung der Rotoren mittels eines korrespondierenden Magnetschlüssels die mechanische Verriegelung aufgehoben, und das Schloss kann geöffnet werden. Diese, auf dem magnetischen Waageprinzip beruhende Steuertechnik ist vor allem die in den letzten Jahren entwickelte Magnettechnologie begünstigt worden.

Realisierte Systeme[Bearbeiten]

Magnetschloss 3

Bei beiden in Folge beschriebenen Systemen sind die Magnetzuhaltungen als zylindrische Rotoren ausgebildet. Sie lassen sich unter dem Einfluss der auf den Schlüssel aufgebrachten Magnetisierung anschlaglos um 360° verdrehen. Bei beiden Systemen blockieren die Rotoren nicht unmittelbar den Riegel, sondern einen bestimmten Sperrkörper, dessen Freigabe Voraussetzung für die Betätigung des Riegels ist.

Bei diesem System verläuft die Bewegungsrichtung des Sperrkörpers radial auf den Rotor. Ein stiftförmiger Fortsatz des Sperrkörpers wird daher von der Mantelfläche des Rotors blockiert, wenn dieser nicht in Offenstellung gebracht wurde.

In den Abbildungen ist die Funktion jeweils am Beispiel eines Rotors dargestellt. Der Rotor weist eine Ausnehmung auf. Die Ausnehmung am Rotor wird durch den "richtigen" Schlüssel so gestellt, dass der Sperrkörper in den Rotor eindringen kann.

Bei beiden Systemen werden die Rotoren schon mit dem Einführen des Schlüssels mit dem zugehörigen Sperrcode in den Schlüsselkanal in Offenstellung gebracht.

Magnetschlösser moderner Bauweise (Rotorenprinzip) werden in verschiedenen Anwendungsbereichen eingesetzt:

Zylinderschlösser[Bearbeiten]

Magnetisch codierte Schlösser werden sowohl bei Zylinder-Einzelsperren als auch bei Schließanlagensystemen verwendet. Meist handelt es sich um Kombinationen von magnetisch betriebenen (Rotoren) mit mechanisch einzuordnenden (Stifzuhaltungen, Kugeln...) Sperrelementen.

  • Kundenmietfachschlösser, z. B. in Banken: Solche Schlösser arbeiten im Grundaufbau rein magnetisch und werden mit einem Sperrkreis - Kundensperre - oder mit zwei Sperrkreisen - Bank- und Kundensperre - angeboten.
  • Schaltstationen für Alarmanlagen: mit Fernschalterfunktion oder Blockschlossfunktion.

Bei der Beurteilung der Sicherheit von Magnetschlössern gegen unbefugtes Öffnen ist zu unterscheiden zwischen der Verwendung eines Nachschlüssels und dem Nachsperren mit sonstigem Werkzeug.

Voraussetzung für die Anfertigung eines Nachschlüssels ist die Kenntnis des Sperrcodes. Der Sperrcode kann vom Originalschlüssel oder vom Schloss abgeleitet werden. Im Gegensatz zu mechanisch wirkenden Schlüsseln ist der Sperrcode des Magnetschlüssels äußerlich nicht erkennbar. Bei Kenntnis des Funktionsprinzips eines Magnetschlosses ist es allerdings möglich, vom Schlüssel das Sperrgeheimnis abzuleiten. Das bedeutet, dass grundsätzlich das Magnetschloss ebenso durch Öffnung mit einem Nachschlüssel gefährdet ist wie das mechanische Schloss. Folglich ist der Schlüsselinhaber auch beim Magnetschloss gehalten, den Schlüssel sicher zu verwahren.

Speziell auf Magnetschlösser abgestimmte Nachsperrverfahren ohne Verwendung des im Sperrcode übereinstimmenden Schlüssels sind derzeit unbekannt. Da beim Magnetschloss die Zuhaltungen (Rotoren) von außen nicht zugänglich sind, sind Methoden, wie bei mechanischen Schlössern bekannt, nicht anzuwenden. Theoretisch wären die Voraussetzungen zur Anwendung der Hobbschen Methode auch bei Magnetschlössern gegeben, das entscheidende Problem liegt aber in der mangelnden Beobachtungsmöglichkeit der Rotoren. Folglich sind Magnetschlösser praktisch sicher gegen Nachsperren mit Sperrzeug.

Siehe auch[Bearbeiten]



Diese Seite wurde zuletzt am 7. September 2010 um 21:26 Uhr von Admin geändert. Basierend auf der Arbeit von Markus Kornhofer.

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