Kenngrößen (Sprinkler)

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Bei den Kenngrößen einer Sprinkleranlage handelt es sich um theoretische Größen, die in Abhängigkeit der Nutzung eines Gebäudes von der maßgeblichen Richtlinie[1] vorgegeben werden:

  • Wirkfläche
  • Betriebszeit
  • Wasserbeaufschlagung
  • Sprinklerschutzfläche

Beschreibung der Kenngrößen

Wirkfläche (m²)

Die Wasserversorgung muss in der Lage sein, die Wirkfläche sicher mit Löschwasser zu versorgen. Mit steigendem Brandrisiko nimmt die Wirkfläche zu.

So beträgt die Wirkfläche für eine Nassanlage in einer Parkgarage 144 m² und in einem holzverarbeitenden Betrieb bereits 216 m². Bei identischen Risiken ist bei Trockenanlagen die Wirkfläche 25% größer als bei Nassanlagen.

Betriebszeit (Minuten)

Die Sprinkleranlage muss mindestens für die Dauer der Betriebzeit mit Löschwasser versorgt werden können.

Der hierbei zu berücksichtigende Volumenstrom des Löschwassers ergibt sich durch den Schnittpunkt der günstigsten Wirkfläche aus der hydraulischen Berechnung mit der Sprinklerpumpenkurve.

Die Betriebszeit beträgt üblicherweise zwischen 30 Minuten (leichte Brandgefahr) bis 90 Minuten (hohe Brandgefahr).

Wasserbeaufschlagung (mm/min)

Unter der Wasserbeaufschlagung versteht man die Mindestwassermenge in Liter pro Minute, die eine Sprinkleranlage bezogen auf 1 m² Grundfläche ausbringt.

Bei Produktionsrisiken beträgt die Wasserbeaufschlagung 5 mm/min[2], bei Lagerrisiken bis zu 30 mm/min bzw. bei ESFR Anlagen auch mehr.

Sprinklerschutzfläche

Die Sprinklerschutzfläche beträgt bei Schirmsprinklern in Produktionsrisiken mindestens 12 m² und bei Lagerrisiken mindestens 9 m². Hierdurch kann bei Produktionsrisiken z. B. ein Deckenraster von 3 m x 4 m und bei Lagerrisiken ein Deckenraster von 3 m x 3 m gewählt werden.


Nutzen

Mit Hilfe der oben genannten Kenngrößen kann die Pumpengröße, die Größe des Wasservorrates, die Anzahl der Ventilstationen und die Art der Wasserversorgung (bei Klasse 1 Anlagen) bereits in einem frühen Planungsstadium abgeschätzt werden.

Pumpenförderleistung [l/min] = Wirkfläche x Wasserbeaufschlagung x 1,4[3]

Wasservorrat [m³] = Wirkfläche x Betriebszeit x Wasserbeaufschlagung x 1,4 / 1000

Die Anzahl der Ventilstationen sowie die Art der Wasserversorgung ergibt sich durch die Anzahl der zu berücksichtigenden Sprinkler (= Gebäudenutzfläche / Sprinklerschutzfläche).


Einzelnachweis

  1. VdS CEA 4001 - Sprinkleranlagen, Planung und Einbau
  2. Die Einheit mm/min ergibt sich durch die Kürzung von 1 Liter = 1 dm³ = 1000000 mm³ zu 1 m² = 1000000 mm²
  3. Der Faktor 1,4 ist ein Näherungswert für die Ungleichförmigkeit des Rohrnetzes. Die tatsächliche Ungleichförmigkeit, welche sich abschließend aus der hydraulischen Berechnung ergibt, kann hiervon abweichen.


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 9. September 2013 um 01:45 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Admin und Martin Larisch.

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