Ionisationsrauchmelder

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Bei einem Ionisationsrauchmelder, oder kurz I-Melder wird die Luft zwischen zwei unter Gleichspannung liegenden Elektroden mit einer schwachen radioaktiven Strahlungsquelle ionisiert, d.h. leitend gemacht. Infolge dieser Ionisation fließt in der Messkammer ein geringer Strom. Beim Eintreten von Rauchpartikeln in die Messkammer lagern sich Ionen an die Rauchpartikel an, was den Stromfluss vermindert. Das Signal des Ionisationsrauchmelders ist proportional zur Anzahl der Rauchpartikel, die sich in der Messkammer befinden.

Geschichte

I-Melder waren bis Mitte der 90er Jahre bei der Ausstattung von Brandmeldeanlagen tonangebend. Seitdem erobern im Wesentlichen optische Melder den Markt. Der Vorteil der I-Melder lag in der vormals besseren Ansprechempfindlichkeit bei kleinen Brandpartikeln, wie sie typisch für manche Flammbrände sind. In Rechenzentren beispielsweise versprach man sich durch eine Raumbestückung mit 50% : 50% Mischungen von optischen und Ionisationsmeldern eine maximale Effektivität bei der Branderkennung. Günstige Einkaufsmöglichkeiten sorgten im Übrigen für eine weitergehende Durchsetzung der Bausubstanz in Deutschland mit dieser Technik.


Probleme

Das Branderkennungsprinzip, Änderung der Leitfähigkeit ionisierter Luft durch Brandpartikel, ist nicht unproblematisch. Jeder Melder enthält mindestens ein sehr kleines, radioaktiv strahlendes Bauelement. Wird dieser „Strahler“ ungünstigstenfalls vom Menschen aufgenommen, beispielsweise verschluckt oder eingeatmet, kann dies zu schweren Gesundheitsschäden oder einem Lungenkarzinom führen. Im Regelbetrieb gelten I-Melder als sicher, im Brandfall kann der radioaktive Stoff jedoch frei werden. Da man auf einer Brandstelle so gut wie keine Chance hat, die Melder oder auch nur Reste davon wieder zu finden, muss in solchen Fällen der komplette Brandschutt als Sondermüll entsorgt werden.

Mit der Zeit hat auch ein geändertes Umweltbewusstsein dazu geführt, dass I-Melder nicht einfach weggeworfen werden dürfen, wenn man sie nicht mehr benötigt. Anwender haben ein Bestandsverzeichnis zu führen und ggf. die fachgerechte Entsorgung und Endlagerung nachzuweisen.

Technisch sind die Ionisationsmelder heute von optischen Systemen, seien es einzelne optische Melder oder komplette Rauchansauganlagen, überholt.


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Siehe auch




Diese Seite wurde zuletzt am 23. Juni 2013 um 17:41 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Admin und Redaktion.

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