Interkulturelle Kompetenz

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Interkulturelle Kompetenz ist die Fähigkeit, mit Menschen und Gruppen anderer Kulturen erfolgreich und angemessen zu kommunizieren. Im engeren Sinne ist es die Fähigkeit zum beidseitig zufriedenstellenden Umgang mit Menschen unterschiedlicher kultureller Orientierung. Dieser Prozess wird als interkulturelles Lernen bezeichnet. Die Basis für erfolgreiche interkulturelle Kommunikation ist emotionale Kompetenz und interkulturelle Sensibilität.

Anwendung

Die Betreuung und Bewachung von Flüchtlingen in Erstaufnahmeunterkünfte wird überwiegend Mitarbeitern von Sicherheitsdienstleistern übertragen. Interkulturelle Kompetenz wird mittlerweile als eine der wichtigsten Schlüsselkompetenzen für Aufgaben dieser Art verstanden und ist Grundlage für einen professionellen Umgang mit Menschen aus anderen Kulturkreisen.


Definition

Interkulturell kompetent ist ein Sicherheitsmitarbeiter, welcher bei der Zusammenarbeit mit Menschen aus ihm fremden Kulturen deren spezifische Konzepte der Wahrnehmung, des Denkens, Fühlens und Handelns erfasst und begreift. Frühere Erfahrungen werden so weit wie möglich frei von Vorurteilen miteinbezogen und erweitert, während gleichzeitig eine Haltung der Offenheit und des Lernens während des interkulturellen Kontakts notwendig ist.


Ausbildung

Die Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft Norddeutschland e.V. (ASW Nord) bietet eine interkulturelle Schulung[1] von Sicherheitsmitarbeitern in einem Tagesseminar an. Es soll die Mitarbeiter für den Umgang mit den geflüchteten Menschen aus den verschiedenen Kulturen, meistens aus islamischen Ländern, sensibilisieren. In diesem Seminar wird geklärt, was überhaupt unter Begriffen wie "Kultur" und "interkulturelle Kompetenz" zu verstehen ist und wie man interkulturell kompetent agieren kann.

Die Lernziele und Lerninhalte des Seminars beschreiben die wichtigsten Kompetenzen:

  • Reflexion über die eigene Kultur und die damit verbundenen Werte, Verhaltens- und Denkweisen
  • Erkennen und Nutzen von kulturell bedingten Unterschieden in der Kommunikation
  • Interkulturelle Sensibilisierung und Förderung von Handlungskompetenzen für interkulturelle Interaktionen zur Erhöhung der Sicherheit im Umgang mit Menschen fremder Kulturen
  • Professionalität bei der Umsetzung des Auftrages
  • Handlungsanleitungen zu Aspekten der Deeskalation und Eigensicherung.

Auch die Vereinigung für die Sicherheit der Wirtschaft (VSW) Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland bietet Seminare[2] zum Thema an.


Sachkundeprüfung

Nach dem am 1. Dezember 2016 in Kraft getretenen "Gesetz zur Änderung bewachungsrechtlicher Vorschriften" müssen Personen, die in leitender Funktion bei der Bewachung von Flüchtlingsunterkünften eingesetzt werden (laut Gesetz: in "Aufnahmeeinrichtungen sowie Gemeinschaftsunterkünften des Asylgesetzes oder anderen Immobilien und Einrichtungen, die der auch vorübergehenden amtlichen Unterbringung von Asylsuchenden oder Flüchtlingen dienen") , vor Aufnahme ihrer Tätigkeit einen Sachkundenachweis (Sachkundeprüfung) erbringen. Dieses Erfordernis wird in qualifizierten Vorbereitungslehrgängen und Unterrichtsmaterialien berücksichtigt.


Einzelnachweis

  1. http://www.vswn.de/training/weiterbildung-und-training/interkulturelle-kompetenz.php
  2. http://www.vsw.de/veranstaltungen/qualifikation/details/seminar/interkulturelle-kompetenz.html



Diese Seite wurde zuletzt am 30. Dezember 2016 um 12:44 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Klaus Kapinos.

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