GoBS und GDPdU

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Die Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme (GoBS) und die die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU) sind Verwaltungsanweisungen des Bundesfinanzministeriums BMF), die im Steuerrecht hohe Bedeutung haben.

Die GoBS und die GDPdU werden zum 01.01.2015 durch die GoBD (Grundsätze zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff) ersetzt.


Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme (GoBS)

Die Grundsätze ordnungsmäßiger DV-gestützter Buchführungssysteme (GoBS) sind Regeln zur Buchführung mittels Datenverarbeitungssystemen. Die GoBS präzisieren die allgemeinen Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung (GoB) vom 5. Juli 1978 im Hinblick auf die DV-Buchführung und wurden durch Schreiben des Bundesfinanzministeriums vom 28. Juli 1995 bekanntgegeben.

Die GoBS stellen eine Erläuterung zum Handelsgesetzbuch und zur Abgabenordnung bezüglich der ordnungsgemäßen Behandlung elektronischer Dokumente dar und enthalten Vorgaben für die Verfahrensdokumentation, die zum Nachweis des ordnungsmäßen Betriebes der IT-Systeme erforderlich ist. Es wird zudem die Behandlung aufbewahrungspflichtiger Daten und Belege in elektronischen Buchführungssystemen bzw. Dokumentenmanagement- und Archivsystemen geregelt. Sie behandeln auch Verfahrenstechniken wie Scannen und Datenübernahme. Ein weiterer wesentlicher Kernpunkt ist das sogenannte Interne Kontrollsystem (IKS), das durch systematisch gestaltete technische und organisatorische Maßnahmen und Kontrollen die Einhaltung der Unternehmensrichtlinien sichern soll. Dabei können Kontrollen sowohl prozessunabhängig (Revision) als auch prozessabhängig (Controlling) durchgeführt werden.


Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU)

Die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU) sind Regeln zur Aufbewahrung digitaler Unterlagen und zur Mitwirkungspflicht der Steuerpflichtigen bei Betriebsprüfungen.

Die GDPdU stellen eine Konkretisierung der Abgabenordnung und dem Umsatzsteuergesetz bezüglich der digitalen Aufbewahrung von Buchhaltungen, Buchungsbelegen und Rechnungen dar. Seit Januar 2002 müssen Unternehmen ihre steuerrelevanten Daten so archivieren, dass sie bei einer Betriebsprüfung jederzeit elektronisch verfügbar gemacht werden können. Da die elektronische Betriebsprüfung inzwischen gängige Praxis ist, erscheint der Prüfer vor Ort immer öfter mit einem Notebook und fordert Daten statt Papier. Dabei kann der Betriebsprüfer dann laut GDPdU beim Datenzugriff zwischen einem unmittelbaren Lesezugriff, dem mittelbaren Zugriff über Auswertungen und der Datenträgerüberlassung (in verschiedenen Formaten) wählen.


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 9. September 2015 um 15:15 Uhr von Oliver Wege geändert.

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