Glasbruchmelder

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Glasbruchmelder sind Intrusionsmelder, die in einem Gefahrenmeldesystem zur Peripherie-, aber auch zur Objektüberwachung dienen. Man unterscheidet zwischen passiven und aktiven Glasbruchmeldern.


Passiv

Montage und Wirkbereich von passiven Glasbruchmeldern (Grafik: Bosch Sicherheitssysteme). Alle Abbildungen aus: Peter Fasold: "Elektronische Überwachung - Überfall- und Einbruchmeldeanlagen"
Montagebeispiel eines passiven Glasbruchmelders (Bild: Peter Fasold)
Klebelehre für die Montage von passiven Glasbruchmeldern (Bild: Honeywell Security)
Sensorprüfgerät für passive Glasbruchmelder (Bild: Honeywell Security). Alle Abbildungen aus: Peter Fasold: "Elektronische Überwachung - Überfall- und Einbruchmeldeanlagen"

Montage und Wirkbereich von passiven
Glasbruchmeldern (Grafik: Bosch Sicherheitssysteme)


Passive Glasbruchmelder haben einen piezoelektrischen Wandler, dem ein Frequenzbandfilter, ein Verstärker und eine Schaltstufe nachgeschaltet sind.


Funktionsprinzip

Das nachgeschaltete Frequenzbandfilter ist so ausgebildet, dass es Schwingungen, die im Bereich von einigen hundert kHz liegen, gut durchlässt. Durch dieses Frequenzbandfilter wird bewirkt, dass Körperschallschwingungen, die bei Glasbruch auftreten als Glasbruch erkannt werden. Dagegen werden Körperschallschwingungen, die durch normale Umweltgeräusche entstehen, weitgehend unterdrückt.


Montage

Passive Glasbruchmelder werden auf die bestehende Verglasung in einem Abstand von etwa 2 cm vom Rahmen entfernt z.B. mittels einer Klebelehre mit einem Spezialkleber geklebt, so dass der piezoelektrische Wandler gut körperleitend mit der zu überwachenden Glasfläche verbunden ist. Das Kabel vom Fensterflügel sollte in einem Spiralschlauch zum Fensterstock geführt werden, um Beschädigungen zu vermeiden.

Der Überwachungsradius beträgt je nach Hersteller 1,5 bis 2 Meter.

Auch passive Glasbruchmelder gibt es zwischenzeitlich in Datenbustechnik (LSN).


Besondere Installationshinweise

Klassen A und B

  • Passive Glasbruchmelder eignen sich ausschließlich für die Überwachung von Silikatglas.
  • Die zu überwachende Verglasung darf nicht aus Verbundsicherheitsglas oder glasähnlichen Kunststoffen bestehen und nicht beklebt (z.B. mit Splitterschutzfolien, Transparenten) bzw. mit Farbe bestrichen werden.
  • Die Melder dürfen nur auf ebenen Oberflächen montiert werden.
  • Passive Glasbruchmelder dürfen nur auf Doppelverglasungen (Isolierglas, Doppelfenster) eingesetzt werden. Auf Einfachverglasungen dürfen sie nur außerhalb des Handbereiches installiert werden.
  • Die Montage einschließlich Kabelführung von passiven Glasbruchmeldern muss so erfolgen, dass eine Lösung des Melders vom Montageuntergrund zu einer optisch erkennbaren Lageveränderung führt.
  • Scheiben, die leicht von außen entfernbar sind, müssen zusätzlich auf Herausnehmen überwacht werden.
  • Die Funktionsprüfung installierter Glasbruchmelder muss mit dem Prüfgerät des jeweiligen Herstellers erfolgen.

[1]


Aktiv

Montagebeispiel für aktive Glasbruchmelder (Bild: Peter Fasold)
Aktiver Glasbruchmelder: Sender, Empfänger und Auswerteeinheit (Bild: Schmeissner GmbH)
Aktiver Glasbruchmelder in Mehrscheibenausführung (Bild: Schmeissner GmbH) Alle Bilder aus: Peter Fasold: "Elektronische Überwachung - Überfall- und Einbruchmeldeanlagen")
Aktiver Glasbruchmelder mit Anschlussmöglichkeit für bis zu vier Glasflächen (Bild: Link GmbH). Dieser Sensor ermöglicht eine Überwachung von bis zu vier Glasflächen auf Bruch oder Manipulation, z. B. durch Schneiden oder Bohren (bis zu 10 mm Bohrlochdurchmesser). Der Sensor hat die Anerkennung für Grad 4 nach EN und für VdS Klasse C.

Aktive Glasbruchmelder bestehen aus einem Körperschallsender und einem Körperschallempfänger mit je einem piezoelektrischen Wandler. Dem Wandler im Empfänger ist ein Frequenzbandfilter, ein Verstärker sowie eine Auswerte- und Schaltstufe nachgeschaltet.


Funktionsprinzip

Der Sender gibt über den Wandler Körperschallschwingungen an die Scheibe ab. Diese breiten sich durch die Scheibe aus und erregen den Wandler im Empfänger, der die Körperschallschwingungen in elektrische Signale umsetzt.

Bricht die Glasscheibe, so wird die Körperschallübertragungsstrecke unterbrochen. Der Empfänger erhält kein Signal mehr und gibt eine Alarmmeldung an die Meldergruppe ab.


Montage

Die piezoelektrischen Wandler sind gut körperschallleitend mit der zu überwachenden Scheibe verbunden.

Aktive Glasbruchmelder eignen sich, wenn dies im Anerkennungsbescheid vermerkt ist, u.a. auch zur Überwachung von Verbundsicherheitsgläsern.

An einer Auswerteeinheit können in der Grundausführung inzwischen 2 Melderpaare angeschlossen, also 2 Glasflächen unabhängig voreinander überwacht werden. Mit einer Erweiterung ist sogar die Überwachung von 4 Glasflächen möglich, was sich bei mehreren zu überwachenden Glasflächen natürlich kostensparend auswirkt.


Einsatz

Die Standardausführung ist für Einbruchmeldeanlagen der Klasse C zugelassen, für die Mehrscheibenausführung ist sie vorgesehen.

Auch bei den aktiven Glasbruchmeldern hat Europa vor allem für Grad 4 in der DIN EN 50131-2-7-3:2012-05 höhere Anforderungen gestellt als dies bisher bei Klasse C erforderlich war. Aufgrund der unterschiedlichen Anforderungen muss hier mittels einer 24 Stunden Überwachung der jeweiligen Glasflächen gewährleistet sein, dass jegliche Manipulation/ Veränderung zuverlässig erkannt wird. Gleichzeitig dürfen normale Umwelteinflüsse nicht zu Fehlalarmen führen.


Besondere Installationshinweise

Klasse A

  • In dieser Klasse werden aktive Glasbruchmelder in der Regel nicht eingesetzt. Sollte es doch einmal der Fall sein, müssten auch hier die nachfolgenden Hinweise beachtet werden.

Klassen B und C

  • Bei Verbundsicherheitsglas (VSG) und Glas, welches z.B. mit Folien (z.B. Splitterschutzfolien) beschichtet ist, muss von der Errichterfirma im Einzelfall mit geeigneten Messgeräten geprüft werden, ob eine Überwachung möglich ist.
  • Die zu überwachenden Verglasungen dürfen keine Beschädigungen (z.B. Sprünge) aufweisen, sie müssen mechanisch fest im Rahmen montiert sein.
  • Es ist darauf zu achten, dass die Scheiben ordnungsgemäß geklotzt sind und sich im Glasfalz keine losen Glaspartikel befinden (Gefahr von Falschalarmen).
  • Verglasungen, die leicht von außen entfernbar sind, müssen zusätzlich auf Herausnehmen überwacht werden.[1]


Einzelnachweis

  1. 1,0 1,1 Quelle: Peter Fasold: "Elektronische Überwachung" - Überfall- und Einbruchmeldeanlagen


Siehe auch




Diese Seite wurde zuletzt am 7. Februar 2014 um 21:52 Uhr von Peter Fasold geändert. Basierend auf der Arbeit von Admin und Hansjörg Wigger.

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