Glas

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Glas ist ein nicht kristalliner, spröder, anorganischer Werkstoff. Der Glaszustand ist der Zustand einer unterkühlten Flüssigkeit, die ohne zu kristallisieren erstarrt ist.

Eigenschaften

Der Hauptbestandteil des Glases ist Silizium-Oxid. Er beträgt bei Bauglas 72% und bei Quarzglas > 99%. Je nach Verwendungszweck erhält man durch Veränderung der Zusammensetzung der Schmelze Gläser mit besonderen Eigenschaften, wie geringe Wärmeausdehnung, Hitzeschockunempfindlichkeit, verschiedene Brechungs- und Refraktionsindexe, verschiedene Farben sowie eine sehr große Oberflächenhärte.

In der Sicherheitstechnik ist hauptsächlich Floatglas von Bedeutung. Floatglas, früher unter dem Namen Spiegelglas bekannt, wird im Floatverfahren hergestellt und daher "Float" oder Floatglas genannt. Es ist als Klarglas, eingefärbt oder mit einer Beschichtung für den Sonnen- oder Wärmeschutz in der Architektur vielfältig einsetzbar. Es kann zur Lösung licht- und wärmetechnischer Probleme herangezogen werden. Einseitig emaillierte Gläser werden in vermehrtem Maße zur Fassadenverkleidung von Häusern eingesetzt.


Zusätze für die Sicherheitstechnik

Sicherheitstechnisch kommt einer normalen Glasscheibe keine Bedeutung zu. Erst die Weiterverarbeitung zu einem Glas- oder Glas-/Kunststoffverbund, indem mehrere Einzelscheiben unter sich mit PVB-Folie oder Spezialharzen verbunden werden, ergeben ein Sicherheitselement, das durchwurf-, durchbruch-, durchschuss- oder sprengwirkungshemmende Eigenschaften aufweist. Daneben gewinnen alternative Nachrüstmaßnahmen verschiedener Art (Sicherheitsfolien, Vorsatzfenster, Sprengschutzvorhänge, Schiebefensterkonstruktionen) an Wichtigkeit. Einzelne Scheiben können zu Isoliergläsern verarbeitet werden, indem durch Versiegeln der Scheiben mit eingelegten Abstandhaltern zwischen den Scheiben ein hermetisch abgeschlossener Luftzwischenraum geschaffen wird, der gute thermische und akustische Dämmeigenschaften aufweist. Bei dem Aufbringen von Folien ist zu beachten, dass diese bis zur Glaskante, d.h. bis in den Rahmen oder in die das Glas haltenden Beschläge oder Konstruktion reichen muss!

Auf dem Markt gibt es auch Kombinationen aus Brandschutzverglasungen und Glas mit anderen Schutzeigenschaften (Sonnenschutz, Schallschutz, Wärmeschutz, Unfallschutz, Einbruchsschutz - bis hin zu einer Kombination feuerhemmender und durchschusshemmender Eigenschaften.

Normen

Anfang 2000 wurde die bis dahin für angriffshemmende Verglasungen maßgebliche DIN 52290 abgelöst durch europäische Normen. DIN EN 356, Ausgabe:2000-02 Glas im Bauwesen - Sicherheitssonderverglasung - Prüfverfahren und Klasseneinteilung des Widerstandes gegen manuellen Angriff - befasst sich mit durchwurfhemmenden und durchbruchhemmenden Verglasungen. Die früher ebenfalls unter dem Oberbegriff "angriffhemmende Verglasung" in der DIN 52290 behandelten durchschuss- und sprengwirkungshemmenden Verglasungen sind jeweils in eigenen europäischen Normen geregelt (Widerstand gegen Beschuss: DIN EN 1063, Widerstandes gegen Sprengwirkung: DIN EN 13541).


Siehe auch




Diese Seite wurde zuletzt am 15. April 2014 um 08:36 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Thomas Lowien, Admin, Dieter Balkow und Christoph Schmalt.

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