Geoblocking

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Geoblocking wird verwendet, um den Zugang zum Internet, basierend auf dem geografischen Standort des Benutzers, länderspezifisch zu beschränken.

Funktionsweise

Jeder Computer im Internet hat eine eindeutige numerische Kennung (IP-Adresse). Wenn ein Nutzer / Computer, Inhalte anfordert, wird seine IP-Adresse mit dieser Anforderung gesendet. Der Server weiß damit, woher die Anfrage kommt und wohin Inhalte zu senden sind.

IP Adressen werden in Blöcken den Internet Service Providern (ISP), zugewiesen, die wiederum Kunden IP-Adressen zuteilen. Die IP-Adresse des Computers hat in der Regel keine besondere Bedeutung für das Geoblocking. Aber durch die IP-Adressen des ISP kann der geografische Standort mit hinreichender Genauigkeit bestimmt werden.

Datenbanken ordnen diese IP-Adressen Ländern zu. Diese Zuordnungen bilden dann die Grundlage von Sperrlisten, sogenannten "Geoblocks".


Urheberrecht

Geoblocks werden derzeit von Anbietern (meist Videostreaming-Portalen) eingesetzt, um rechtliche Einschränkungen zu berücksichtigen oder Abgaben in einem Land zu umgehen.

Online-Unternehmen aus dem Bereich „Glücksspiele“ (Lotterien) nutzen Geoblocks, um die Verfügbarkeit ihrer Website in Länder zu unterbinden, in dem sie rechtlich nicht arbeiten dürfen. [1]

Aber auch bei Sportgroßereignissen wie der Fußball-EM die prinzipiell per Livestream ohne Zusatzkosten abrufbar wären, werden mit Hilfe der IP-Adresse national (Vermarktungsgrenzen) errichtet.


Ausblick

Durch die Nutzung von Proxy-Servern in einem nicht gesperrten Land, ist es theoretisch möglich, die Ländersperren zu umgehen. Da dieses Thema auch Gegenstand der EU-Urheberrechtsreform ist, die eine generelle Abschaffung des Geoblockings fordert, ist eine abschließende Beurteilung, ob und welcher Standpunkt zum Geoblocking der richtige ist, nicht möglich. Zunehmend klagen aber auch immer mehr Nutzer über unterschiedlichen Preise, die Online-Händler anhand der Herkunft (der IP-Adresse) verlangen.[2]


Einzelnachweis

  1. Spiegel Online Mittwoch, 25.03.2015 Geoblocking im Netz: EU-Kommission will gegen Ländersperren vorgehen
  2. heise.de 28.10.2015: EU-Kommission: Online-Händler dürfen Kunden nicht benachteilige


Weblinks


Siehe übergeordnetes Stichwort


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 22. März 2016 um 13:50 Uhr von Oliver Wege geändert. Basierend auf der Arbeit von Markus Albert und Peter Hohl.

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