Gebäudelogik

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Gebäude lassen sich im Rahmen der architektonischen Gebäudelehre in Typen einteilen, z.B. Bürogebäude, Warenhäuser, Krankenhäuser, Banken, Fabriken, Wohngebäude, Werkstätten. Unter Sicherheitsaspekten sind die einzelnen darin enthaltenen Nutzungen zu differenzieren.

Differenzierung nach Nutzung

Beispiel: Hauptverwaltung einer Versicherung oder Bank:

  • öffenlich zugänglich – Kundenbereiche, Parken
  • öffenlich zugänglich – Anlieferung
  • öffentlich zugänglich – vermietete Reserveflächen
  • Mitarbeitern vorbehalten – Büronutzung, spezielle Arbeiten
  • Mitarbeitern vorbehalten – Technik
  • Sicherheitsbereiche Technik – Rechenzentrum
  • Sicherheitsbereiche Mitarbeiter - Vorstand


Umsetzung in eine abstrakte Skizze

Die folgende Skizze zeigt für ein Gebäudesicherheitskonzept die schematische Darstellung relevanter Nutzungsprofile anhand von Farben, die Bezifferung dient lediglich der sprachlich/textlich eindeutigen Identifizierbarkeit und stellt keine Wertung dar.

Zuordnung von Gebäudebereichen mit unterschiedlichen Sicherheitsanforderungen. Grafik: Dipl.Ing. TH Uli Sobers
Folgende Sicherheitszonen treten auf:
  1. Anlieferhof
  2. Besucherbereiche
  3. Mitarbeiterbereiche ohne Publikumskontakte
  4. Vorstandsbereiche
  5. Technik
  6. Fremdmieter
  7. Rechenzentrum

Innerhalb des Bauplanungsprozesses beschreibt die gezeigte Skizze in einem frühen Entwurfsstadium die Soll-Vorgaben für die Sicherheitsmaßnahmen, ohne bereits technische Detailvorgaben zu machen. Die abstrakte Farbdarstellung dient der Kontrolle der Gleichwertigkeit und Durchgängigkeit/Konsistenz getroffener Sicherheitsmaßnahmen und somit der Verfolgung der Einhaltung definierter Schutzziele. Für eine genaue Logikanalyse sind die Farben in die jeweiligen Gebäudegrundrisse zu übertragen. Dabei ist es vorteilhaft, wenn die Grundrisse im Format DIN A3 vorliegen.

Erlaubte und unerlaubte Übergänge

Sind die Farben der Soll Vorgabe in die Grundrisse der jeweils aktuellen Bauplanung übertragen, erkennt man leicht Farbübergänge, die erlaubt sind. Beispielweise blau – gelb, grün – blau, ocker – blau, etc.

Nicht erlaubte Übergänge, zum Beispiel zwischen öffentlich zugänglichen Gebäudeteilen und Sicherheitsbereichen, fallen unmittelbar auf, zum Beispiel rot – blau oder rot – grau oder violett - grün.


Standardisierte Sicherheitslösungen

In der weiteren Umsetzung der Realisierung des Führens von Menschen- und Materialströmen indiziert die farbliche Zonendarstellung für Übergänge gleicher Wertigkeit die zu treffenden technischen Maßnahmen. Damit lassen sich Objekt-bezogen Klassen von Sicherheitsmaßnahmen gleicher Wertigkeit bilden. Eine Objektausstattung mit Sicherheitstechnik lässt sich damit, wiederum objektspezifisch, weitgehend standardisieren. Bei komplexen Bauobjekten, bis 300 Mio. € Gestehungskosten, treten bis zu 20 unterschiedliche Sicherheitsdetails bei der Einbruchsicherung und Zugangskontrolle von Öffnungen (Türen, Fenster, Tore, andere Abschlüsse) auf. Liegt man wesentlich darüber, könnte es Detaillösungen geben, die auf Inkonsistenzen bezüglich des Sicherheitskonzepts hin überprüft werden müssen.


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 6. Februar 2012 um 00:09 Uhr von Redaktion geändert. Basierend auf der Arbeit von Admin.

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