GSM

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Die Abkürzung GSM steht für Global System for Mobile Communications. Sie bezeichnet ein weltumspannendes Netz zum Zweck der drahtlosen Kommunikation, das im geschäftlichen Bereich intensiv genutzt wird und darum auch unter Sicherheitsaspekten betrachtet werden muss (GSM-Verschlüsselung).

Netzstruktur

Die Grundlage des GSM-Netzes bildet eine wabenförmige Struktur vieler einzelner Funkzellen. Mit "Zellen" werden die Basisstationen (BTS) bezeichnet, welche sich üblicherweise an Antennenmasten auf Gebäuden oder freistehend installiert befinden. Eine Basisstation besteht meist aus mehreren Sende- und Empfangsantennen sowie einer Steuerungseinheit.


Reichweite

Die Reichweite einer Basisstation liegt in der Theorie bei fast 40 km, fällt aber in der Praxis weit geringer aus. Grund dafür können Abschottungen durch die Topographie oder Reflexionen sein. Meist wird der Aufbau kleinerer Zellen durch den Netzbetreiber bevorzugt, da viele kleine Zellen mehr Kunden versorgen können, als wenige große Zellen (zum Beispiel in Ballungsgebieten). Eine Zelle kann maximal 64 Teilnehmer (Handys) bedienen, weshalb die in großen Städten montierten Basisstationen mit meist geringerer Leistung senden (Das Einzugsgebiet liegt bei wenigen 100 m). Um möglichst alle Teilnehmer gleichzeitig versorgen zu können, müssen daher in diesen Ballungszentren auch deutlich mehr Funkzellen aufgebaut werden, als in ländlichen Gegenden. Zudem ist es notwendig, sie sehr genau zu justieren, um nicht eine benachbarte Zelle zu stören. Dabei soll die entsprechende Basisstation aber auch einem Teilnehmer am Rande dieser Zelle noch genügend Empfang gewähren.


BTS - BSC - MSC

Die Basisstationen (BTS) sind gebietsweise zusammengefaßt und werden von jeweils einem BSC (Base Station Controller) "verwaltet". Dieser leitet die Verbindungen weiter an das MSC (Mobile Switching Center). Von hier wird die Verbindung in "die richtige Richtung" gelenkt, d.h. eben dahin, wohin dies der Anrufer verlangt. Das MSC schaltet auch Verbindungen von "Mobile zu Mobile" zusammen. Geschieht dies intern im selben Mobilnetz, wird hier - falls sich das Zielgerät im selben Zuständigkeitsbereich befindet - die angeforderte Verbindung gleich wieder an einen BSC weitergeleitet. Ist das Verbindungsziel ein Mobilgerät eines anderen Anbieters, wird das Gespräch an das MSC des anderen Anbieters umgeleitet. Geht der Verbindungswunsch ans Festnetz oder ins Ausland, vermittelt das MSC die gewünschte Verbindung über das entsprechende Ortsnetz.


Identifikationsnummern

Damit diese komplexen technischen Prozeduren fehlerfrei angewickelt werden können, sind eine Reihe von Nummern und Zahlencodes nötig. Diese seien im folgenden kurz beschrieben:

IMSI -International Mobile Subscriber Identity

Internationale Mobilteilnehmerkennung, eine bis zu 15 Ziffern lange Nummer, die vom Netzbetreiber der SIM-Karte fest zugeordnet wurde.

Die IMSI besteht aus einem Ländercode, einem Netzcode und einer Teilnehmerkennung. Diese "Erkennungsmarke" ist weltweit eindeutig. Eine Kopie davon befindet sich auch im HLR / VLR (Home Location Register / Visitor Location Register) und im AUC (Authentication Center).

IMEI - International Mobile-Station Equipment Identity Number

Registrierungsnummer des Mobilfunkgeräts. und somit das Gegenstück zur IMSI. Diese Nummer ist für jeden Benutzer einsehbar. Sie befindet sich in der Regel zusammen mit der Seriennummer des Handys in dessen Akkuschacht. Alternativ kann sie auch nach der Eingabe eines spezifischen Zeichensatzes über die Tastatur auf dem Display des Mobilfunkgeräts angezeigt werden.


MSISDN

Mobile Station Integrated Services Digital Network Number (MSISDN) ist die weltweit eindeutige Rufnummer, welche der Anrufer wählt, um einen Mobilfunkteilnehmer zu erreichen. Eine MSISDN ist im Normalfall jeweils nur einer SIM-Karte zugeordnet. Einige Mobilfunkprovider betten die MSISDN in den HTTP-Header beim Übergang vom Mobilfunknetz ins Internet ein. Damit werden Smartphone-Nutzer bei Internetnutzung identifizierbar (Tracking).


SIM -Subscriber Identity Module

Die SIM ist eine Smart-Card, welche in das Handy eingelegt werden muß, bevor über dieses Gerät Gespräche im Mobilfunknetz geführt werden können. Durch sie wird das Handy im GSM-Netz identifiziert. Geschützt ist die SIM durch eine 4-stellige persönliche Geheimzahl. Auf der Karte ist neben allgemeinen Informationen auch die IMSI gespeichert.


UDID

Die UDID ist die eindeutige Gerätenummer eines iOS-Smartphones oder -Tablets (iPhone bzw. iPad). Der britische Geheimdienst GCHQ soll diese Nummer zur Identifizierung und Tracking von Zielpersonen einsetzen.


IMSI Catcher

IMSI-Catcher geben sich dem Handy gegenüber als Basisstation des eigenen Netzes aus. Befindet sich ein Mobilfunkgerät in der Nähe dieser vermeintlichen Basisstation, meldet es sich hier automatisch an und überträgt zahlreiche Daten. Hierunter fallen z.B. Telefonnummer, Aufenthaltsort, die International Mobile Subscriber Identity (IMSI), dies ist die individuelle Kennzahl der SIM-Karte sowie die gerätebezogene International Mobile-Station Equipment Identity Number (IMEI). Auf diese Weise kann der Besitzer, selbst wenn er gerade nicht telefoniert, identifiziert und lokalisiert, während eines aufgebauten Gespräches auch abgehört werden (GSM-Verschlüsselung).


Siehe übergeordnete Stichworte


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 7. Juli 2015 um 16:47 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Oliver Wege, Admin und Dirk Wittmann.

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