Finanzagent

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Mit der Bezeichnung "Finanzagent" suchen Kriminelle meist arglose Helfer zum Verschleiern und Waschen von ergaunerten Geldbeträgen[1]. Ähnliche Maschen arbeiten mit Begriffen wie "Kontovermieter", aber auch "Warenagent" oder "Paketagent". Auch Partner in einer vorgetäuschten Liebesbeziehung oder Vermieter von Ferienhäusern fallen auf Kriminelle rein, indem sie – wissentlich oder unwissentlich – als Finanzagent agieren. In der Regel ist die Tätigkeit als derartiger Finanzagent strafbar.

Anbahnung

Auf Jobbörsen, in Zeitungsanzeigen oder auch gezielt per E-Mail werden Bankkunden angelockt. Es wird ihnen eine einträgliche Tätigkeit als Finanzagent angeboten – ohne dass sie viel dafür tun müssten.


Angebliche Falschüberweisung

Häufig aber merken Kontoinhaber nicht, dass sie als Finanzagent agieren. Die klassische Masche: Auf ihrem Konto wird ein hoher Betrag gutgeschrieben, den sie nicht zuordnen können. Dann meldet sich ein angeblicher Geschäftsmann, entschuldigt sich für die "Fehlbuchung" und bittet, das Geld zurück zu überweisen. Aber nicht auf das Ursprungskonto, sondern meist per Bargeldversand ins Ausland. Als Wiedergutmachung für die Unannehmlichkeiten darf der missbrauchte Kontoinhaber einen Teil der Summe behalten. Das Geld stammt meist von dem ausgespähten Konto eines Phishing-Opfers. Der Empfänger der "Fehlbuchung" fungiert als unwissentlicher Finanzagent, indem er die Buchung ins Ausland weiterleitet und so die Spuren verwischt. Er macht sich so der Geldwäsche schuldig und könnte auch zivilrechtlich belangt werden, da die Hintermänner oft nicht zu ermitteln sind.


Weitere Varianten

Zum Teil werden die Opfer gezielt als "Warenagent" angeworben und sollen meist hochwertige Waren aus Onlineshops entgegennehmen, die mittels ergaunertem Geld bestellt worden sind, und diese an anonyme Paketautomaten weiterschicken.

Oft fallen auch Vermieter von Urlaubsimmobilien auf die Verbrecher herein, die ein Ferienhaus buchen und bereits eine Anzahlung leisten, die Buchung dann aber stornieren und um Rücküberweisung der Anzahlung bitten – allerdings auf ein ganz anderes Konto. Der Vermieter wird auch hier unfreiwillig zum Geldwäscher.

Der Bundesverband Deutscher Banken mahnt auch zur Vorsicht bei angeblichen Online-Liebesbeziehungen: Nach einigem Chatten wird zum Beispiel ein Treffen angekündigt und Geld für eine Flugbuchung überwiesen – von einem ausgespähten Konto. Dann bittet der Chat-Partner unter einem Vorwand um Weiterleitung des Geldes an angebliche Verwandte.[2]


Einzelnachweis

  1. SecuPedia Aktuell: Schweiz: Vorsicht bei allzu lukrativen Stellenangeboten!
  2. SecuPedia Aktuell: Finanzagent: Vorsicht vor dubiosen Jobangeboten


Weblinks


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 11. März 2016 um 17:45 Uhr von Peter Hohl geändert.

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