Fälschungssicherheit

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Die Fälschung von Produkten schädigt Volkswirtschaften und Unternehmen und kostet damit in hohem Maße Arbeitsplätze. Die World Customs Organization WCO (www.wcoomd.org) schätzt den weltweit jährlich entstehenden Schaden auf 512 Milliarden Dollar. Gefälscht werden sehr viele Produkte wie z.B. Wäsche/Bekleidung, Schreibgeräte, Uhren, Dokumente, Münzen und Geldscheine, Medikamente, Ersatzteile (PKW, Flugzeuge).

Kennzeichnungen zum Schutz

Zum Schutz vor Fälschungen werden in der englischsprachigen Literatur für die Produkte und insbesondere für die Verpackung unterschiedliche Kennzeichnungen genannt:

  • Farbe: Coin reactive ink, optically variable ink, thermo sensitive and thermal chrome ink, fluorescent /UV dye, IR inks, metameric ink, machine-readable ink.
  • Druck und Veredelung: Alphanumeric code, barcode, Guilloche elements, micro lines/micro text, screen text/secure moire/screen lock, micro tags/Secutag, embossing, holograms, watermarking.
  • Integrierte Merkmale: Tamper evidence band/labels/seals, data sound system sowie (chemical) microtagging.

Der Trend hin zu immer komplexeren Technologien macht Fälschungen zwar nicht unmöglich, aber er erschwert die Arbeit von Fälschern beträchtlich. Denn wenn der Aufwand immer größer wird, müssen auch Fälscher kalkulieren, ob sich die „Anstrengung“ noch lohnt. Ein erfolgreicher Schutz vor Produktpiraterie ist nur durch eine Integration von konstruktiven und produktionsbezogenen Ansätzen zu erreichen. Letztendlich sollte angesichts der Gefahren, die von Plagiaten ausgehen, jeder Endverbraucher jedes Produkt, von dem Gesundheit und Leben abhängt, zweifelsfrei als Original identifizieren können.

In vielen Fällen kann nur eine aufwändige Verpackung zur Kennzeichnung genutzt werden (Medikamente, Lebensmittel). Allerdings werden auch gefälschte Produkte in der Originalverpackung angeboten, so dass unterschiedliche Kombinationen vorzufinden sind: Originalprodukte in der Origalverpackung - gefälschte Produkte in Originalverpackung - gefälschte Produkte in gefälschter Verpackung.

Möglichst sollten daher die Produkte selbst (Waren wie Textilien, Ersatzteile) mit Kennzeichnungen versehen werden; bei Medikamenten wird dies bisher nur eingeschränkt (Einfärbung, Rezeptur) akzeptiert.


Transponder (RFID)

Zukünftig werden verstärkt Transponder zum Fälschungsschutz eingesetzt; sie eignen sich zur Erhöhung der Fälschungssicherheit insbesondere wegen ihrer

  • Lesbarkeit ohne Sichtkontakt und der
  • wiederholten Beschreibbarkeit - Speicherung, Ergänzung, Veränderung und Löschung von Daten und Programmen.

Zum Schutz vor Fälschungen können (wegen ihres geringen Preises) insbesondere passive Transponder an und in Produkten (item level) oder ihrer Verpackung oder Umverpackung angebracht werden. Zur eindeutigen Erkennung der Transponder kann eine item-spezifische Identifizierungsnummer eingespeichert werden.


Fälschung von Transpondern

Allerdings dürften zukünftig auch Transponder kopiert, geklont und gefälscht werden - indem die auf dem Original-Transponder gespeicherte Information ausgelesen, kopiert und auf den gefälschten Transponder geschrieben wird. Dieser gefälschte Transponder kann dann nicht vom Original unterschieden werden. Dabei unterstützt ein auf dem Transponder gespeicherter Stammbaum (e-pedigree) oder unterstütze zentrale Datenbanken (Object Name Service - ONS) zur Kontrolle und Registrierung der Items (track & trace) nur ein begrenztes Sicherheitsniveau, weil eine einmal registrierte Item-ID immer wieder als eine authentische bestätigt und damit auf ein Original-Produkt geschlossen wird - unabhängig von ihrer Replizierung auf gefälschten Produkten. Auch digitale Signaturen und Public Key Infrastructures (PKI) leisten nur einen begrenzten Beitrag zum Sicherheitsniveau, sofern alle Informationen eines Transponders ausgelesen und (trotz evtl. Verschlüsselung) kopiert und geklont werden können. Häufig kann die Kommunikation zwischen einem Transponder und einem Schreib-/Lesegerät abgehört werden oder sogar die von einem Lesegerät ausgelesene Information zur Fälschung genutzt werden. Alle Sicherheitsmechanismen können also nur das Sicherheitsniveau und den Widerstandswert gegen Fälschungen erhöhen und damit den Aufwand für den Fälscher höher treiben. Einen absoluten Schutz kann es nicht geben.


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 17. April 2014 um 14:48 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Admin und Hartmut Pohl.

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