Elektronischer Reisepass

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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In der Europäischen Union wurden einheitlich elektronische Reisepässe eingeführt, um die Identitätsüberprüfung von Reisenden deutlich zu verbessern. Die Mitgliedstaaten der Europäischen Union haben sich nach den Anschlägen des 11. September 2001 auf die Einführung der Biometrie bei Pässen, Visa und Aufenthaltstiteln verständigt. Die EG-Verordnung zur ePass-Einführung wurde 2004 verabschiedet.

Biometrische Identifizierung

Die biometrischen Merkmale im Chip können maschinell geprüft werden. Damit ist eindeutig feststellbar, ob Pass und Person wirklich zusammengehören. Biometrische Verfahren werden inzwischen von zahlreichen Ländern weltweit für Sicherheitszwecke eingesetzt

In Deutschland wurde der ePass im November 2005 eingeführt. Im ePass der ersten Generation ist als biometrisches Merkmal das Passfoto im Chip gespeichert. Seit dem 1. November 2007 werden in elektronischen Pässen der zweiten Generation zusätzlich zwei Fingerabdrücke gespeichert.

Alle vor dem 1.11.2005 bzw. 1.11.2007 ausgestellten Reisepässe behalten ihre Gültigkeit bis zum Ablaufdatum. Einreiseformalitäten des jeweiligen Reiselandes sind jedoch zusätzlich zu beachten. Auskunft dazu gibt das Auswärtige Amt.[1]


Vereinfachte Grenzkontrollen

EasyPass Schleusen (Quelle: BSI)
Bei Kontrollen an Grenzen wird bereits in vielen Ländern mit Hilfe spezieller Lesegeräte geprüft, ob vorgelegte elektronische Reisepässe echt, gefälscht oder manipuliert sind. Auch elektronische Schleusen – so genannte eGates, die derzeit an vielen Flughäfen etabliert werden – führen diese Prüfung durch. In Deutschland heißt das System "EasyPASS". Jeder Chip eines elektronischen Passes besitzt eine einzigartige Signatur, die seine Echtheit und Unversehrtheit garantiert. Bei der Prüfung an den eGates wird die Signatur auf dem Chip des Passes mit dem Zertifikat des Landes verifiziert, welches den Pass ausgestellt hat. Diese Signaturzertifikate sowie die zugehörigen Sperrlisten werden in einem Public Key Directory (PKD) bereitgestellt. Dieses von der deutschen Bundesdruckerei erstellte[2] System betreibt die Internationalen Zivilluftfahrtbehörde (ICAO), eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen von ihrem Hauptsitz in Montreal, Kanada, aus. Derzeit nehmen weltweit 45 Länder teil. Sie können ihre Signaturzertifikate und Sperrlisten selbstständig aktualisieren, müssen also die Signaturzertifikate nicht bilateral mit jedem einzelnen Land austauschen, sondern können sie stets aktuell aus dem ICAO-PKD abrufen und in ihre Grenzkontrolllösungen einpflegen. Bauen die teilnehmenden Länder zusätzlich ein so genanntes nationales PKD auf, lassen sich die Zertifikate automatisch und schnell an sämtliche nationale Grenzkontrollstellen verteilen.


Einzelnachweis

  1. http://www.bmi.bund.de/DE/Themen/Moderne-Verwaltung/Ausweise-Paesse/Reisepass/reisepass.html?nn=3315888
  2. SecuPedia Aktuell: Neues Public Key Directory (PKD) zur weltweiten Prüfung elektronischer Reisepässe


Weblinks


Siehe übergeordnete Stichworte


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 3. Juli 2015 um 13:27 Uhr von Peter Hohl geändert.

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