Elektronische Schließ-Systeme

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

Anzeige
Wechseln zu: Navigation, Suche

Seit über 30 Jahren sind elektronische Schlösser für Haus- und Wohnungstüren auf dem Markt. Etwas jünger sind elektronische Kombinationsschlösser im Bereich von Sicherheitsprodukten wie Safes (Wertschutzschränke) und Tresortüren (Panzertür, Wertschutzraum). Diese Schlösser wiesen aber lange Zeit die für den Einsatz im Gebiet des Hochsicherheitsbereiches gestellten Sicherheits-Anforderungen an elektronische Schließ-Systeme nicht auf.

Funktionen

Elektronische Schließ-Systeme bestehen grundsätzlich aus folgenden Funktionseinheiten:

  • Eingabeeinheit für die Identifikation (geistig mit Code oder physisch mit Schlüssel)
  • Steuer- und Überwachungseinheit mit Codespeicher und Indikatorenauswertung
  • Sperreinheit als mechanischer Sperrpunkt ausgebildet, der die physische Sperrung des Verriegelungssystems realisiert. Je nach Systemkonzept ist diese Funktion integriert oder als separater mechanischer Sperrpunkt realisiert.

Erweiterte Sicherheitsfunktionen

Elektronische Schließ-Systeme können im Gegensatz zu mechanischen Schlössern mit erweiterten Sicherheitsfunktionen ausgestattet werden, z.B.:

  • automatisches Verriegeln eines Sicherheitsbehältnisses, d.h. Schutz vor Bedienungsnachlässigkeiten (Code verwerfen etc.)
  • mehrere Code- bzw. Identifikationshierarchien, mehrere Operatorcodes
  • Manipulationsschutz bei falschen Codeeingaben, inkl. Meldung dieser Manipulation
  • Sperrzeitfunktionen
  • Anzeigen von Funktionszuständen. u.a. auch Warnmeldungen
  • Fern-Bedienungsfreigabe/Berechtigungssperre
  • Sicherheits- und Sabotageüberwachung des kompletten Schließ-Systems
  • Protokollierungsmöglichkeit usw.
  • Code-Eingabe und Code-Umstellung mittels Tastatur oder Drehknopfeingabe.

Platzierung

Sicherheitstechnisch ebenfalls von Bedeutung ist der Vorteil der beliebigen Platzierung der Sperreinheiten in der Türe. Dadurch können Verschlüsse konzipiert werden, die bei Einbrechern nicht allgemein bekannt sind. Im Gegensatz zu mechanischen Schlössern, die für die Bedienung eine direkte mechanische Verbindung von der Außenhaut zum Schloss bedingen, erhält ein Täter auch keinen Hinweis vom Bedienelement auf die Schlosseinbaulage. Zudem entfallen die relativ großen Durchbrüche (z.B. für Schlüssellafetten) durch die Panzerung oder der direkte Zugang zum Schloss bei offenen Schlüssellöchern. Dadurch konnten weitere Schwachstellen eliminiert werden.

Maßgebliche Norm

Die Norm EN 1300 "Wertbehältnisse - Klassifizierung von Hochsicherheitsschlössern nach ihrem Widerstandswert gegen unerlaubte Öffnung" wurde in der Arbeitsgruppe CEN/TC 263/WG3 "Safe Locks" erstellt und im Juni 2004 in Kraft gesetzt und 2013 zuletzt aktualisiert. Prüfkriterien sind: Sicherheit gegen Einbruch (Spurenhinterlassung durch Gewaltanwendung), Manipulation, Codespionage und -Kopie, elektrischer und elektromagnetischer Widerstand, EMV, Zuverlässigkeit, Schock, Vibration u.a. Nach der EN 1300 sind Prüfungen in vier Sicherheitsstufen möglich.

Prüfung

Die offizielle Prüfstelle für Hochsicherheitsschlösser sind die VdS-Laboratorien in Köln.


Siehe auch





Diese Seite wurde zuletzt am 14. Januar 2015 um 11:24 Uhr von Thomas Lowien geändert. Basierend auf der Arbeit von Hagen Zumpe, Peter Hohl, Admin und Peter Kappeler.

Anzeigen