Einbruchmelderzentrale

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Eine Einbruchmelderzentrale (EMZ) hat die Aufgabe, alle Signale der Sensoren (Melder) zu erfassen und auszuwerten. Sie überwacht auch die Funktion der Leitungen und die Stromversorgung und erkennt alle Unregelmäßigkeiten. . In ihr werden alle von den Einbruchmeldern kommenden Signale aufgenommen, ausgewertet und bei scharf geschalteter Anlage über die angeschlossenen Alarmierungseinrichtungen als Alarm weitergeleitet.

Funktionsbereich

Die EMZ besteht je nach Größe der Anlage aus mindestens einer Meldergruppe für Einbruchmelder (früher Meldelinie genannt), mindestens einer Sabotagelinie und einer Überfalllinie, wobei an einer Meldergruppe maximal bis zu 20 Einbruchmelder angeschlossen werden dürfen. Des Weiteren müssen die Schalteinrichtung sowie die Alarmierungseinrichtungen angeschlossen werden können.

Heute einzusetzende Einbruchmelderzentralen sind mikroprozessorgesteuert und bieten dadurch eine hohe Flexibilität, die besonders bei der Realisierung von Sicherheitsbedürfnissen durch Verknüpfung von Meldung und Steuerungsvorgang einen breiten Anwendungsspielraum erlaubt. Aufgrund der in EMZ eingesetzten Mikroprozessortechnik lassen sich die Meldergruppen je nach Wunsch oder Notwendigkeit als Meldergruppe für Einbruchmelder, als Verschluss-, Sabotage- oder Überfallmeldergruppe programmieren.


Anzeige- und Bedieneinrichtungen

Bedienteile von Einbruchmelderzentralen. Fotos: Links und Mitte TELENOT, rechts Honeywell security / aus: Peter Fasold: "Elektronische Überwachung - Überfall- und Einbruchmeldeanlagen"
Wichtiger Bestandteil einer EMZ sind die Anzeige- und Bedieneinrichtungen, die in das Zentralengehäuse integriert oder von der Zentrale abgesetzt sein können. Im Zeitalter von Internet und Smartphone lassen sich diese Anzeigen weltweit aufs Handy übertragen, soweit man ein Netz hat.

An diesen Anzeige- und Bedieneinrichtungen können leicht verständliche Hinweise über Art und Ort der Alarmmeldung abgelesen werden.


Einbruchmelder

Melder (Einbruchmelder), haben die Aufgabe, einen Angriff auf die Bereiche, die sie überwachen, zu erkennen und der EMZ zu melden.

An Meldern unterscheidet man grundsätzlich nur zwei Arten, nämlich die automatischen und nichtautomatischen Melder.


Automatische Melder

Als automatischer Melder wird jede Einrichtung bezeichnet, die beim Eintreten eines Ereignisses, welches der Melder erkennt, ohne willentliche Einwirkung durch die auslösende Person eine Meldung an die EMZ absetzt.


Nichtautomatischer Melder

Nichtautomatische Melder sind alle Einrichtungen, die Personen in die Lage versetzen, im Falle einer erkannten Gefahr, Hilfe herbeizurufen. Ein Beispiel hierfür sind die Notrufeinrichtungen von Überfallmeldeanlagen.


Allgemeine Installationshinweise:

Für alle Klassen:

  • Installation nur innerhalb von Sicherungsbereichen.
  • Einzelidentifizierung bei Meldern mit aktiven elektronischen Bauteilen (z.B. Glasbruchmelder).
  • Montage nur auf baulich einwandfreiem, festem Untergrund.
  • Befestigung mit Schrauben! Ausnahmen nur, wenn im Anerkennungsbescheid des Melders vermerkt (z.B. Glasbruchmelder).


Energieversorgung

Für die Energieversorgung von Einbruchmelderzentralen sind zwei Energiequellen erforderlich, von denen jede in der Lage sein muss, die Zentrale sowie die angeschlossene Peripherie leistungsmäßig uneingeschränkt zu betreiben. Eine Energiequelle ist das Wechselstromnetz mit 230 V, die andere (Notstromversorgung) ist ein anlageneigener Akkumulator, welcher bei Netzstörung automatisch und unterbrechungsfrei die Anlage in Betrieb hält. Die erforderliche Überbrückungszeit regeln die einschlägigen Vorschriften. In Deutschland sind dies die DIN VDE 0833, Teil 3, sowie die VdS-Richtlinien 2311.

Die Kapazität der Notstromversorgung richtet sich dabei nach der jeweiligen Klasse der EMA.

Klasse A = 12 Stunden
Klasse B und C = 60 Stunden *

* Wenn die Störung der Netzstromversorgung an eine ständig besetzte Stelle weitergeleitet und der Zutritt zum überwachten Objekt für den Instandhaltungsdienst jederzeit möglich ist, genügen auch 30 Stunden.

Hinzuzurechnen ist der Energiebedarf, den die Alarmierungseinrichtungen für die Alarmgabe benötigen.


Bustechnik

Gebäudegrundriss mit Aufbau einer Datenbusanlage / aus: Peter Fasold: "Elektronische Überwachung - Überfall- und Einbruchmeldeanlagen"
Inzwischen gängige Technik sind Einbruchmelderzentralen in Datenbustechnik. Bei ihnen ist nur noch, je nach System, ein 2- bis 4-adriges Ringleitungsnetz erforderlich, durch welches die einzelnen Baugruppen mit Energie versorgt sowie der Datenaustausch zwischen den angeschlossenen Geräten durchgeführt wird. Die neben stehende Grafik soll den Aufbau einer Datenbusanlage verdeutlichen:

Aktive Bauteile wie Bewegungsmelder, Anzeigen und Schaltmodule sind mit "hochintelligenter" Elektronik ausgestattet. Sie werden direkt mit der Datenbusleitung verbunden.

Passive Bauteile wie Magnetkontakte, Glasbruchmelder etc. werden an einem speziellen Meldergruppenmodul angeschlossen. Die in diesem Meldergruppenmodul enthaltene Elektronik übernimmt die Stromversorgung sowie den Datenaustausch über die Datenbusleitung.

Aktive Bauteile und Meldergruppenmodule müssen für die Einbruchmelderzentrale entsprechend ihrem Installationsort adressiert werden, wodurch es dem Betreiber einer solchen Einbruchmeldeanlage möglich ist, festzustellen, welcher Melder z.B. einen Alarm ausgelöst hat.

Datenbusmelder verschiedener Hersteller. Bildgestaltung: Astrid Fasold / aus: Peter Fasold: "Elektronische Überwachung - Überfall- und Einbruchmeldeanlagen"
Eine bestehende Datenbusanlage ist auch später problemlos erweiterbar, da an der Datenbusleitung an jeder gewünschten Stelle eine Stichleitung oder weitere aktive Bauteile bzw. Meldergruppenmodule angeschlossen werden können.

Aufgrund der rasanten Weiterentwicklung u.a. auch in der Mikroprozessortechnik ist es zwischenzeitlich auch möglich, kleine Bauteile wie Magnetkontakte oder Glasbruchsensoren in Datenbustechnik herzustellen und direkt an den Datenbus anzuschließen. Dies wurde möglich mit dem neuen Chip von Bosch. Vor einigen Jahren etablierte Bosch mit der Entwicklung und Einführung des Lokalen Sicherheitsnetzwerkes LSN einen neuen Standard im Bereich der Sicherheitssysteme, der zwischenzeitlich auch von anderen führenden Herstellern verwendet wird. Es entstand nicht nur ein flexibles und ausbaufähiges Sicherheitssystem für alle Gefahrenmeldearten, sondern auch die technische Basis, um Brand und Notruf in einem System zu kombinieren

Der nur 26mm² kleine LSN Chip fasst die Schnittstelle zum LSN-Sicherheitsbus und die Elektronik für das gesamte Kommunikationsmanagement sowie den erforderlichen Überspannungsschutz zusammen und reduziert die Anzahl der benötigten Bauteile bei der Ankopplung von Meldern und Sensoren an das LSN von fast 40 auf drei. Dieser Entwicklung ist es zu verdanken, dass zwischenzeitlich fast jeder Einbruchmelder in „LSN-Technik“ zur Verfügung steht, wie die neben stehende Abbildung zeigt.


Funktechnik

Seit 1995 gibt es VdS-anerkannte Einbruchmeldeanlagen (Klasse A), die auf Funkbasis arbeiten. Die ersten Hersteller für solche anerkannten Funkalarmanlagen waren die Firmen SAT-Alarm und Grundig. Inzwischen haben viele Hersteller solche Funkalarmanlagen im Programm.

Hybrid-System (VdS BC) mit Bedienteilen Funk + Bus. Foto: Atral-Secal / aus: Peter Fasold: "Elektronische Überwachung - Überfall- und Einbruchmeldeanlagen"
Aber auch diese Funkalarmanlagen kommen ohne Kabel nicht aus. So muss die EMZ an das 230-Volt-Netz angeschlossen werden. Ebenfalls verkabelt sein müssen die externen Signalgeber sowie die Schalteinrichtung, entweder direkt zur EMZ oder zu einer Funkunterzentrale.

Sofern Einbruchmelder wie Magnetkontakte oder Glasbruchmelder angeschlossen werden, sind auch hier Kabel, auf jeden Fall bis zum Funkverteiler, erforderlich. Dies gilt auch für andere kleine Geräte, in die kein Funksender/-empfänger integriert werden kann. Im Vergleich mit verkabelten Einbruchmeldeanlagen bei gleichem Überwachungsvolumen sind auch nach 18 Jahren anerkannte Funkalarmanlagen immer noch teurer.

Ein Anforderungsprofil für Funkalarmanlagen der Klasse B wurde zwischenzeitlich erarbeitet. Seit der Security 2002, als der erste Hersteller eine Anerkennung für sein System bzw. seine Geräte erhielt, sind keine weiteren Hersteller mit Funk Klasse B auf dem Markt erschienen, die ausschließlich bzw. überwiegend auf Funk basieren. Es gibt aber inzwischen zwei weitere Unternehmen (Securiton AG und Hager Security SAS), die anerkannten Funk nach Klasse B anbieten können, diese aber als sogenannte Hybrid-Technologie, also vorrangig festverdrahtet mit zusätzlichen Funkkomponenten.

Dies dürfte auch die Zukunft in der Zentralentechnik sein, denn auch die Fa. Atral-Secal hat inzwischen eine EMZ auf den Markt gebracht, die verdrahtet Klasse C und Funk Klasse B miteinander vereint.


Besondere Installationshinweise

Klasse A:

  • Die EMZ darf von unberechtigten Personen möglichst nicht als solche erkannt werden können.

Klasse B und C:

  • Wie Klasse A
  • Montage auf
- Innenwand oder
- Außenwand in besonders fester Bauweise (Ziegel-, Kalksandstein, Hohlblocksteine) gleich/größer 240 mm, (Stahlbeton) gleich/größer 200 mm oder
- Durchbruchüberwachung der Wand (wenn geringer)
  • Installation im Überwachungsbereich von vorzugsweise Bewegungsmeldern.
  • Bei mehreren unabhängigen Bereichen zuerst Scharfschaltung des Bereiches, in dem sich die EMZ befindet, erst dann dürfen die anderen Bereiche scharf geschaltet werden können.
  • Plombieren aller Gehäuseteile.[1]


Vorschriften / Normen

  • VdS 2195 VdS-Richtlinien für Einbruchmeldeanlagen - Energieversorgungsgeräte der Klasse A – Anforderungen Ausgabedatum: 2001-04
  • VDE 0830-1-4 Alarmanlagen - Teil 4: Elektromagnetische Verträglichkeit - Produktfamiliennorm: Anforderungen an die Störfestigkeit von Anlageteilen für Brandmeldeanlagen, Einbruch- und Überfallmeldeanlagen, Video-Überwachungsanlagen, Zutrittskontrollanlagen sowie Personen-Hilferufanlagen; Deutsche Fassung EN 50130-4:2015 Ausgabedatum: 2015-04
  • VDE 0830-2-1 Alarmanlagen - Einbruch- und Überfallmeldeanlagen - Teil 1: Systemanforderungen; Deutsche Fassung EN 50131-1:2006 + A1:2009 Ausgabedatum: 2010-02
  • VDE 0830-2-1 Beiblatt 1 Alarmanlagen - Begriffe und Begriffsbestimmungen; Deutsche Fassung CLC/TR 50531:2009 Ausgabedatum: 2010-04
  • VDE 0830-2-6 Alarmanlagen - Einbruch- und Überfallmeldeanlagen - Teil 6: Energieversorgungen; Deutsche Fassung EN 50131-6:2008 Ausgabedatum: 2008-10
  • Neu: VDE 0830-2-6/AA Norm-Entwurf Alarmanlagen - Einbruch- und Überfallmeldeanlagen - Teil 6: Energieversorgungen; Deutsche Fassung EN 50131-6:2008/prAA:2011 Ausgabedatum: 2011-07
  • VDE 0833-1 Gefahrenmeldeanlagen für Brand, Einbruch und Überfall - Teil 1: Allgemeine Festlegungen Ausgabedatum: 2009-09
  • VDE 0833-3 Gefahrenmeldeanlagen für Brand, Einbruch und Überfall - Teil 3: Festlegungen für Einbruch- und Überfallmeldeanlagen Ausgabedatum: 2009-09

Einzelnachweis

  1. Quelle: Peter Fasold: "Elektronische Überwachung" - Überfall- und Einbruchmeldeanlagen


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 13. April 2015 um 11:59 Uhr von Thomas Lowien geändert. Basierend auf der Arbeit von Peter Hohl, Peter Fasold, Admin, Joëlle Pohlai und Redaktion.

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