Einbruchhemmende Fenster

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"Einbruchhemmung ist die Eigenschaft eines Fensters (Türe, Vorhangfassade, Gitter oder Abschluss) dem Versuch, sich gewaltsam Zutritt in den zu schützenden Raum oder Bereich zu verschaffen, Widerstand zu leisten" (DIN EN 1627). Einbruchhemmende Fenster sind also Bauteile, die neben den üblichen Funktionsaufgaben Einbruchsversuchen einen definierten Widerstand entgegensetzen.

Aufhebelversuch an einem einbruchhemmenden Fenster. (Foto: Pax Fenster und Türen)

Normen und Richtlinien

Dieser Widerstand kann nach drei Regelwerken näher bestimmt werden: Nach der Richtlinie AhS-Beschlag der Gütegemeinschaft Schlösser und Beschläge in Velbert, nach der Europäischen Norm EN 1627 bis 1630 oder nach der VdS-Richlinie 2534 für Einbruchhemmende Fassadenelemente.


Richtlinie 3/II AhS-Beschlag

Die Richtlinie 3/II AhS-Beschlag der Gütegemeinschaft Schlösser und Beschläge beschreibt die Aushebel-Schutz-Prüfung von Dreh- und Drehkippbeschlägen zum Schutz gegen Angriffe mit einem Schraubendreher. Sie bezieht sich nicht auf das gesamte Fenster, sondern ausschließlich auf den Beschlag eines Fensters und dessen Sicherung gegen Aushebeln oder unbefugtes Verschieben von der Angriffsseite.

Die Richtlinie unterscheidet zwei Klassen:

  • AhS Standard entspricht dem Angriff mit einem Schraubendreher mit 8 mm Klingenbreite, der mit einem Drehmoment von 200 Nm auf den Beschlag einwirkt.
  • Bei AhS Extra geht man von einem ebenfalls genormten Schraubendreher mit 14 mm Klingenbreite aus, hier wird der Beschlag mit einem Drehmoment von 300 Nm belastet.

Weitere direkte Anforderungen an Details wie z.B. die Verglasung, Anbohrschutz oder die Montage des einbruchhemmenden Fensters werden hier nicht gestellt. Insbesondere wird keine Aussage über die für die Einbruchhemmung sehr kritische Befestigung der Beschlagsteile an Flügel- und Blendrahmen gestellt. Die AhS-Richtlinien unterscheiden sich damit von den anderen Regelwerken, die sich stets auf das gesamte Fenster beziehen.


DIN EN 1627 bis 1630

Die nationale Umsetzung der europäischen Normenreihe ENV 1627 bis 1630 wurde am 1. September 2011 veröffentlicht. Nach über elfjähriger Bearbeitungszeit ersetzt sie die bisherige Vornormenreihe DIN V ENV 1627 aus dem Jahr 1999, sowie die bisherige Norm zur Prüfung einbruchhemmender Gitter DIN 18106 aus dem Jahre 2003. In der DIN EN 1627 werden Anforderungen und Klassifizierungen einbruchhemmender Bauelemente beschrieben. Die ergänzenden Normen DIN EN 1628 bis DIN EN 1630 setzen diese Anforderungen in konkrete Prüfverfahren um. DIN EN 1628 beschreibt die durchzuführende statische Prüfung und DIN EN 1629 die dynamische Belastungsprüfung. Der manuelle Prüfablauf wird in der DIN EN 1630 beschrieben. Diese Normenreihe behandelt nun neben Fenstern, Türen und Abschlüssen auch Vorhangfassaden und Gitterelemente.

Widerstandsklassen

Unterschied die Vornorm noch zwischen sechs Widerstandsklassen (WK1 bis WK6), so wurde der DIN EN 1627 eine weitere Klasse (RC2N) hinzugefügt. Zur besseren Unterscheidung zwischen Vornorm und endgültiger Norm werden die Widerstandsklassen zukünftig mit der Kurzbezeichnung RC1N bis RC6 benannt. "RC" leitet sich vom englischen Begriff für Widerstandsklasse "Resistance Class" ab.

In den beiden unteren Widerstandsklassen RC1N und RC2N wird seitens der EN 1627 keine Anforderung an die Ausführung der Verglasung gestellt. Solche Anforderungen können national (daher das Suffix "N") durch die Mitgliedsstaaten geregelt werden. In der deutschen Fassung DIN EN 1627 wurde diesbezüglich auf weiterführende Anforderungen verzichtet (weshalb das Suffix "N" auch landläufig als "No requirement" - keine Anforderung ausgelegt wird). In anderen Mitgliedsstaaten, beispielsweise Österreich, bestehen jedoch auch in der RC1N und RC2N bereits Mindestanforderungen an die Verglasung.

RC1N

Bauteile der Widerstandsklasse RC1N weisen lediglich einen begrenzten bis geringen Grundschutz gegen Aufbruchversuche mit körperlicher Gewalt oder einfachen Hebelwerkzeugen auf. Somit eignen sich Elemente dieser Widerstandsklasse vorwiegend als Vandalismusschutz. In der Einsatzempfehlung des deutschen Vorwortes der DIN EN 1627 wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass "Bauteile dieser Widerstandsklasse nur geringen Schutz gegen Einsatz von Hebelwerkzeugen" aufweisen und dass "der Einsatz der Widerstandsklasse RC1N nur bei Bauteilen empfohlen" wird, "bei denen kein direkter Zugang (nicht ebenerdiger Zugang) möglich ist".

Die Prüfanforderungen an Elemente der Widerstandsklasse 1 beschränken sich in der Hauptsache auf die statische und die dynamische Prüfung. Eine manuelle Prüfung nach DIN EN 1630 wird nicht durchgeführt. Auch an die Verglasung wird im Gültigkeitsbereich der deutschen Fassung DIN EN 1627 keine direkte Anforderung gestellt.

Im Gegensatz zur Vornorm wurden jedoch die Anforderungen der statischen Prüfung und auch der dynamischen Prüfung in der Widerstandsklasse 1 deutlich verschärft. In der statischen Prüfung werden neben den statischen Lasten orthogonal zur Fensterebene zusätzliche Lasten in der Beschlagsebene aufgebracht. Hierdurch lassen sich reale Hebelverhältnisse besser abbilden. Die dynamische Stoßprüfung wird nun mit Hilfe eines neuen Stoßkörpers mit einem Gewicht von 50 kg durchgeführt. Hiermit lassen sich trotz reduzierter Fallhöhe größere dynamische Lasten auf das Element aufbringen.

Durch die erhöhten Prüfanforderungen in der Widerstandsklasse 1 korrespondieren geprüfte Elemente der Klasse WK1 nicht mit Elementen der Klasse RC1N. Eine direkte Zuordnung ist also nicht möglich.

RC2N

Hierbei handelt es sich um ein RC2-Element nach DIN EN 1627, welches jedoch über eine abweichende Verglasung verfügt. An die Verglasung selbst bestehen keine Anforderungen. Alle weiteren sicherheitsrelevanten Aspekte, vor allem auch die Sicherung der Glasanbindung, müssen jedoch identisch mit dem RC2-Element ausgeführt werden.

RC2

Einbruchhemmende Elemente der Klasse RC2 erschweren das Aufbrechen mit einfachen Hebelwerkzeugen wie Schraubendrehern, Zangen und Keilen.

Elemente dieser Widerstandsklasse werden zusätzlich einer manuellen Einbruchprüfung unterzogen und müssen einem Angriff mit definierten Werkzeugen (Schraubendreher, Zangen, Keile) über eine Widerstandszeit von mind. 3 Minuten standhalten. Eine solche Prüfung wird immer an zwei Prüfkörpern durchgeführt. Am ersten Prüfkörper wird die Vorprüfung durchgeführt. Hierbei wird jede mögliche Schwachstelle an einem Element einzeln über die volle Widerstandszeit geprüft. Die Anzahl der einzelnen Schwachstellenanalysen ist nicht begrenzt. Nach abgeschlossener Vorprüfung wird der zweite Prüfkörper für die Hauptprüfung verwendet. Dabei werden die Erkenntnisse aus der Vorprüfung herangezogen, um von einer möglichen Schwachstelle aus das Element innerhalb der Widerstandszeit zu überwinden.

Über die Korrelationstabelle in DIN EN 1627 lassen sich geprüfte Elemente der Widerstandsklasse WK2 direkt Elementen der Widerstandsklasse RC2 zuordnen.

RC3

Einbruchhemmende Elemente der Klasse RC3 erschweren auch das Aufbrechen mit zusätzlichen Werkzeugen, wie einem weiteren Schraubendreher und einem Brecheisen.

Die notwendige Mindestwiderstandszeit solcher Elemente liegt bei 5 Minuten.

Über die Korrelationstabelle in DIN EN 1627 lassen sich geprüfte Elemente der Widerstandsklasse WK3 direkt Elementen der Widerstandsklasse RC3 zuordnen.

RC4 bis RC6

Einbruchhemmende Elemente ab der Widerstandsklasse 4 setzen auch dem Einsatz weiterer Werkzeuge, wie Schlagaxt, Stemmeisen, sowie ab RC5 auch Elektrowerkzeugen wie Bohrmaschinen, Winkelschleifern und Sägen einen definierten Widerstand entgegen. Infolge der sehr aufwändigen und schweren Konstruktionen, des hohen Preises und der erforderlichen großen Ansichtsbreiten der Profile findet man solche Elemente nur sehr selten im Wohn- und Bürobereich.

Über die Korrelationstabelle in DIN EN 1627 lassen sich geprüfte Elemente der Widerstandsklassen WK4 und WK5 direkt Elementen der Widerstandsklasse RC4 und RC5 zuordnen. Elemente der Widerstandsklasse WK6 bedürfen einer Ergänzungsprüfung zur Klassifizierung nach RC6.

Widerstandsklassen nach DIN EN 1627


Werkzeugsatz


Widerstandszeit/
(Gesamtprüfzeit)
(min.)

Widerstandsklassen nach
DIN V ENV 1627


RC1N


A1


Keine manuelle Einbruchprüfung


----------


RC2N / RC2


A2


3 / (15)


WK2


RC3


A3


5 / (20)


WK3


RC4


A4


10 / (30)


WK4


RC5


A5


15 / (40)


WK5


RC6


A6


20 / (50)


----------


Tabelle 1: Manueller Einbruchversuch, Vergleich zur DIN V ENV 1627


Belastungspunkt
Spaltlehre
RC1N,
RC2N,
RC2
RC3
RC4
RC5
RC6
Füllungsecken
B (25 mm)
3,0 kN
6,0 kN
10,0 kN
15,0 kN
15,0 kN
Flügelecken
B (25 mm)
1,5 kN
3,0 kN
6,0 kN
10,0 kN
10,0 kN
Verriegelungspunkte
A (10 mm)
3,0 kN
6,0 kN
10,0 kN
15,0 kN
15,0 kN
Hochheben
A (10 mm)
3,0 kN
6,0 kN
10,0 kN
15,0 kN
15,0 kN


Tabelle 2: Überblick über die statischen Belastungswerte der DIN EN 1628


Widerstandsklasse
nach EN 1627

Fallhöhe
(mm)

RC1N
450
RC2N,RC2
450
RC3
750
RC4-RC6
keine dyn. Prüfung


Tabelle 3: Dynamische Prüfung nach EN 1629 mit einem 50 kg schweren Stoßkörper

VdS 2534

Grundlage der VdS-Richtlinie 2534 für einbruchhemmende Fassadenelemente war ursprünglich die geplante DIN 18660, die an den europäischen Gremien gescheitert ist und daraufhin zurückgezogen wurde. Auch in dieser Richtlinie sind Mindestanforderungen und Prüfverfahren ähnlich der DIN V 1627 ff vier Klassen zugeordnet.


Konstruktionsmerkmale

Einbruchhemmende Fenster sollen Widerstand gegen verschiedenartigste Angriffe bieten: Die Konstruktionsmerkmale solcher Elemente liegen im Wesentlichen in der Geometrie der Profile, der Ausführung und Befestigung der Beschläge, der Glasanbindung sowie in der Verwendung von Zusatzteilen wie z.B. einem Anbohrschutz. Für die Widerstandsklassen 1 bis 3 sind Kunststoffprofile mit erhöhten Bautiefen und einem doppelwandig ausgebildeten Mittelsteg, wie er bei Mitteldichtungssystemen verwendet wird, recht effektiv. Durch den Mittelsteg wird ein direktes Angreifen des Beschlages erschwert. Die erhöhte Bautiefe verkürzt bei manuellen Einbruchversuchen den Hebelarm und verringert somit die auf den Beschlag wirkende Kraft. Der Beschlag kann durch den Einsatz von hintergreifenden Verriegelungen, wie z.B. Pilzkopfbolzen mit Sicherheitsschließteilen und durch verstärkte Befestigung der Beschlagsteile mit Flügel- oder Blendrahmen gegen Aushebeln gesichert werden. Ein abschließbarer oder arretierender Fenstergriff mit einem definierten Widerstand gegen Abdrehen und Abreissen beugt dem Verschieben des Beschlags vor. Gegen das Durchbohren des Flügelrahmens im Bereich des Griffes und Entriegeln von der Außenseite muss ein Bohrschutz z.B. aus gehärtetem Federstahl eingesetzt werden.

Der Einsatz von angriffhemmenden Verglasungen nach EN 356 (Tabelle 4) verhindert, dass die Fensterscheibe durchgangsfähig eingeschlagen oder aufgeschnitten wird.

Widerstandsklasse
nach DIN EN 1627

Verglasung nach
EN 356

Entspricht
Verglasung nach
DIN 52290

RC1N
-
-
RC2N
-
-
RC2
P4A
A3
RC3
P5A
-
RC4
P6B
B1
RC5
P7B
B2
RC6
P8B
B3


Tabelle 4: Zuordnung der angriffhemmenden Verglasung nach EN 356 zur Widerstandsklasse nach DIN EN 1627


Sinnvoll ist auch die Kombination von einbruchhemmenden Fenstern mit zusätzlichen elektronischen Absicherungen. Ab Werk können sie mit einer Anschlussmöglichkeit für EMA (Einbruchmeldeanlage) ausgestattet sein, die entweder für die Verschlussüberwachung und/oder die Öffnungsmeldung sorgen.

Prüfzeugnisse und Ausführungsüberwachung

Die Leistungsfähigkeit von einbruchhemmenden Fenstern nach der Richtlinie AhS-Beschlag wird durch ein Prüfzeugnis der Gütegemeinschaft Schlösser und Beschläge nur für den eingesetzten Beschlag dokumentiert.

Die einbruchhemmende Eigenschaft nach DIN EN 1627 bzw. nach DIN V ENV 1627 des dem Prüfinstitut vorgestellten Prüfkörpers, wird durch die Vorlage eines Prüfberichts in Kurzform für den jeweiligen Fenstertyp belegt. Wichtig ist, dass sich der Prüfbericht stets ausschliesslich auf das geprüfte Element bezieht. Der Prüfbericht benennt die für die Einbruchhemmung relevanten Daten (Material, Profilsystem, Beschlagsystem, Elementform, Öffnungsart, Baugröße, Verglasung, Griff etc.). Alle Abweichungen vom geprüften Element bedürfen einer sog. gutachtlichen Stellungnahme des Prüfinstituts.

Elemente, die mit Verweis auf die in der DIN EN 1627 bzw. DIN V ENV 1627 definierten Widerstandsklassen angeboten und verkauft werden, unterliegen einer Kennzeichnungspflicht mit den Angaben zur Widerstandsklasse, zum Prüfbericht und zum Produkt selbst. Weiterhin ist der Hersteller dazu verpflichtet, eine Werksbescheinigung mit Angaben zu jedem Element und dessen Widerstandsklasse auszuhändigen.

Sowohl die DIN V ENV 1627, als auch die endgültige DIN EN 1627 empfehlen im nationalen Vorwort grundsätzlich eine Fremdüberwachung der Produktion mit entsprechender Zertifizierung, z.B. "DIN-Geprüft" oder "ift-Zertifiziert"-Zeichen (http://www.ift-rosenheim.de/zertifizierung_aussentueren.php), um sicherzustellen, dass Elemente aus der laufenden Produktion in allen relevanten Merkmalen den zur Erlangung des Prüfzeugnisses vorgestellten Prüfmustern entsprechen. Auf den [[Polizei-Richtlinien |Empfehlungslisten der Kriminalpolizeilichen Beratungsstellen]] (http://www.polizei.bayern.de/schuetzenvorbeugen/beratung/technik/index.html/449) werden nur Produkte aus fremdüberwachter und zertifizierter Herstellung empfohlen.

Einbruchhemmende Fenster nach der VdS-Richtlinie 2534 werden durch das Führen des VdS-Zeichens sowie dauerhaft am Fenster selbst gekennzeichnet. Listen über die Hersteller einbruchhemmender Fenster und Fenstertüren führen sowohl VdS als auch die Kommission Polizeiliche Kriminalprävention.


Montage

Bei der Montage von einbruchhemmenden Fenstern ist auf die von den Herstellern vorgeschriebene druckfeste Hinterfütterung zwischen Blendrahmen und Laibung im Bereich der Befestigungen und Schließstellen zu achten. Die Montage darf ausschließlich mit den vom Hersteller vorgesehenen Befestigungsmitteln erfolgen. Sollte eine andere Form der Befestigung ausgeführt werden, so bedarf diese ebenfalls einer Prüfung. Die fachgerechte Montage eines DIN-geprüften Fensters ist durch das ausführende Unternehmen in einer Montagebescheinigung zu bestätigen.


Einteilung einbruchhemmender Fenster

Mutmaßliche Arbeitsweise des Täters DIN EN 1627 DIN V ENV 1627 DIN V 18054 VdS Widerstandsklasse AhS
Der Gelegenheitstäter versucht, das verschlossene und verriegelte Bauteil durch den Einsatz körperlicher Gewalt zu überwinden; Gegentreten, Gegenspringen, Schulterwurf o.Ä. RC1N
WK1
-
-
AhS
Der Gelegenheitstäter versucht, zusätzlich mit einfachen Werkzeugen wie z.B. Schraubendreher, Zange und Keile, das verschlossene und verriegelte Bauteil aufzubrechen RC2/RC2N
WK2
EF0/EF1
N
-
Der Täter versucht, zusätzlich mit einem zweiten Schraubendreher und einem Kuhfuß das verschlossene und verriegelte Bauteil aufzubrechen RC3
WK3
EF2
A
-
Der erfahrene Täter setzt zusätzlich Sägewerkzeuge und Schlagwerkzeuge - z.B. Schlagaxt, Stemmeisen, Hammer und Meißel - sowie eine Akku-Bohrmaschine ein RC4
WK4
EF3
B
-
Der erfahrene Täter setzt zusätzlich Elektrowerkzeuge wie z.B. Bohrmaschine, Stich- und Säbelsäge und Winkelschleifer ein RC5
WK5
-
C
-
Der erfahrene Täter setzt zusätzlich leistungsfähigere Elektrowerkzeuge wie z.B. Bohrmaschine, Stich- oder Säbelsäge und Winkelschleifer ein RC6
WK6
-
-
-

Tabelle 5: Grobe Kriterien für die Auswahl der Widerstandsklassen (Tätertyp, Täterverhalten) im Vergleich der einzelnen Normen. Achtung: Die einzelnen Klassen unterscheiden sich teilweise deutlich in den Detailanforderungen und sind daher nur bedingt miteinander vergleichbar.

Nachrüstung

Um ein vorhandenes Element nachträglich zu sichern (Nachrüstung (Fenster, Türen)), werden unterschiedliche Produkte angeboten. Diese werden entweder sichtbar oder in das Element eingelassen montiert. 1999 wurde mit der DIN 18104-1 eine Norm veröffentlicht, die Anforderungen, Prüfverfahren und Anordnung für aufschraubbare einbruchhemmende Nachrüstprodukte wie Zusatzschlösser, Stangenverschlüsse oder Querriegelverschlüsse beschreibt. Mit DIN 18104-2 ist 2002 eine weitere Prüfgrundlage für Nachrüstprodukte erarbeitet worden. Sie beschreibt Prüfkriterien in Anlehnung an die Widerstandsklasse 2 gemäß DIN V ENV 1627 ff (s.o.) für im Falz eingelassene, einbruchhemmende Nachrüstprodukte (Drehkippbeschläge oder Hintergreifsicherungen). Diese Produkte ersetzten den ursprünglich vorhandenen in Rahmen und Flügel verdeckt eingebauten Beschlag. Die Nachrüstung ist also weitgehend "unsichtbar". Aus optischen Gründen und aufgrund der einfachen Handhabung wird eine Nachrüstung mit eingelassenen einbruchhemmenden Beschlägen einer Nachrüstung mit aufschraubbaren Produkten oft vorgezogen. Somit stehen zukünftig für den kompletten Produktbereich der mechanischen Sicherheitstechnik (für aufschraubbare und für im Falz eingelassene Produkte) Prüfgrundlagen zur Verfügung. Eine Vergleichbarkeit von Produkten ist somit sichergestellt. Da die Materialqualität (z.B.: Profilwandstärken, Holzrohdichte, Querschnitte und Stärken der Stahlverstärkungen) und Konstruktionsmerkmale (z.B.: Profilgeometrie, Falzgeometrie und Dichtungsanordnung) der im jeweiligen Objekt befindlichen Elemente nicht als bekannt und gleich vorausgesetzt werden können, ist eine gewisse Unsicherheit bezüglich der Befestigung der Beschlagsteile an den Rahmen- und Flügelprofilen nicht zu vermeiden. Deshalb werden in den Nachrüstnormen keine die WK 2 übersteigenden Anforderungen behandelt.


Entwicklung der Produktnormen

Die DIN V ENV 1627 ff wurde 1999 als deutsche Ausgabe der europäischen Vornorm prEN 1627 ff verabschiedet. Da es sich um eine relativ neues Normungsfeld handelte, wurde zunächst nur eine Vornorm geschaffen, die nach dem Vorliegen praktischer Erfahrungen und entsprechender Korrekturwünsche in eine Norm überführt werden sollte. Seit 2003 wurde auf nationaler und europäischer Ebene an einer revidierten Fassung gearbeitet. Ein erster Entwurf (EN 1627 ff.) wurde 2006 von dem auf europäischer Ebene zuständigen Ausschuß CEN/TC 33 aufgrund divergierender Ansichten der Vertreter der verschiedenen Länder abgelehnt. Die endgültige Fassung der EN 1627 ff. wurde vom CEN im Dezember 2010 angenommen. Die Umsetzung in nationale Normen und die Zurücknahme entgegenstehender nationaler Normen muss in den Mitgliedsstaaten innerhalb eines Jahres umgesetzt werden. Die deutsche Fassung DIN EN 1627 wurde im September 2011 veröffentlicht und ersetzt u.a. die bisherige DIN V ENV 1627.

Ein VdS-Prüfverfahren für Nachrüstsortimente an Fenstern und Türen ist im September 1997 erschienen und wurde 2008 aktualisiert (VdS 2536 : 2008-04).


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 14. Mai 2016 um 15:58 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Admin, Alexander Frank und Fritz Struth.

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