Durchbruchhemmende Abtrennungen

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Begriff aus der DGUV Vorschrift 25 (früher BGV C9 / GUV-V C9 bzw. UVV "Kassen") der gesetzlichen Unfallversicherer in Deutschland.


Einsatzmöglichkeiten

Durchbruchhemmende Abtrennungen dürfen für Kassenbereiche in Kreditinstituten anstelle der prinzipiell vorgeschriebenen durchschusshemmenden Abtrennungen verwendet werden,

  • wenn in öffentlich zugänglichen Bereichen mit Arbeitsplätzen mit griffbereiten Banknoten die ständige Anwesenheit von mindestens sechs Beschäftigten mit Blickkontakt gewährleistet ist. In diesem Fall ist ein Höchstbetrag griffbereiten Bargeldes von maximal € 50.000 pro Arbeitsplatz zulässig.
  • wenn zwar weniger als sechs, aber mindestens zwei Mitarbeiter mit Blickkontakt ständig anwesend sind, und wenn an ihren Arbeitsplätzen Behältnisse für zeitlich gestaffelte Betragsfreigabe eingesetzt werden. In diesem Falle dürfen bei Anwesenheit von 2-3 Mitarbeitern maximal € 10 000, bei Anwesenheit von 4-5 Mitarbeitern maximal € 15.000 griffbereit sein. Zur Nachversorgung müssen Zeitverschlussbehältnisse mit zeitlich gestaffelter Betragsfreigabe mit einer Sperrzeit jeder Stufe von mindestens 30 Sekunden vorhanden sein, wobei die Sperrzeit aller Stufen insgesamt jedoch mindestens 10 Minuten betragen muss. Zusätzlich sind Behältnisse mit mindestens 3 Minuten Sperrzeit möglich.


Maße

Durchbruchhemmende Abtrennungen, müssen mindestens 2,50 m hoch sein. Falls sie auf Schaltertischen aufgesetzt sind, müssen sie ab Oberkante Schaltertisch mindestens 2,10 m hoch sein. Bei kombinierten Ausführungen muss die höhere Abtrennung seitlich mindestens 1 m weitergeführt sein. In niedrigen Räumen, die die vorgeschriebenen Abmessungen nicht zulassen, darf der Abstand zwischen Abtrennung und Decke nicht größer als 20 cm sein.


Öffnungen

Vorgeschriebene Maße für durchbruchhemmende Abtrennungen (Grafik: Verwaltungsberufsgenossenschaft)
Die Sprech- und Durchreicheöffnungen dürfen ein Durchsteigen nicht zulassen. Dies wird erreicht, wenn die Abstände zwischen den Bauelementen bei senkrechten Öffnungen nicht mehr als 15 cm und bei waagrechten Öffnungen nicht mehr als 20 cm betragen. Ist die Öffnung so geformt, dass Glasteile frei in den Raum ragen ("Trompete"), verlangen die Unfallversicherer eine Klammer, die ein gewaltsames Vergrößern der Öffnung verhindert.


Material

Durchbruchhemmende Abtrennungen im Sinne der DGUV Vorschrift 25 dürfen aus Verbundsicherheitsglas sowie Scheiben auf Acryl- oder Polycarbonatbasis bestehen, die mindestens den Anforderungen der Widerstandsklasse P3A der europäischen Norm DIN EN 356 entsprechen. Zulässig sind auch feste Vergitterungen mit einer Mindestmaterialstärke von 8 mm.


Siehe auch




Diese Seite wurde zuletzt am 26. Juli 2014 um 08:33 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Admin.

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