Digitales Fernsprechnetz und ISDN

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

Anzeige
Wechseln zu: Navigation, Suche

Seit Ende der 1970er Jahre werden auch in den Fernsprechnetzen digitale Techniken eingesetzen. International wurde ein digitaler Sprachkanal von 64 kbit/sec genormt, d.h., das analoge Sprachsignal wird mit einer Abtastgeschwindigkeit von 64 kbit/sec in Form diskreter Einzelwerte nachgebildet und über die physikalische Leitung übertragen. Die digitalen Übertragungsgeräte arbeiten nicht mit Trägerfrequenztechnik (Frequenz-Multiplex), sondern mit Puls-Code-Modulation-Technik (Zeitmultiplex). Dabei werden auf einer physikalischen Leitung mehrere 64 kbit/s-Sprachkanäle durch Zeitüberlagerung gebildet. Es gibt digitale Übertragungssysteme für Richtfunk- und Kabelanlagen, durch die 30-1920 Sprachkanäle gebildet werden.

Wird in einem Fernsprechnetz mit digitalen Vermittlungs- und Übertragungseinrichtungen auch die Teilnehmer-Anschlussleitung digitalisiert, so entsteht das "Integrated Services Digital Network" (ISDN). Entsprechend der internationalen Normung wird in einem solchen Netz ein "transparenter 64 kbit/s-Kanal von Endgerät zu Endgerät" aufgebaut. Damit ist in diesem Netz nicht nur die Übertragung von Sprache, sondern auch von Daten, Text, Grafiken und Testbild möglich, d.h., die früher getrennten Kommunikationsformen können in diesem Netz - unter Verwendung des bereits verlegten Kupfernetzes - "integriert" werden. Man spricht von "Schmalband-Dienstintegration".

Im Gegensatz dazu steht die "Breitband-Dienstintegration" auf Glasfasernetzen, bei der auch noch das Bewegtbild (Videokonferenzen, Bildfernsprechen) hinzu kommt und bei der Bitraten von 2 Mbit/s bis 140 Mbit/s erforderlich sind.

Beim ISDN wird über einen getrennten Signalisierungskanal (D-Kanal mit 16 kbit/s) ein Basiskanal (B-Kanal) von 64 kbit/s von Endgerät zu Endgerät aufgebaut. Danach wird der D-Kanal freigeschaltet, und er kann zum Aufbau eines weiteren 64 kbit/s-Basiskanals zum gleichen oder einem anderen Teilnehmer genutzt werden. Auch der D-Kanal kann zwischen Endgerät und Ortsvermittlungsstelle getrennt zur Übertragung, z.B. von Fernwirkdaten, ausgenutzt werden.

Das ISDN gestattet nicht nur den Aufbau eines transparenten Basiskanals von 64 kbit/s, sondern es können gleichzeitig 2 Kanäle über die gleichen Anschlussleitungen aufgebaut werden.

Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 2. Februar 2011 um 12:03 Uhr von Oliver Wege geändert. Basierend auf der Arbeit von Admin und Redaktion.

Anzeigen