Datenträgervernichter

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Sofern die auf Magnetbändern/-platten, Disketten, CD-ROMs etc. gespeicherten Informationen nicht mehr benötigt werden, wird das Speichermedium i.d.R. nicht vernichtet, sondern lediglich einem Löschvorgang (Löschen von magnetischen Datentraegern) mittel eines speziellen Löschgerätes unterzogen.

Kann ein Datenträger vertraulichen Inhalts aufgrund eines Defekts nicht mehr gelöscht und neu überschrieben werden, so ist er unter Einsatz von Spezialgerät zu vernichten. Entsprechendes gilt für die Speichermedien auszusondernder IT-Komponenten (z.B. alte PC oder Laptops).

Verschlusssachen

Dabei ist zu beachten, dass für die Vernichtung von Festplatten, auf denen staatliche Verschlusssachen (Verschlusssachenregelung) gespeichert sind, die maximale Partikelgröße allenfalls 4 x 80 mm bzw. 320 mm² betragen darf (DIN EN 15713). Bei sensibleren Speicherinhalten (ab dem Verschlusssachengrad VS-VERTRAULICH) ist sogar nur noch eine Partikelgröße von 2 x 15 mm bzw. 30 mm² zulässig. Für die Vernichtung optischer Datenträger (CD, DVD) liegt sie zwischen höchstens 200 mm² (mittlere Sicherheitsanforderungen) und maximal 10 mm² (hohe Sicherheitsanforderungen). Bei der Vernichtung von Datenträgern mit besonders großer Speicherdichte wie beispielsweise Chipkarten (RFID und ähnlich) muss die "Schnipselgröße" besonders klein ausfallen; je nach Sicherheitsbedürfnis zwischen weniger als 1 mm² und unterhalb von 0,2 mm². Grundsätzlich gilt: Wenn irgend möglich, sollten sicherheitsempfindliche elektronische Medien vor dem Vernichtungsvorgang zusätzlich noch gelöscht oder zumindest mehrfach überschrieben werden. Dies bedeutet auf jeden Fall einen Sicherheitsgewinn.

Problemfälle

Für Datenträger auf Halbleiterbasis (USB-Sticks, SSD-Festplatten) gibt es derzeit keine geeigneten Geräte zur sicheren Vernichtung. Enthalten sie vertrauliche Inhalte im Sinne des staatlichenVerschlusssachenwesens, so kommt lediglich eine thermische Vernichtung in einer Verbrennungsanlage in Betracht.

Ergänzender Hinweis: Auch das BSI empfiehlt die oben genannten Partikelgrößen.

Thermische Vernichtung

Alternativ können die Datenträger auch thermisch vernichtet werden (Festplatten mindestens 15 Minuten bei einer Temperatur von mindestens 700° C, optische Datenträger mindestens 60 Minuten bei 300° C). Bei optischen Datenträgern ist ein Löschen nur bei den wiederbeschreibbaren CD-RW möglich (Löschen durch Überschreiben). Alle übrigen optischen Datenträger müssen mechanisch oder thermisch vernichtet werden, wenn die Daten unlesbar gemacht werden sollen.


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Siehe auch




Diese Seite wurde zuletzt am 12. August 2016 um 14:46 Uhr von Oliver Wege geändert. Basierend auf der Arbeit von Admin, Walter Opfermann und Willi Schneider.

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