Datensicherungsschrank

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Datensicherungsschrank für elektronische Datenträger (Disketten, Magnetbänder, Streamer- oder Giga Tapes und CDs) der Güteklassse S 120 DIS nach EN 1047-1
Foto: European Security Systems Association

Datensicherungsschränke dienen zur feuergeschützten Aufbewahrung von Informationsträgern aller Art. Es wird unterschieden zwischen Schränken zur Aufbewahrung von Informationsträgern aus Papier (Ordner, Hängemappen, Karteien usw.), Schränken für Magnetdatenträger (Magnetbänder, Magnetplatten usw.) und Filmen sowie Schränken zur Aufbewahrung von Sicherungsbändern, Disketten, CDs, DVDs oder anderen besonders empfindlichen Speichermedian, deren Schutzwert sich an den früher verbreiteten Disketten orientiert. Die Differenzierung rührt von der Isolationsfestigkeit her, d.h. dem Anstieg der Schrank-Innentemperatur bei einem Brand.

Konstruktionsmerkmale

  • Hochfeuerfeste Isolation
  • Sturzfeste Konstruktion, d.h. der Schrank muss seine feuerhemmenden Eigenschaften auch dann behalten, wenn er bei einem Brand durch die Decke herabstürzt oder Bauteile auf den Schrank fallen.
  • Bei geschlossener Türe wasserdampfdicht
  • Je nach Bauart Einfach- oder Doppeltüren, 1-flügelig oder 2-flügelig, Einschiebetüren
  • Ausführung auch als Schubladenschrank (ähnlich Registraturschrank)
  • Vorrichtungen für die Aufbewahrung verschiedenster Informationsträger

Datensicherungsschränke sind meist nur bedingt einbruchgeschützt. Der Einbruchschutz kann den Sicherheitsstufen S 1 und S 2 nach EN 14 450 sowie den Widerstandsgraden 0, I, II und III nach EN 1143-1 entsprechen.

Die Prüfungen von Datensicherungsschränken und Disketteneinsätzen erfolgen nach EN 1047-1, wobei folgende Güteklassen unterschieden werden (Der Verwendungszweck der Datensicherungsschränke wird durch die Zusatzbezeichnungen P, D und DIS definiert):

Güteklasse

maximale Temperaturerhöhung
im Schrankinnern


maximale Luft-
feuchtigkeit im Schrankinnern
S 60 P
(Papier)

150° K


-


S 120 P
(Papier)

150° K


-


S 60 D
(Datenträger)

50° K


85 %


S 120 D
(Datenträger)

50° K


85 %


S 60 DIS
(Disketten)

30° K


85 %


S 120 DIS
(Disketten)

30° K


85 %


Datensicherungsschrank S 120 DIS in der Sturzprüfung aus 9,15 m Höhe (Foto: European Security Systems Association))

Maßgeblich für die Typprüfungen von Datensicherungsschränken sowie Datensicherungsräumen und Datensicherungscontainern sind die Europäischen Normen EN 1047-1 bzw. EN 1047-2. Nach diesen Normen werden Brandprüfungen durchgeführt, die nachweisen, dass die jeweiligen Datensicherungsschränke, Datensicherungsräume und Datensicherungscontainer die vom Hersteller zugesicherten Eigenschaften erfüllen. Brandprüfungen nach EN 1047-1 und EN 1047-2 sind die Grundlage für die Erteilung des ECB·S-Produktzertifikats durch die European Certification Body (ECB) GmbH, Frankfurt/ Main.

Sonderformen: Kombination von Datensicherungsschränken der Güteklassen S 60 P oder S 120 P nach EN 1047-1 mit Einsätzen zur Aufbewahrung von Disketten (DI 60 P/DIS oder DI 120 P/DIS nach EN 1047-1).

In der Praxis haben sich Datensicherungsschränke nach EN 1047-1 zum Schutz von Datenträgern und Papierdokumenten aller Art bewährt. Allerdings genügen Datensicherungsschränke aufgrund des immer größeren Anwachsens der zu schützenden Datenbestände nicht mehr in allen Fällen den praktischen Anforderungen.

In diesen Fällen stehen Datensicherungscontainer und Datensicherungsräume zur Verfügung. Ähnlich wie ein Wertschutzraum ist ein Datensicherungsraum ein komplexes Sicherheitssystem mit zahlreichen Einzelteilen und Werkstoffkombinationen.


Datensicherungsraum

Datensicherungsraum nach EN 1047-2 (Bild: European Security Systems Association)

Datensicherungsräume müssen zur Aufbewahrung von Datenträgern den gleichen Brandschutz wie Datensicherungsschränke gewährleisten.

Als Datensicherungsräume im Sinne der Europäischen Norm EN 1047-2 gelten

  • Räume in Massivbauart, die Bestandteil eines Gebäudes sind und die zur Aufbewahrung von Datenträgern ausgekleidet werden,
    sowie
  • Räume, die nicht Bestandteil eines Gebäudes sind. Sie werden als selbstständige Konstruktionen in vorhandenen Räumen aufgebaut.

Bei Räumen in Massivbauart wird vorausgesetzt, dass die umgebenden Bauteile bestimmte Anforderungen nach EN 1365-1 und EN 1365-2 erfüllen. Dasselbe gilt für Decken, auf denen Räume als selbstständige Konstruktionen aufgebaut werden. Weitere Informationen erteilt die European Certification Body (ECB) GmbH.

Datensicherungsräume und Datensicherungscontainer, die die Anforderungen nach EN 1047-2 erfüllen, werden in die Güteklasse R 60 D bzw. C 60 D eingestuft. Hierin bedeuten: R = Raum; C = Container; 60 = 60 Minuten Beflammungszeit; D = Datenträger.

Über erfolgreiche Brandprüfungen wird vom Prüfinstitut ein Prüfungszeugnis ausgestellt. Die Prüfungszeugnisse dienen nur der ECB·S-Zertifizerung durch die European Certification Body (ECB) GmbH, Frankfurt/Main.

Durch die Zertifizierungsmarken werden die laufenden Fertigungsüberwachungen nach den Gütesicherungsverfahren EN 1047-1 für Datensicherungsschränke und und Disketteneinsätze sowie EN 1047-2 für Datensicherungsräume und Datensicherungscontainer nachgewiesen.

Datensicherungsschränke werden auch von VdS nach EN 1047-1 zertifiziert.


Datensicherungscontainer

Gemäß EN 1047-2 eine "als Ganzes oder in Modulbauteilen transportierbare Konstruktion, die den in dieser Norm festgelegten Feuerwiderstand bietet, sofern der Boden, auf dem sie errichtet wird, die Anforderungen an den Raumabschluss, die isolierende Wirkung und die Tragfähigkeit für die Dauer von 90 min nach EN 1365-2 erfüllt.

Der Boden des Datensicherungscontainers muss den in dieser Norm festgelegten Feuerwiderstand erfüllen sowie über die gleichen Schutzvorkehrungen wie die Wand- und Deckenkonstruktion gegen den Eintritt von Wasserdampf verfügen.

Anmerkung: Datensicherungscontainer unterscheiden sich insoweit von Datensicherungsschränken nach EN 1047-1, als dass sie Computerhardware beinhalten und deshalb über Abschottungen und Öffnungen verfügen" (Server-Safe).


Siehe übergeordnete Stichworte


Siehe auch




Diese Seite wurde zuletzt am 27. August 2012 um 14:46 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Markus Albert, Oliver Wege, Admin und Josef Reingen.

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