DIN EN 50518

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In den Jahren 2007-2010 vom technischen Kommittee 79/ Working Group 14 bei CENELEC (Comité Européen de Normalisation Electrotechnique) erarbeitete Euro-Norm für die europäische Alarmempfangsstelle.


Gliederung

Die Norm umfasst im Einzelnen die Teile
DIN EN 50518-1 Alarmempfangsstelle Teil 1: Örtliche und bauliche Anforderungen
DIN EN 50518-2 Alarmempfangsstelle Teil 2: Anforderungen an die technische Ausrüstung
DIN EN 50518-3 Alarmempfangsstelle Teil 3: Abläufe und Anforderungen an den Betrieb
Alle drei Teile sind bis zum August 2011 in deutscher Sprache veröffentlicht worden und mangels einer deutschen Vor-Norm unmittelbar sofort ohne Übergangsfristen anwendbar. Seit Oktober 2014 finden die überarbeiteten Teile Anwendung.

Geltungsbereich

Die DIN EN 50518 gilt für Alarmempfangsstellen, welche Signale überwachen und/oder empfangen und/oder verarbeiten, die eine umgehende Reaktion auf Notfälle erfordern. Der genaue Geltungsbereich ist auch in Fachkreisen umstritten. Unumstritten ist die Geltung für Einbruch- und Überfallmeldeanlagen. Für alle anderen Gefahrenmeldesysteme, wie z.B. Hausnotruf, Aufzugsnotruf, Zutrittskontrollsysteme, Video-Überwachungsanlagen, Brandmeldeanlagen u.s.w. wird vom nationalen Normungsgremium in Deutschland, das ist der AK 713.1.18 bei der DKE (Deutsche Kommission Elektrotechnik, Elektronik, Informationstechnik im DIN und VDE) empfohlen, eine Risikoanalyse vorzunehmen, die unter Punkt 4.1. der DIN EN 50518-1 gefordert wird.


Anforderungen

Die Anforderungen aus der DIN EN 50518 gelten als sehr rigide und streng. Sie liegen weit über denen, die in Deutschland für die VdS-anerkannte Notruf- und Service-Leitstelle galten. So ist der mechanische Schutz der Alarmempfangsstelle um durchschnittlich eine Sicherheitsstufe höher auszulegen. Die elektronischen Schutzmaßnahmen sind umfassend und schließen ausdrücklich auch das räumliche Umfeld der Alarmempfangsstelle mit ein. Für den Überspannungsschutz wird auf die Anforderungen nach DIN EN 62305 abgestellt und bei der Notstromversorgung auf die DIN IEC 62040-1.

Mindestens 2 qualifizierte Bediener müssen rund um die Uhr Dienst tun, viele organisatorische, datenschutztechnische und qualitätsorientierte Aspekte müssen berücksichtigt werden. Am Ende fordert die DIN EN 50518-3 unter Punkt 6 ein jährliches Audit gem. DIN EN 45011, also ein Produktaudit vor Ort durch die Prüfer einer akkreditierten Stelle.


Konsequenzen für VdS

Die deutschen Fachkreise arbeiten an einem umfassenden Richtlinien-Werk, das es erlaubt, normkonform Alarme und Meldungen innerhalb einer Sicherheitskette zu bearbeiten, in der Alarmdienst-Leitstellen und Interventionsdienst-Leitstellen auf vertraglicher Basis kooperieren und technisch hochwertig und sicher vernetzt sind.

Siehe hierzu:

  • VdS 3137 (Alarmempfangsstellen)
  • VdS 3138 (Notruf- und Service-Leitstellen)
  • VdS 3534 (Gefahrenmanagement-Systeme)
  • VdS 2172 (Interventionsdienst-Leitstellen))

Mit den ersten Veröffentlichungen ist Ende 2011 zu rechnen; bis Mitte 2012 sollen alle Richtlinien komplett vorliegen. Ende 2015 laufen die letzten Anerkennungen gem. VdS 2153 (alte Notruf- und Service-Leitstelle) aus.


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 13. April 2015 um 12:14 Uhr von Thomas Lowien geändert. Basierend auf der Arbeit von Admin und Wolfgang Wüst.

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