DIN 77200 Sicherungsdienstleistungen - Anforderungen

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Die DIN 77200 legt Anforderungen an die Organisation, Personalführung und Arbeitsweise eines Unternehmens zur Erbringung von Sicherungsdienstleistungen fest. Sie gibt Qualitätskriterien für die Vergabe von Sicherungsdienstleistungen durch öffentliche und private Auftraggeber bzw. Nachfrager vor.

Auswahlkriterien

Soweit der Zuschlag gemäß Dienstleistungsrichtlinie der EU (Richtlinie 92/50/EWG des Rates) auf das "wirtschaftlich günstigste Angebot" erfolgt und nicht ausschließlich auf das Kriterium des "niedrigsten Preises" abgestellt wird, ist die Norm geeignet, als Anleitung zur Auswahl und nachvertraglichen Prüfung des geeignetsten Auftragnehmers von Sicherungsdienstleistungen zu dienen. Sicherungsdienstleistungen, bei denen die Vergabekriterien so ausgestaltet sind, dass der Preis wichtiger als die Qualität bzw. der Preis von höchster Bedeutung ist, werden durch diese Norm nicht erfasst. Entsprechend der Norm können Sicherungsdienstleistungen nach drei unterschiedlichen Leistungsstufen qualifiziert werden.

  • Stufe 1: "Qualität und Preis sind von gleicher Wichtigkeit"
  • Stufe 2: "Qualität ist wichtiger als der Preis, aber der Preis bleibt relevant"
  • Stufe 3: "Qualtität ist von höchster Bedeutung, der Preis ist ein zweitrangiger Belang"
Qualitätsmerkmale der drei Leistungsstufen
Merkmale Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3
Gewerbepraxis bis 3 Jahre ≥ 3 Jahre ≥ 3 Jahre
Liquiditätsnachweis ≥ 100.000 € ≥ 200.000 € ≥ 300.000 €
QM-System eingeführt zertifiziert rezertifiziert
Einsatzleitung mit Führungspersonal für die Zeitdauer der SDL 24 h täglich 24 h täglich
Verstärkung vor Ort 3 Stunden 2 Stunden 1 Stunde
Qualifikation des Personals Grundbefähigung Leitungen IHK-WFK alle IHK-WFK

Quelle: TÜV Rheinland/LGA InterCert[1]


Änderungen 2008

Die DIN 77 200 wurde im Mai 2008 in überarbeiteter Fassung neu herausgegeben. Die wesentlichsten Änderungen sind:

  1. Anpassung der Terminologie insbesondere an die auch im Frühjahr 2008 veröffentlichte europäische Norm DIN EN 15602 Sicherheitsdienstleister/Sicherungsdienstleister - Terminologie.
  2. Spezifizierung des Anwendungsbereichs
  3. Aussagen zum Problem der sog. Konformitätsbewertung: Anwendungszweck dieser Norm ist es nicht, Grundlage für Konformitätsbewertung (Zertifizierung) zu sein.
  4. Die bisherigen Detailanforderungen zu Geld- und Wertdiensten wurden gestrichen, dafür wurden die Sicherheitsvorschriften der Bundesvereinigung Deutscher Geld- und Wertdienste (BDGW) aufgenommen.


Vorgeschichte

Am 27. Mai 2004 hatte in Berlin die Arbeitsgruppe mit der Bezeichnung CEN/BT/TF 167 "Security Services" ihre Arbeit aufgenommen. Ursprüngliches Ziel war es, eine einheitliche Europäische Norm vorzulegen. Das war auf Grund großer nationaler Unterschiede nicht möglich, man verständigte sich deshalb auf ein sogenanntes Terminologieprojekt. Dieses Projekt wurde im Juni 2007 fertiggestellt. Im Frühjahr 2008 wurde die europäische Norm DIN EN 15602 Sicherheitsdienstleister/Sicherungsdienstleister - Terminologie vorgelegt. Damit liegt erstmals eine Norm für die europäischen Sicherheitsdienstleister vor. Die Arbeitsgruppe ging auf eine deutsche Initiative zurück und stand unter deutscher Federführung. Obmann war der Hauptgeschäftsführer des BDWS Dr. Harald Olschok. In der Arbeitsgruppe waren bei Gründung Fachleute aus zehn europäischen Staaten vertreten.

DIN 77200 und EN DIN 15 602 sind über den "Beuth Verlag, 10772 Berlin", zu beziehen. Zu weiteren Normenbezugsquellen, Auslegestellen siehe Verweise.


Einzelnachweis

  1. http://www.lga-intercert.com/dienstleistungen/70-din-77200-sicherungsdienstleistungen


Siehe auch




Diese Seite wurde zuletzt am 30. November 2016 um 14:18 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Admin und Harald Olschok.

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