D-Kanalfilter

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Ein D-Kanalfilter ist technisch gesehen quasi eine ISDN-Firewall. Die praktische Bedeutung ist auf Grund der technischen Entwicklung allerdings stark zurückgegangen.


Bei Verwendung von ISDN erfolgt die Steuerung der zwei Datenkanäle über einen Steuerungskanal (D-Kanal). Über diesen Kanal werden, neben dem Auf- und Abbau der eigentlichen Verbindung, auch Leistungsmerkmale übertragen und Dienste für Rufnummern signalisiert. Durch Manipulation der Steuerungsinformationen im D-Kanal kann es zu einer unberechtigten oder missbräuchlichen Benutzung dieser Leistungsmerkmale und Dienste kommen. Im Rahmen von eingerichteten Fernwartungs- und -administrationszugängen per ISDN kann zusätzlich ein Angriff mit dem Ziel des Einbruchs in angeschlossene IT-Systeme gestartet werden.


Der D-Kanalfilter wird zwischen ISDN-Anschluss und ISDN-TK-Anlage/ISDN-Endgerät eingesetzt. Er analysiert die Steuerungsinformationen im D-Kanal hinsichtlich unzulässiger Parameter und ist damit grundsätzlich in der Lage, Manipulationsversuche zu verhindern.


Obwohl der D-Kanalfilter in den IT-Grundschutzkatalogen des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) aufgelistet ist, nimmt die Notwendigkeit eines Einsatzes (insbesondere durch den zunehmenden Ersatz der klassischen Telefonie durch Voice over IP (VoIP) sowie der Schaltung von breitbandigen Fernwartungszugängen über Internet mittels VPN) immer weiter ab.

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Siehe auch




Diese Seite wurde zuletzt am 1. Februar 2011 um 13:15 Uhr von Oliver Wege geändert.

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