Cybermobbing

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Unter Cybermobbing (auch Internet-Mobbing, Cyber-Bullying oder Cyber-Stalking genannt) versteht man die Beleidigung, Bedrohung , Bloßstellung oder Belästigung von Personen mithilfe neuer Kommunikationsmedien[1].

Begriffe

Cyber kommt aus dem Altgriechischen und steht für die Kunst der Steuerung. In der Wissenschaft und Literatur wurde der Begriff Mitte des 20. Jahrhunderts für die Steuerung von Maschinen (durch Menschen oder andere Maschinen) aufgegriffen. Heute steht der Begriff Cyber als Synonym für alle Beziehungen von Menschen in virtuellen Räumen und wird meist mit einer Ergänzung wie z.B. Cybermobbing, Cyber-Abwehrzentrum usw. verwendet.

Für Mobbing existiert noch keine Legaldefinition. Elemente des Mobbings sind:

  • ein immer wieder auftretendes Verhaltensmuster,
  • wird negativ empfunden,
  • tritt sowohl verbal als auch nonverbal (körpersprachlich, organisatorisch, virtuell) auf.

Mobbing existiert als Gruppenphänomen privat, in Unternehmen, in der Schule und im Büro.

Heinz Leymann definierte "Mobbing" 1993 als:

„Negative kommunikative Handlungen (von einer Person oder mehreren Personen) die gegen eine Person (oder mehrere Personen) gerichtet sind und die sehr oft und über einen längeren Zeitraum hinaus vorkommen und damit die Beziehung zwischen Täter und Opfer bestimmen“

Was zunächst an Schulen und im privaten Bereich begann, setzt sich in der Arbeitswelt fort. Durch die Nutzung von sozialen Netzwerken werden Kontakte "von Angesicht zu Angesicht" in eine virtuelle Welt verlagert. Mobbing wird zum Cybermobbing.

Um Mitglied in sozialen Netzwerken zu werden, müssen persönliche Daten veröffentlichen werden. Um an den Aktivitäten und Gruppen des Netzwerks teilzunehmen, werden weitere Profildaten mit z.B. Arbeitgeber und Hobbys ergänzt. Dies macht die Mitglieder angreifbar für Cybermobbing aber auch für Social Engineering.

Präventiv kann Betroffenen nur geraten werden, nicht leichtfertig persönliche Daten und Darstellungen in schriftlicher und/oder bildlicher Form im Internet zu hinterlassen, um sich nicht in besonderer Weise angreifbar bzw. verletzbar zu machen.


Rechliche Folgen

Einzelne Formen des Cybermobbing können in Deutschland verfolgt werden. Cybermobbing per se ist in Deutschland (noch) kein Straftatbestand. Cybermobbing findet in Foren und auf Webseiten statt, auf die die deutschen Strafverfolgungsbehörden keinen oder schwer Zugriff haben.


Reputation

Hauptproblem des Cybermobbings ist für den Einzelnen oder ein Unternehmen, das sich die Kritik auch in die reale Welt verlagert. Unternehmen können Kritik auf den eigenen Plattformen kontrolliert, überblicken und kommentiert. Vernachlässigen Unternehmen die Pflege der Online-Präsenzen in sozialen Netzwerken, erhöht sich die Gefahr, das die Kritik zur Gefahr für die Reputation und das Tagesgeschäft wird.

Aus diesem Grund werden in vielen Firmen Social Media Guidelines erlassen. Universitäten und Schulen arbeiten an Präventionsprogrammen.


Weblinks


Einzelnachweis

  1. Definition des BMFSFJ


Siehe übergeordnete Stichworte


Siehe auch




Diese Seite wurde zuletzt am 1. Juni 2016 um 14:10 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Oliver Wege und Markus Albert.

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