Brandschutztechnisch wirksame Bekleidungen

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Systemwände und Systemdecken - im Bauordnungsrecht auch Bauteile gemischter Bauweise genannt - werden in der Regel von Ständer und Riegel oder Balken getragen und raumseitig von ein- oder mehrschichtigen Bekleidungen flächig abgeschlossen. Dabei müssen hochfeuerhemmende Bauteile, deren tragende und aussteifende Konstruktionsteile aus brennbaren Baustoffen bestehen, z. B. Holz, mit brandschutztechnisch wirksamen Bekleidungen geschützt werden. Hochfeuerhemmende Bauteile werden gemäß der Musterbauordnung (Fassung November 2002) bei der Errichtung von mehrgeschossigen Holzgebäuden mit einer Fußbodenhöhe des obersten Aufenthaltsraums bis 13 m über Geländeroberfläche bauordnungsrechtlich gefordert.

Als brandschutztechnisch wirksam gelten Bekleidungen, wenn sie aus nichtbrennbaren Baustoffen bestehen und zudem bei einer Brandeinwirkung - simuliert bei der Brandprüfung durch die Einheits-Temperatur-Zeitkurve (ETK) gemäß DIN 4102 - sicherstellen, dass tragende Teile aus brennbaren Baustoffen, etwa Holzständer/-riegel bzw. Holzbalken, eine Oberflächentemperatur von mehr als 330 °C nicht erreichen, weil sich Holzbauteile nach Prüferfahrungen bei dieser Temperatur ohne Zündflamme selbst entzünden können. Nach der europäisch harmonisierten Klassifizierungsnorm DIN EN 13501-2 wird diese Brandschutzfunktion - definiert als Fähigkeit einer Wand- und Deckenbekleidung zum Schutz des dahinter bzw. darunter liegenden Materials vor Entzündung, Verkohlung und anderen Schäden während einer festgelegten Brandbeanspruchung - mit dem Buchstaben "K" gekennzeichnet.

Diese Anforderung ist notwendig, um die tückischen Hohlraumbrände zu verhindern, was nach Schadenerfahrungen für Systemwände und -decken typisch und zugleich brandschutztechnisch kritisch zu betrachten ist. Um im Brandfall zudem die Gefahr der Rauchausbreitung zu begrenzen, müssen die Bekleidungen im Anschlussbereich der Wände und Decken eine ausreichende Rauchdichtheit aufweisen, was z. B. durch versetzte Fugenanordnung der mehrschichtigen Bekleidungen erreicht werden kann. Dementsprechend stellen brandschutztechnisch wirksame Bekleidungen eine besondere Art der Brandschutzbekleidungen dar. Die Feuerwiderstandsfähigkeit der Systemwände und -decken, die durch Brandprüfungen nach DIN 4102-2 zu klassifizieren bzw. nach DIN 4102-4 zu bemessen ist, kann jedoch nur durch das Zusammenwirken aller Konstruktionsteile einschließlich der Bekleidungen erreicht werden.

Siehe auch




Diese Seite wurde zuletzt am 15. Februar 2011 um 12:18 Uhr von Admin geändert. Basierend auf der Arbeit von Mingyi Wang.

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