Brandschutzkonzept, ganzheitlich

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Zum betrieblichen Risikomanagement wird seitens der Versicherer ein Brandschutzkonzept empfohlen, das regelmäßig über das Brandschutzkonzept gemäß dem Bauordnungsrecht und dem Brandschutznachweis im Zuge der Baugenehmigung hinausgeht. Dies bezieht sich u. a. auf die besonderen Brandgefahren und weiterführenden Schutzinteressen, die gesetzlich nicht geregelt sind und deshalb in der Regel vom Brandschutzfachplaner nicht vorrangig betrachtet werden. Dieses Brandschutzkonzept wird auch als ein ganzheitliches Brandschutzkonzept bezeichnet.

Besondere Brandgefahren

Als besondere Brandgefahren sind u. a. zu nennen:

  • Gefahren der Brandentstehung, die im Bauordnungsrecht allgemein oder nicht geregelt sind: z. B. Gefahren der Brandstiftung oder der Brandentstehung bedingt durch die betrieblichen Prozesse und Verfahren
  • Gefahren der Brandausbreitung: etwa vom Entstehungsbrand bis zum Totalschaden des Brandabschnittes bzw. Komplexes.


Besondere Schutzinteressen

Die weiterführenden Schutzinteressen werden ggf. aus Eigeninteressen des Bauherrn und Betreibers zum betrieblichen Risikomanagement festgelegt bzw. privatrechtlich vereinbart, etwa zwischen dem Versicherungsnehmer und dem Versicherer. Als weiterführende Schutzinteressen sind u. a. zu nennen:

  • Schutz von Sach- und Vermögenswerten,
  • Begrenzen der Betriebsunterbrechung im Falle eines Brandes
  • Begrenzung möglicher Beeinträchtigung des Betriebsablaufs und der gesamten Wertschöpfungskette zur Bewahrung der Lieferfähigkeit,
  • Vermeiden von Imageschäden.


Umsetzung

Im Rahmen eines ganzheitlichen Brandschutzkonzeptes werden auch die Wirksamkeit und Zuverlässigkeit von Brandschutzmaßnahmen, z. B. Brandschutzeinrichtungen zur Branderkennung, -meldung und -bekämpfung betrachtet und berücksichtigt, die durch betriebliche Brandschutzorganisation und Vorkehrungen zum Notfallmanagement abgerundet werden.

Zur umfassenden Umsetzung der im Brandschutzkonzept festgelegten Schutzmaßnahmen ist es erfahrungsgemäß zudem sinnvoll, Vorkehrungen zur Qualitätssicherung bei Planung, Installation und Betrieb zu treffen. Dazu zählen u. a. die Standardisierung der Planungsgrundlage, Anerkennung von Systemen und Errichterfirmen sowie Abnahme und wiederkehrende Prüfung durch einen Sachverständigen. Damit soll sichergestellt werden, dass die ständige Funktionsbereitschaft der festgelegten Brandschutzmaßnahmen nicht durch raue betriebliche Einsatzbedingungen und im betrieblichen Alltag beeinträchtigt wird.


Planungshilfen

Hinweise zur Aufstellung und ggf. Prüfung eines ganzheitlichen Brandschutzkonzeptes sind seitens der Versicherer systematisch aufbereitet, u. a. auch in Form einer Checkliste, und in der Publikation "Brandschutzkonzepte und Brandschutznachweise; Hinweise und Information zur Planung und Prüfung" (VdS 3547) veröffentlicht.


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 16. Dezember 2014 um 07:08 Uhr von Mingyi Wang geändert.

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