Brandmeldeanlage (BMA)

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"Brandmeldeanlagen (BMA) sind Gefahrenmeldeanlagen (GMA), die Personen zum direkten Hilferuf bei Brandgefahren dienen und/oder Brände zu einem frühen Zeitpunkt erkennen und melden".

(Definition nach DIN VDE 0833-2)

"Eine Brandmeldeanlage ist eine Einrichtung, welche ohne menschliche Mithilfe einen entstehenden Brand feststellt, gefährdete Personen alarmiert und Löschkräfte mobilisiert. Brandmeldeanlagen dienen dem Schutz von Personen und Sachwerten."

(Definition nach VKF/Sicherheitsinstitut)

Wichtigste Regeln für Brandmeldeanlagen sind die einschlägigen VdS-Richtlinien VdS 2095, die europäische Norm DIN EN 54 und die deutsche Norm DIN VDE 0833-2 "Gefahrenmeldeanlagen für Brand, Einbruch und Überfall – Teil 2: Festlegungen für Brandmeldeanlagen". Sie gilt für das Planen, Errichten, Erweitern, Ändern und Betreiben von Brandmeldeanlagen zusammen mit der DIN VDE 0833-1 und DIN 14675. Ist eine Sprachalarmierungsanlage Bestandteil der Brandmeldeanlage, gilt sie zusammen mit der DIN VDE 0833 4.

Die Norm DIN VDE 0833-2 Teil 2 wurde 2017 grundlegend überarbeitet. Wesentliche Neuerungen gegenüber der früheren Fassung gibt es bei den Übertragungswegen und Funkverbindungen, der Energieversorgung der BMA, Meldergruppen und Meldebereiche. Hinzugekommen sind u.a. Anforderungen und Empfehlungen zur Internalarmierung in Einrichtungen für Personen mit Pflegebedürftigkeit oder Behinderung. Auch Anforderungen an die Projektierung von optischen Signalgebern nach DIN EN 54-23 und solchen zur Gebäudekennzeichnung wurden ergänzt[1].

Bestandteile

Brandmeldeanlagen bestehen aus den Brandmeldern, der Brandmelderzentrale mit Energieversorgung einschl. Notstromversorgung, optischen und akustischen Signalgeber, der Übertragungseinrichtung und den Steuereinrichtungen z.B. zum Schließen von Brandschutztüren, zum Öffnen von Rauch- und Wärmeabzügen oder zum Abschalten von Maschinen.


Automatische Melder

Schema Brandmeldeanlage-Ringleitung
Automatische Brandmelder haben die Aufgabe, die bei der Entstehung eines Brandes auftretenden Brandkenngrößen, wie sichtbarer oder unsichtbarer Rauch, Gas, Wärme oder Flammen, zu detektieren und an die Brandmelderzentrale zu melden. Entsprechend den Brandkenngrößen unterscheidet man optische Rauchmelder, Ionisations-Rauchmelder, Gasmelder, Wärmemelder und Flammenmelder. Sind mehrere Sensoren in einem Gehäuse spricht man von einem Mehrsensor-Brandmelder. Hier werden die Messgrößen von mehreren Sensoren über eine kombinierte Auswertung (Fuzzylogic, Algorithmen...) zusammengeführt. Auf diese Weise wird eine größere Sicherheit mit weniger Täuschungsanfälligkeit in der Alarmgabe erzielt.


Manuelle Melder

Hinzu kommen die manuellen Druckknopfmelder (gemäß Norm „Handfeuermelder“), die meist in Kombination mit automatischen Brandmeldern eingesetzt werden. Sie sind in zwei Ausführungen am Markt zu finden: mit einfacher Auslösung (die Alarmgebung erfolgt unmittelbar durch Bruch der Glasscheibe) oder mit doppelter bzw. gesicherter Auslösung; die Glasscheibe muss zerschlagen und dann der darunterliegende Knopf gedrückt werden. Feuerwehren schreiben meist die zweite Form vor, da versehentliche Brüche der Glasscheiben sonst häufig zu Falschalarmen führen würden. Alarme aus manuellen Meldern sind meist ohne weitere Prüfung direkt auf die Feuerwehr aufgeschaltet, während bei automatischen Meldern häufig erst zwei Melder in Alarm stehen müssen um die Feuerwehr zu rufen.


Funktionen

Zur Weiterleitung der Signale sind die Melder einzeln oder in Gruppen an Übertragungsleitungen angeschlossen. Diese führen in Stich- und/oder Ringleitungen zur Brandmelderzentrale.

Die Brandmelderzentrale nimmt die Signale von den Meldern auf, bewertet und verarbeitet sie. Zugleich erfolgt die akustische Anzeige der auslösenden Übertragungsleitung und die Weiterleitung der Meldung an die Übertragungseinrichtung. Wenn die Anzeige der Meldergruppe nicht ausreicht, können einzeln adressierbare Melder eingesetzt werden. Die Entscheidung über Alarm oder Nichtalarm, die in der konventionellen Grenzwerttechnik bei den Meldern lag, wird wegen der hohen Falschmeldungsquote zunehmend in die Brandmelderzentrale verlagert (Brandmelde-Sensortechnik).

Weitere Aufgaben der Brandmelderzentrale sind die Energieversorgung der Melder, die Funktionsüberwachung der gesamten Anlage einschließlich Anzeige eventueller Fehler sowie die Auslösung elektrisch gesteuerter Löschanlagen. Bei größeren Brandmeldeanlagen muss eine Registriereinrichtung vorhanden sein, über die alle Alarme/Störungen ausgedruckt werden.


Aufbau von Brandmeldeanlagen

Brandmeldeanlagen werden hierarchisch aufgebaut. Der Aufbau folgt meist der Architektur des Gebäudes, das die BMA überwacht. Sie hat deshalb zwei Strukturen, die logisch zusammengeschaltet werden: Die physikalische und die logische Struktur. Peripherieelemente (Melder-Steuerungen) haben je eine physikalische und logische Adresse Mehrere Melder können zu einer Meldergruppe zusammengefasst werden. Alle Melder einer Meldergruppe steuern die gleichen Alarmierungsmittel oder sonstigen Brandfallsteuerungen an und sie werden gemeinsam bedient. Ein Meldebereich bzw. Brandabschnitt umfasst max. 1600 m². Diese Vorschrift wurde von den Feuerwehren erlassen, da im Fehlerfall die Anzeige am Bedienfeld der BMZ nicht mehr die Einzeladresse sondern nur noch den Meldebereich nennt und damit die gesamte Fläche nach Brandspuren abgesucht werden muss. Bei großen Brandmeldeanlagen werden innerhalb einer BMA mehrere Objekte formatiert. Dabei haben die einzelnen Objekte meist eigene Übertragungseinrichtungen. Dies hilft dem Hilfeleister sich in einem größeren überwachten Gelände zurechtzufinden. Flächig große Firmen haben mehrere Einfahrtstore und damit Angriffswege für Feuerwehren. Zu jedem gehört ein Objekt der BMA. Objekte können einzeln bedient (z.B: Rückstellung der Alarme, Abschaltung des Internalarmes) werden. Die physikalische Grundstruktur besteht aus Schwachstromleitungen, die auf den Kabelstrecken eines Gebäudes bis zu den jeweils zu überwachenden Räumen verlegt werden. Dort sind die automatischen Melder, die Handfeuermelder und die Steuerungen an die Leitungen angeklemmt. Bei der Inbetriebnahme erhält jedes Element eine Adresse. Bei der Parametrierung einer BMA wird jedem BMA-Element eine logische Adresse gegeben, die vom Betreiber der BMA frei gewählt werden kann. In der Brandmelderzentrale werden die logische und die physikalische Adresse zusammengeführt. Bei modernen BMA werden Meldergruppen durch die Zusammenschaltung mehrerer logischer Adressen gebildet. Dabei ist es unerheblich, ob diese Melder auch Teilnehmer der gleichen Übertragungsleitung sind. In älteren Anlagen bildete jede Stichleitung eine Meldergruppe.


Errichten von Brandmeldeanlagen

Brandmeldeanlagen dürfen nur von speziell geschulten und geprüften Fachfirmen geplant und installiert werden. Die Grundlage bildet die DIN 14675 "Brandmeldeanlagen - Aufbau und Betrieb". Hierfür werden Prüfungs- und Zertifizierungsnachweise verlangt.


Einzelnachweis

  1. SecuPedia Aktuell: Wesentliche Neuerungen der DIN VDE 0833-2 Brandmeldeanlagen


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 26. April 2017 um 16:54 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Thomas Lowien, Angelika Staimer, Jenny Berger, Admin, Oliver Wege und Helmut Köhler.

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