Brandmeldeanlage (BMA)
aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen
"Brandmeldeanlagen (BMA) sind Gefahrenmeldeanlagen (GMA), die Personen zum direkten Hilferuf bei Brandgefahren dienen und/oder Brände zu einem frühen Zeitpunkt erkennen und melden".
(Definition nach DIN VDE 0833-2/06.2000)
"Eine Brandmeldeanlage ist eine Einrichtung, welche ohne menschliche Mithilfe einen entstehenden Brand feststellt, gefährdete Personen alarmiert und Löschkräfte mobilisiert. Brandmeldeanlagen dienen dem Schutz von Personen und Sachwerten."
(Definition nach VKF/Sicherheitsinstitut)
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Bestandteile
Brandmeldeanlagen bestehen aus den Brandmeldern, der Brandmelderzentrale mit Energieversorgung einschl. Notstromversorgung, der Übertragungseinrichtung und den Steuereinrichtungen z.B. zum Schließen von Brandschutztüren, zum Öffnen von Rauch- und Wärmeabzügen oder zum Abschalten von Maschinen.
[Bearbeiten] Automatische Melder
Automatische Brandmelder haben die Aufgabe, die bei der Entstehung eines Brandes auftretenden Brandkenngrößen, wie sichtbarer oder unsichtbarer Rauch, Gas, Wärme oder Flammen, zu detektieren und an die Brandmelderzentrale zu melden. Entsprechend den Brandkenngrößen unterscheidet man optische Rauchmelder,Ionisations-Rauchmelder, Gasmelder, Wärmemelder und Flammenmelder. Sind mehrere Sensoren in einem Gehäuse spricht man von einem Mehrsensormelder. Hier werden die Messgrößen von mehreren Meldern über eine kombinierte Auswertung (Fuzzylogic, Algorithmen...) zusammengeführt Auf diese Weise wird eine größere Sicherheit mit weniger Täuschungsanfälligkeit in der Alarmgabe erzielt.
[Bearbeiten] Manuelle Melder
Hinzu kommen die manuellen Druckknopfmelder (gemäß Norm „Handfeuermelder“), die meist in Kombination mit automatischen Brandmeldern eingesetzt werden. Sie sind in zwei Ausführungen am Markt zu finden: mit einfacher Auslösung (die Alarmgebung erfolgt unmittelbar durch Bruch der Glasscheibe) oder mit doppelter bzw. gesicherter Auslösung; die Glasscheibe muss zerschlagen und dann der darunterliegende Knopf gedrückt werden. Feuerwehren schreiben meist die zweite Form vor, da versehentliche Brüche der Glasscheiben sonst häufig zu Falschalarmen führen würden. Alarme aus manuellen Meldern sind meist ohne weitere Prüfung direkt auf die Feuerwehr aufgeschaltet, während bei automatischen Meldern häufig erst zwei Melder in Alarm stehen müssen um die Feuerwehr zu rufen.
[Bearbeiten] Funktionen
Zur Weiterleitung der Signale sind die Melder einzeln oder in Gruppen an
Übertragungsleitungen angeschlossen. Diese führen in Stich- und/oder Ringleitungen zur Brandmelderzentrale.
Die Brandmelderzentrale nimmt die Signale von den Meldern auf, bewertet und verarbeitet sie. Zugleich erfolgt die akustische Anzeige der auslösenden
Übertragungsleitung und die Weiterleitung der Meldung an die Übertragungseinrichtung. Wenn die Anzeige der Meldergruppe nicht ausreicht, können einzeln adressierbare Melder eingesetzt werden. Die Entscheidung über Alarm oder Nichtalarm, die in der konventionellen Grenzwerttechnik bei den Meldern lag, wird wegen der hohen Falschmeldungsquote zunehmend in die Brandmelderzentrale verlagert (Brandmelde-Sensortechnik).
Weitere Aufgaben der Brandmelderzentrale sind die Energieversorgung der Melder, die Funktionsüberwachung der gesamten Anlage einschließlich Anzeige eventueller Fehler sowie die Auslösung elektrisch gesteuerter Löschanlagen. Bei größeren Brandmeldeanlagen muss eine Registriereinrichtung vorhanden sein, über die alle Alarme/Störungen ausgedruckt werden.
[Bearbeiten] Aufbau von Brandmeldeanlagen
Brandmeldeanlagen werden hierarchisch aufgebaut. Der Aufbau folgt meist der Architektur des Gebäudes, das die BMA überwacht. Sie hat deshalb zwei Strukturen, die logisch zusammengeschaltet werden: Die physikalische und die logische Struktur. Peripherieelemente (Melder-Steuerungen) haben je eine physikalische und logische Adresse Mehrere Melder können zu einer Meldergruppe zusammengefasst werden. Alle Melder einer Meldergruppe steuern die gleichen Alarmierungsmittel oder sonstigen Brandfallsteuerungen an und sie werden gemeinsam bedient. Ein Meldebereich bzw. Brandabschnitt umfasst max. 1600 m². Diese Vorschrift wurde von den Feuerwehren erlassen, da im Fehlerfall die Anzeige am Bedienfeld der BMZ nicht mehr die Einzeladresse sondern nur noch den Meldebereich nennt und damit die gesamte Fläche nach Brandspuren abgesucht werden muss. Bei großen Brandmeldeanlagen werden innerhalb einer BMA mehrere Objekte formatiert. Dabei haben die einzelnen Objekte meist eigene Übertragungseinrichtungen. Dies hilft dem Hilfeleister sich in einem größeren überwachten Gelände zurechtzufinden. Flächig große Firmen haben mehrere Einfahrtstore und damit Angriffswege für Feuerwehren. Zu jedem gehört ein Objekt der BMA. Objekte können einzeln bedient (z.B: Rückstellung der Alarme, Abschaltung des Internalarmes) werden. Die physikalische Grundstruktur besteht aus Schwachstromleitungen, die auf den Kabelstrecken eines Gebäudes bis zu den jeweils zu überwachenden Räumen verlegt werden. Dort sind die automatischen Melder, die Handfeuermelder und die Steuerungen an die Leitungen angeklemmt. Bei der Inbetriebnahme erhält jedes Element eine Adresse. Bei der Parametrierung einer BMA wird jedem BMA-Element eine logische Adresse gegeben, die vom Betreiber der BMA frei gewählt werden kann. In der Brandmelderzentrale werden die logische und die physikalische Adresse zusammengeführt. Bei modernen BMA werden Meldergruppen durch die Zusammenschaltung mehrerer logischer Adressen gebildet. Dabei ist es unerheblich, ob diese Melder auch Teilnehmer der gleichen Übertragungsleitung sind. In älteren Anlagen bildete jede Stichleitung eine Meldergruppe.
[Bearbeiten] Errichten von Brandmeldeanlagen
Brandmeldeanlagen dürfen nur von speziell geschulten und geprüften Fachfirmen geplant und installiert werden. Die Grundlage bildet die DIN 14675 "Brandmeldeanlagen - Aufbau und Betrieb". Hierfür werden Prüfungs- und Zertifizierungsnachweise verlangt.
AnzeigeService-Links
[Bearbeiten] Siehe auch
- Alarmzentrale
- Ansaugrauchmelder
- Automatische Brandmeldeanlage
- Automatischer Brandmelder
- Brandmelder
- Brandmelder für explosionsgefährdete Bereiche
- Brandmelder mit Zwei-Winkel-Technik
- Brandmelderzentrale
- Einrichtungsschutz
- Extinktions-Rauchmelder
- Flammenmelder
- Gasmelder (BMA)
- Laser-Brandmelder
- Rauchmelder
- SCADA
- Schranklöschsystem
- Übertragungsleitung
- Video-Brand-Früherkennung
- Wärmemelder
Diese Seite wurde zuletzt am 11. Oktober 2012 um 13:39 Uhr von Angelika Staimer geändert. Basierend auf der Arbeit von Peter Hohl, Jenny Berger, Admin, Oliver Wege und Helmut Köhler.

