Bitcoin

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Das Konzept »Bitcoin«, auch als "Hackerwährung" oder "Spielgeld" tituliert, ist im Gefolge der Finanzkrise 2008 entstanden – mit der Idee, eine von Staaten und Zentralbanken unabhängige Währung zu schaffen. Unter dem Namens-Pseudonym Sathoshi Nakamoto entstand ein erstes Whitepaper (http://bitcoin.org/bitcoin.pdf). Programmierer haben diese Idee anschließend in eine kostenlose Software umgesetzt, mit der jeder Bitcoins generieren kann. Dazu stellt das Bitcoin-Netzwerk alle zehn Minuten eine neue, komplizierte Rechenaufgabe, die gelöst werden muss. Bitcoins sind somit zunächst die Gegenleistung für eine aufgewandte Rechenleistung, deren Schwierigkeit ständig steigt. Um nicht jeden Tag ein kleineres Stück vom »Bitcoin-Kuchen« zu erhalten, sind diese »Miner« also gezwungen, regelmäßig ihre Hardware aufzurüsten. Anfang 2010 reichte noch ein handelsüblicher PC, danach hat ein »Wettrüsten« eingesetzt. Anfang 2013 kamen die ersten Bitcoin-Mining-Rigs mit speziellen Chips auf den Markt, die einzig für die Berechnung von Bitcoins entwickelt wurden. Die endgültige Gesamtmenge an Bitcoins wird im Jahr 2140 bei 21 Millionen Einheiten liegen, mehr lassen die Algorithmen nicht zu. Bereits 2033 wird mit rund 20,5 Millionen der größte Teil der Bitcoins generiert sein.

Die aktuelle Entwicklung

Positive und negative Neuigkeiten zum Thema Bitcoins gibt es fast täglich. Der folgende Überblick [1] über Meldungen von März 2013 bis Dezember 2015 ist eine beispielhafte Momentaufnahme.

März 2013

  • Das US-Finanzministerium stellt virtuelle Währungen unter das Geldwäschegesetz.

Juli 2013

  • Der Marktplatz Bitcoin.de kooperiert mit der Fidor Bank. Über ein kostenloses Girokonto sollen sich Bitcoins in Echtzeit handeln lassen.
  • Der Bitcoin-Glückspielanbieter SatoshiDice ist für rund 11,5 Mio. US$ (126.315 Bitcoin) von unbekannten Investoren aufgekauft worden.

April 2013

  • Eine der größten europäischen Börsen »Bitcon24« geht offline. Gesperrt wurden Konten in Polen mit Verdacht auf Geldwäsche.
  • Die Börse Bitcoin-Central wurde vorübergehend geschlossen. Der Grund: Hacker konnten einige hundert Bitcoin erbeuten. Dabei wurden Passworte für das Web-Interface des Anbieters geändert.
  • Laut Presseberichten zeigt auch der US-Finanzdienstleister Western Union Interesse, in den Bitcoin-Markt einzusteigen.

Mai 2013

  • Seit Ende Mai müssen Nutzer der Börse Mt. Gox für den Devisenumtausch ihr Konto verifizieren lassen und verlieren so ihre Anonymität.

August 2013

  • Das Bundesfinanzministerium hat die digitale Währung als "Rechnungseinheit" und als "privates Geld" anerkannt und damit rechtlich und steuerlich gebilligt. Kursgewinne sind nach einem Jahr steuerfrei.
  • Die US-Finanzbehörden wollen prüfen, ob Bitcoin-Unternehmen in den USA in Bezug auf Geldwäsche "sauber" arbeiten.
  • Ein Fehler im Betriebssystem Android lässt sich eventuell ausnutzen, um die Schlüssel des Wallet-Besitzers zu ermitteln.
  • Thailand hat als erstes Land Bitcoin verboten. Gründe seien eine mangelnde gesetzliche Grundlage und fehlende Kontrollmechanismen.
  • Ein US-Richter hat im Rahmen eines Betrugsprozesses Bitcoins als Währung anerkannt. Dabei ging es um ein Schneeball-System auf Basis der Krypto-Währung.

Juli 2015

Nach einer Umfrage des Digitalverbandes Bitkom können sich 36 Prozent der Deutschen vorstellen, das digitale Geld zu erwerben oder zu nutzen. Ein Jahr zuvor waren es noch 25 Prozent. Bei den 14- bis 29-Jährigen ist gut jeder Zweite (53 Prozent) offen für das Internetgeld, bei den Befragten ab 65 Jahren erst jeder Sechste (17 Prozent)[2].

Dezember 2015

Finanzfachleute sind allerdings skeptischer als das allgemeine Publikum. Laut einer weiteren Bitkom-Umfrage unter führenden Finandienstleistern bezweifelt eine deutliche Mehrheit, dass das virtuelle Geld in absehbarer Zeit mehr als ein Nischendasein führen wird[3].


Sicherheitsrisiken bei Bitcoins

Wenn über Bitcoins in der Presse berichtet wird, geht es meist um den Kurs der Währung - aber auch um Geldwäsche und gehackte Konten. In einem Interview mit der Sicherheitszeitschrift „WIK“ räumte Oliver Flaskämper, verantwortlich für die erste deutsche Bitcoin-Handelsbörse (http://www.bitcoin.de), ein: „Bitcoins sind als Kryptowährung aus IT-Sicht natürlich risikobehaftet. Wenn ein Rechner schlecht abgesichert ist, kann ein Angreifer die wallet.dat-Datei in der entsprechenden Software stehlen und – zusammen mit dem Passwort – über ein Guthaben verfügen. Oder: Im Falle eines Festplatten-Crashs ohne Backup wären die Bitcoins zwar nicht »weg«, aber die privaten Schlüssel, mit denen ich mich als Eigentümer ausweisen kann, wären verloren. Ich kann jedoch ein sogenanntes Paper-Wallet erstellen – quasi einen gedruckten Kontoauszug mit den Schlüsseln - um Bitcoins außerhalb der IT zur Verfügung zu haben.“

Die Transaktionen mit Bitcoin werden asymmetrisch verschlüsselt und signiert.

Am 26. Mai 2016 forderte das Europäische Parlament die Kommission auf, eine Task Force zur vorbeugenden Kontrolle virtueller Währungen einzusetzen, um zu vermeiden, dass deren Anonymität für kriminelle Aktivitäten wie Geldwäsche oder Terrorismusfinanzierung missbraucht wird. Dabei wird betont, dass die Entschließung nicht die Innovation hemmen soll.

Die Europäische Kommission berät über Vorschläge zur Einbeziehung von Plattformen zum Tausch von virtuellen Währungen in die Richtlinie zur Bekämpfung der Geldwäsche (AMLD). Diese Vorschläge schließen eine Maßnahme ein, die die Plattformen verpflichten würde, eine Sorgfaltsprüfung vorzunehmen, wenn Kunden virtuelle Währungen gegen echte eintauschen.[4]


Einzelnachweis

  1. Claus Schaffner, "Sicherheitsrisikien bei Bitcoins - Wird die Hackerwährung erwachsen?" in WIK 2013/5
  2. SecuPedia aktuell: Bitkom stellt großes Interesse an Bitcoins fest
  3. SecuPedia aktuell: Finanzexperten geben Bitcoins nur geringe Chancen
  4. SecuPedia Aktuell: EU Parlament fordert vorbeugende Bitcoin-Überwachung


Weblinks

Allgemeine Erklärung

Interview mit Oliver Flaskämper in der WIK

Erzeugen von Bitcoins:

Paper Wallets:

Beispiele für Bitcoin-Shops:

Liste von internationalen bzw. deutschen Unternehmen und Webseiten, die Bitcoins akzeptieren:

Wechselstuben:

  • Auf http://www.localbitcoins.com lassen sich in Tausenden Städten in über 15 Ländern Bitcoins bei realen Personen in die Landeswährung einzutauschen.

Umsätze:


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 3. August 2017 um 12:49 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Oliver Wege.

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