Biometrische Schleuse

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Biometrische Schleuse (Bild: SITEC GmbH)

Eine biometrische Schleuse ermöglicht es einem einzelnen Bank- oder Sparkassen-Mitarbeiter in einer kleinen Geschäftsstelle, die gesicherte Kassenbox zu verlassen, um Kunden ohne trennende Glasscheibe zu beraten. Nur der Mitarbeiter, dessen biometrische Daten (Biometrie) das System gespeichert hat, kann durch die Schleuse die Kassenbox betreten. Sie ist so ausgelegt, dass unmöglich gleichzeitig eine zweite Person passieren kann (Vereinzelung).


Technische Realisierung

Dieses Kriterium wird durch eine Waage geprüft, deren Toleranzbereich individuell einstellbar ist. Sollte ein Mitarbeiter bewusst mit Gegenständen über die Toleranzgrenze kommen, kann er auch mit einem Gast-PIN die Schleuse passieren. Dieser PIN kann so eingestellt werden, dass er nur einmalig verwendet wird. Die Vergabe des Gast-PIN muss aber aus dem gesicherten Bereich erfolgen, sonst könnte auch die Einrichtung einer Gast-PIN durch einen Täter erzwungen werden. Über eine biometrische Schleuse kann ein möglicher Überfall-Täter nicht selbst die Kassenbox betreten - es gibt keinen Schlüssel zur Kassenbox, der erpresst werden könnte. Damit ist der Mitarbeiter dem Zugriff des Täters ebenso entzogen, wie wenn er sich von vornherein in der durchschusshemmenden Kassenbox aufgehalten hätte.


Anwendungsbereich

Die biometrische Schleuse wird als Lösung eingesetzt, wenn ein Kreditinstitut auch in einer kleinen Geschäftsstelle das ganze Spektrum an Bargeldgeschäften anbieten möchte oder häufiger höhere Beträge auszuzahlen hat, als an den Geldautomaten möglich ist. Die maximal griffbereiten Banknotenbestände sind auch hier einzuhalten. Darüber hinaus gehende Bestände müssen gesondert unter Zeitverschluss aufbewahrt werden.


Hinweise für Wertbehältnisse

In der Kassenbox (Sicherheitsbereich) sollten die Wertbehältnisse nur dann aufgestellt sein, wenn sie von außen nicht einsehbar sind. Ist dies unvermeidlich, ist zumindest der Einblick in das Wertbehältnis zu verhindern. Grundsätzlich sollten alle Wertbehältnisse innerhalb des Sicherheitsbereiches und von außen nicht erkennbar aufgestellt werden. Auch die Geldautomaten sollten von hier aus befüllt werden können. Bei der Planung ist ferner zu beachten, dass die Kassenbox über eine zweite Fluchtmöglichkeit verfügen muss, die nicht durch die Biometrische Schleuse führt. Maßgeblich sind die §§ 11 und 15 der DGUV Vorschrift 25 (früher BGV C9 / GUV-V C9 bzw. UVV "Kassen").


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 26. Juli 2014 um 08:23 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Rainer Hannich und Admin.

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