Benchmarking

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Auch in der Unternehmenssicherheit werden zunehmend Managementtools als Steuerungsinstrumente zur Optimierung der Geschäftsprozesse eingesetzt. Wohl das wichtigste ist das Benchmarking.

Benchmarking bedeutet: Messen an anderen und Lernen von anderen. Ziel dabei ist, durch den Vergleich mit der führenden Organisation oder dem führenden Wettbewerber die Leistungsfähigkeit des eigenen Bereiches, des Produktes oder des eigenen Unternehmens zu verbessern. Das hat jedoch nichts mit Nachahmen und Kopieren zu tun. Vielmehr soll aus den Erfahrungen anderer ein neues Kreativitätspotenzial für das eigene Unternehmen erschlossen werden. Generell kann man alle Dinge wirtschaftlichen Handels benchmarken, wie Prozesse, Produkte, technische Lösungsansätze und Dienstleistungen. Vergleichsmaßstab kann sein:

  • World Class (Best of Best)
  • Bester im Land
  • Branchenführer
  • Industriestandard
  • Beste Leistung im Unternehmen
  • Eigene Leistung im Zeitverlauf

Die Vorgehensweise beim Benchmarking kann wie folgt aussehen

  1. Auswahl des zu benchmarkenden Bereichs
  2. Bildung eines Benchmarking Teams
  3. Identifikation der notwendigen Leistungskennzahlen
  4. Bestimmung des Vergleichsmaßstabes
  5. Leistungsermittlung in der eigenen Organisation
  6. Leistungsermittlung beim Vergleichsunternehmen
  7. Erarbeiten eines Aktionsplans zur Leistungssteigerung (Leistungsdifferenz > Leistungsziel > Aktionsplan)
  8. Implementierung des Aktionsplans
  9. Aktualisierung der Benchmarks

Beim Benchmarking von Produkten oder technischen Lösungen wird als Vergleichsmethode das Reverse Engeneering angewandt. Hierbei wird das eigene Produkt einem Wettbewerberprodukt gegenübergestellt. Beide Produkte werden in ihre Einzelteile zerlegt und miteinander verglichen. Der Vergleich zielt darauf ab, Differenzen in Funktionsumfang, Qualität sowie Verschiedenartigkeit der technischen Lösung zu ermitteln. Die vorgefundenen Unterschiede werden analysiert und in ihren Kostenwirkungen bewertet. Hauptstoßrichtung des Reverse Engeneering ist die rasche Verbesserung des existierenden Produktes oder das Auffinden von Verbesserungsmöglichkeiten bei der Entwicklung neuer Produkte.

In der Unternehmenssicherheit wird Benchmarking in der Weise praktiziert, wie die nachfolgenden Kurzbeispiele aus einem Produktbereich und einem Dienstleistungsbereich es aufzeigen:

Vergleich eines Produktes (z.B. Brandmelder) verschiedener Mitanbieter

  • Ansprechempfindlichkeit bei verschiedenen brennbaren Stoffen
  • Störanfälligkeit bei definierten Störeinflüssen (Staub, EMV)
  • Temperaturabhängigkeit der Sensoren
  • Einsatzbreite des Melders
  • Beschreibung technischer Details und vergleichende Beurteilung
  • Konstruktive Lösungen und deren Bewertung
  • Herstellungskosten schätzen und vergleichen
  • Ermitteln von Leistungsdefiziten des eigenen Produktes
  • Erarbeiten eines Aktionsplans zur Verbesserung des eigenen Produktes

Vergleich mit Mitbewerbern im Dienstleistungsbereich (z.B. Bewachungsgewerbe)

  • Finanzielle Stärke der Mitbewerber
  • Unternehmensstrukturen, Unternehmensschwerpunkte
  • Umsatz pro Mitarbeiter und Marktsegment
  • Stundensätze für vergleichbare Tätigkeit
  • Verwaltungsaufwand pro Mitarbeiter
  • Technische Ausrüstung (Fahrzeuge, Leitzentrale etc.)
  • Ausbildungsstand für Mitarbeiter und Führungspersonal
  • Dienstanweisungen und Berichtswesen
  • Messen der Kundenzufriedenheit
  • Ermitteln von Leistungsdefiziten bzw. Leistungsdifferenzen
  • Erarbeiten eines Aktionsplans zur Leistungssteigerung




Diese Seite wurde zuletzt am 15. November 2010 um 12:51 Uhr von Admin geändert. Basierend auf der Arbeit von Norman Ammon und Eilert Siemens.

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