Bekannter Versender

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Als 'Bekannter Versender' gemäß Luftsicherheitsgesetz gelten Unternehmen, die eine Zertifizierung durch das Luftfahrtbundesamt durchlaufen und bestanden haben.

Luftfahrzeuge dürfen nur mit Luftfracht beladen werden, die als sicher eingestuft wurde. Die Luftfracht ist deshalb entweder vor der Anlieferung an den Flughafen auf Sicherheit zu überprüfen oder der „bekannte Versender“ (bV) führt vor und während des Versands bestimmte Sicherheitskontrollen im Unternehmen durch. Für eine Zertifizierung sind umfassende Sicherheitsmaßnahmen insbesondere im Frachtverpackungsbereich vorgeschrieben.

Berichte über Mängel

Bei Kontrollen im Jahr 2014 wurden bei 38% der überprüften bekannten Versender Mängel festgestellt, wie die Bundesregierung in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage[1] feststellt.

"Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter"

Auch für die Zertifizierung zum „Zugelassenen Wirtschaftsbeteiligten“ (engl. AEO - Authorised Economic Operator) müssen angemessene Sicherheitsstandards erfüllt sein, die den Schutz der Waren gewährleisten. So muss nachgewiesen werden, dass das Firmengelände und die Firmengebäude wirkungsvoll physisch gesichert sind. Zutrittsberechtigungen für Mitarbeiter, Besucher und Lieferanten sind die Grundvoraussetzung für die Beantragung des AEO-Zertifikats „Sicherheit“, das zu Vergünstigungen bei sicherheitsrelevanten Zollkontrollen und/oder Vereinfachungen gemäß den Zollvorschriften berechtigt[2][3].


Service der Paketdienste

Die Zeitschrift "WIK" 5 vom September 2012 beschreibt die gegenwärtige Übergangssituation [4]. Danach sollte sich vor allem als "bV" zertifizieren lassen, wer häufig voluminöse Frachtstücke verschickt. WIK dazu: "Wird Ware ausschließlich in kleineren Paketen über die Kurier-, Express- und Paketdienste transportiert, kann aus heutiger Sicht auf den bV-Status verzichtet werden, da diese nach eigenen Aussagen grundsätzlich alle Packstücke röntgen bzw. sichern. Ob dieser Service zu Lieferverzögerungen und Mehrkosten führen wird, sollte vorher abgeklärt werden.


Entwicklungen

Am 1. Dezember 2016 hat der Bundestag, den von der Bundesregierung eingebrachten Entwurf eines ersten Gesetzes zur Änderung des Luftsicherheitsgesetzes (18/9752) angenommen, dem zufolge das nationale Recht an die EU-Luftsicherheitsverordnung und ihre Durchführungsbestimmungen angepasst und zugleich das Sicherheitsniveau im Bereich der Luftfracht erhöht werden soll[5].

Das bisherige Verfahren der Anerkennung via Transporteurserklärung gem. Anlage 6-E des Anhanges zur DVO (EU) 2015/1998 wird in Deutschland durch eine behördliche Zulassung, welche durch das Luftfahrt-Bundesamt durchgeführt wird, ersetzt. Der Transporteur m uss entsprechend den Vorgaben des § 9a LuftSiG ein Sicherheitsprogramm erstellen. Weiterhin ist es notwendig einen Sicherheitsbeauftragten zu benennen. Dieser muss nach der vorgeschriebenen Zuverlässigkeitsüberprüfung gem. § 7 LuftSiG, eine spezielle Schulung gemäß Kapitel 11.2.5. des Anhangs zur DVO (EU) 2015/1998 erfolgreich absolvieren und dem Luftfahrtbundesamt nachweisen können[6].

Auch die Vorschriften für die Zuverlässigkeitsüberprüfung wurden verschärft: Danach bedürfen künftig auch die Arbeitnehmer, für die bislang eine sogenannte beschäftigungsbezogene Überprüfung durch den Arbeitgeber ausreichend war, einer behördlichen Zuverlässigkeitsüberprüfung.


Einzelnachweis

  1. SecuPedia Aktuell: Sicherheit von Luftfracht: Erhebliche Probleme
  2. Quelle: Pressetext KABA GmbH vom 24.9.2012
  3. SecuPedia Aktuell: Neuer "Zugelassener Wirtschaftsbeteiligter" in der Sicherheitsbranche
  4. Luftfracht: Im März 2013 endet die Übergangsfrist - WIK 5/2012, S. 55 ff
  5. Bundestag ändert das Luftsicherheitsgesetz, abgerufen 10.02.2017
  6. Aviation Verband: Einführung des aktualisierten Luftsicherheitsgesetzes ändert das Anerkennungsverfahren für Transporteurey


Weblinks

Zur Novellierung des Luftsicherheitsgesetzes 2016/2017:

  • Regierungsentwurf eines ersten Gesetzes zur Änderung des Luftsicherheitsgesetzes (18/9752)
  • Stellungnahme des Bundesrates und Gegenäußerung der Bundesregierung (18/9833)
  • Beschlussempfehlung des Innenausschusses (18/10493), der den Regierungsentwurf noch geändert hatte


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 20. Juli 2017 um 20:21 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Andreas Nenner.

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