BGV / GUV-V

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

Anzeige
Wechseln zu: Navigation, Suche

Das Kürzel "BGV" stand für Berufsgenossenschaftliche Vorschrift für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit. "GUV" ist die Abkürzung für die Gemeindeunfallversicherungsverbände, Träger der deutschen gesetzlichen Unfallversicherung im öffentlich rechtlichen Bereich. "GUV-V" waren also Vorschriften der GUV.

Ab 1. Mai 2014 wurde infolge der schon vorher erfolgten Fusion der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaften, GUV, Unfallkassen und Landesunfallkassen - jetzt: Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung DGUV) das Regelwerk umbenannt und neu gegliedert. Die Vorschriften heißen jetzt "DGUV Vorschrift" und sind durch eine Nummer gekennzeichnet, die keine Beziehung zur früheren Bezeichnung hat.

Neben den BGV / GUV-V gab es die Berufsgenossenschaftlichen Regeln (BGR / GUV-R). Sie heißen jetzt "DGUV Regeln". Die Berufsgenossenschaftlichen Informationen (BGI / GUV-I) heißen jetzt "DGUV Informationen", die Berufgenossenschaftlichen Grndsätze (BGG / GUV-G) wurden zu "DGUV Grundsätzen".

"Unfallverhütungsvorschriften" (UVV) gehören zu den DGUV Vorschriften (früher BGV / GUV-V). Während diese DGUV Vorschriften für die Mitgliedsunternehmen der gesetzlichen Unfallversicherungsträger und für die Versicherten unmittelbar verbindlich sind, haben die DGUV Regeln den Charakter von Empfehlungen und konkreten Hilfestellungen für die Erfüllung der abstrakt formulierten staatlichen Arbeitsschutzvorschriften und/oder UVVen.

DGUV Informationen enthalten ebenfalls unverbindliche Hilfestellungen und Empfehlungen für bestimmte Branchen, Tätigkeiten und Zielgruppen. Sie werden nicht in dem für Regeln geltenden formalisierten Verfahren erarbeitet, sondern können z.B. von jedem Unfallversicherungsträger individuell herausgegeben werden.

DGUV Grundsätze enthalten Maßstäbe für bestimmte Verfahrensfragen, z.B. zur einheitlichen Durchführung von Prüfungen. Sofern Grundsätze von der Mitgliederversammlung der DGUV beschlossen worden sind, sind sie nach Vereinsrecht für die UV-Träger als Mitglieder der DGUV verbindlich.[1]

Wo Leben und Gesundheit der Versicherten, also vor allem der Arbeitnehmer, durch kriminelle Einwirkung Dritter gefährdet sind, regeln die Vorschriften neben dem Unfallschutz auch Bau und Betrieb von Sicherheitstechnik im Sinne der Security (Security, Safety). Dies sind insbesondere die DGUV Vorschrift 25 (früher BGV C9 / GUV-V C9 bzw. UVV "Kassen"]], die DGUV Vorschrift 20 (früher BGV C3 bzw. UVV "Spielhallen") und die DGUV Vorschrift 23 (früher BGV C 7 bzw. UVV "Wach- und Sicherungsdienste").

Im Gefolge des Gesetzes zur Modernisierung der gesetzlichen Unfallversicherung (Unfallversicherungsmodernisierungsgesetz - UVMG) von 2008 und der darauf beruhenden "Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA)" wurde das Verhältnis von staatlichen Arbeitsschutzvorschriften und den Regeln der Gesetzlichen Unfallversicherer neu geordnet. In einem Leitlinienpapier zur Neuordnung des Vorschriften- und Regelwerks im Arbeitsschutz wird der Weg zu Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) beschrieben, die unter Beteiligung der Gesetzlichen Unfallversicherer zustandekommen und deren bisherige Regelungen zu einem großen Teil abgelöst haben oder ablösen werden. Ein Beispiel hierfür ist die Unfallverhütungsvorschrift BGV A8, diese wurde von der Vertreterversammlung der Verwaltungsberufsgenossenschaft rückwirkend zum 1.Januar 2013 außer Kraft gesetzt, weil nunmehr durch die novellierte Arbeitsstättenverordnung in Verbindung mit der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A1.3 „Sicherheits- und Gesundheitskennzeichnung“ eine Regelung als ausreichend angesehen wird.


Einzelnachweis

  1. Marcus Hussing in KANBrief 1/12 (Publikation der [http://http://www.kan.de Kommission Arbeitsschutz und Normung)


Weblinks

Der Wortlaut der unter Security-Aspekten relevanten DGUV Vorschriften befindet sich unter den Internetadressen:


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 5. Oktober 2015 um 15:17 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Thomas Lowien und Admin.

Anzeigen