Ausweis

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Dokumentarischer Nachweis der Identität einer Person. Normaler Weise im Zusammenhang mit der Prüfung einer Berechtigung zur Ausübung einer bestimmten Aktivität. Der Ausweis kann mit visuellen Merkmalen wie z.B. Personenbild, Unterschrift, Hologramm usw. zur visuellen Verifikation durch Personal versehen werden. Die automatische Verifikation mittels Lesegeräten wird durch integrierte elektronische, optische, induktive oder magnetische Elemente ermöglicht. Konventionelle Vollplastikausweise werden aus mehreren Einzelfolien unter Druck und Hitzeeinwirkung zu einer untrennbaren Einheit verschmolzen.

In der Regel ist der Aufbau wie folgt:

  1. Klarsicht Schutzfolie
  2. Kundenspezifisch bedrucktes und ggf. personalisiertes Deckblatt
  3. Codeeinlage (z.B. Induktiv oder berührungsloser Chip, etc.)
  4. Kundenspezifisch bedrucktes Rückseitendeckblatt.
  5. Klarsicht Schutzfolie

Dieser Ausweistyp zeichnet sich besonders durch seine Haltbarkeit und Fälschungssicherheit aus, da sämtliche relevanten Identifikationsmerkmale unveränderlich in den Ausweis integriert wurden. Manipulationen können nicht vorgenommen werden, ohne den Ausweis komplett zu zerstören. Kartenrohlinge werden in der Regel als unpersonalisierte und unbedruckte Blanko-Karten in großen Mengen hergestellt. Durch die moderne Chipkartentechnologie können auch sicherheitsrelevante Ausweise auf diese Weise in großer Stückzahl kundenunabhängig produziert werden, was zu einem günstigeren Preis-Leistungsverhältnis führt.

Die Personalisierung und Bedruckung erfolgt durch spezielle Thermosublimationsdrucker, die bereits zu günstigen Konditionen erhältlich sind und damit für mittelständische Unternehmen von Interesse sein können.

Dieser Kartentyp eignet sich für geringe Auflagen bzw. zur Personalisierung bei Bedarf.

Die Haltbarkeit der Oberflächenbedruckung ist ausreichend, sofern keine besonderen mechanischen Belastungen einwirken.

Schichtausweise werden unter Verwendung von Kartenrohlingen in großen Mengen hergestellt. Die kundenspezifische Bedruckung findet mittels Offset-Direktdruck auf der Kartenoberfläche statt, die nach dem Druck mit einer zusätzlichen Schutzlackschicht versehen wird.

Dieser Ausweistyp ist in seiner Haltbarkeit sehr begrenzt und seine optische Qualität ist eher unterdurchschnittlich. Dieser preiswerte Ausweistyp wird überwiegend im Kundenkartenbereich verwendet.

Die unterschiedlichen Codesysteme haben direkten Einfluss auf den möglichen Einsatzzweck der Karte. Hierbei kommen neben der Codesicherheit auch mechanische Eigenarten zum tragen.

Folgende Codesysteme haben sich im Markt der Zutrittskontrollsysteme bewährt:

Induktives Leseverfahren

Induktiv-Ausweise mit ihrer zentrisch eingepassten Code-Folie sind sicher, strapazierfähig und mechanisch stabil. Verschmutzung beeinträchtigt den Lesevorgang nicht. Der innenliegende Code ermöglicht es, dass der Ausweis in voller Größe z.B. mit Guillochen oder anderen Sicherheitsmerkmalen bedruckt werden kann. Für den Lesevorgang werden Einsteckleser benötigt, da Induktiv-Ausweise nur in Ruhelage, allerdings lageunabhängig, gelesen werden können. Die Speicherkapazität ermöglicht 13 numerische, hexadezimale Zeichen. Die Codierung im Ausweis kann nicht verändert werden. Ausweise können vom Anwender hergestellt werden.

Magnetstreifen

Karten mit "High-Energy"-Streifen, die mit 4000 Oersted statt mit 300 Oe (Standardkarten) beschrieben werden, bieten durch ihre höhere magnetische Härte mehr Sicherheit gegen Fälschung oder Decodierung. Auch Löschversuche mit herkömmlichen Schreib-/Lesegeräten scheitern. Zur Herstellung der HE-Karten ist daher ein Schreibkopf mit einer 10-fach höheren Koerzitivkraft erforderlich. Gelesen werden kann die HE-Codierung jedoch auf jedem herkömmlichen Magnetstreifenleser. Eingesetzt werden Durchzug- oder Steckleser. Erforderlich ist dabei ein Kontakt zwischen Lesekopf und Magnetstreifen. Im Regelfall wird dazu der Magnetstreifen am Lesekopf vorbeigeführt. Der Ausweis muss dabei in einer bestimmten Richtung eingeführt werden. Die Speicherkapazität hängt von Spurlage und Codierprogramm ab. Die Codierung kann bei entsprechender Ausstattung geändert werden. Ausweise können vom Anwender hergestellt werden.

Infrarot-Verfahren

Sicherheit bieten IR-Ausweise nur, wenn sie aus vollständig verschweißtem PVC, also nicht aus herauslösbaren Papier-Code-Blättern bestehen. Das Leseverfahren beruht auf dem Erkennen von Hell-Dunkel-Unterschieden in einem bestimmten Rasterbereich mittels einer Infrarot-Lichtquelle. Das Verfahren ist empfindlich gegen verschmutzte Ausweise (Öl, Schmiere, Schmutz, Farbe), da dann die Hell-Dunkel-Reflexion beeinflusst werden könnte. Geeignete Leser sind Steck- oder Durchzugleser. Bei der Ausweisgestaltung ist zu beachten, dass im Bereich der Codierung, die in der Regel 25% der Kartenfläche umfasst, keine Druckfarbe verwendet werden darf, die das IR-Licht absorbieren würde. Die Speicherkapazität ist systemabhängig.

Wiegand-Codierung

Hier besteht die Codierung aus einer Anordnung von mehreren, etwa 7 mm langen Drahtstücken einer Speziallegierung, die nach einem besonderen Verfahren magnetisiert werden. Der Codestreifen ist genau positioniert und eingebettet in ein vorgeschweißtes Codeset. Als Leser kommen Durchzug- und Steckleser zum Einsatz, die hermetisch versiegelt sind und völlig ohne Mechanik auskommen. Der Ausweis wird bei Einschub oder Durchzug berührungslos gelesen. Er muss dabei in der festgelegten Richtung bewegt werden. Je nach Codeeinlage sind bis zu 56 Bit Speicherkapazität möglich. Ausweise können vom Anwender hergestellt werden.

Chipkarten, kontaktbehaftet

Ausweise mit Mikrochip eröffnen weitreichendere Möglichkeiten für Codierung und Sicherheit. Die Speicherkapazität ist um ein Vielfaches höher und Schreib/Lesezugriffe können z.T. durch eine eingebaute Kontrolleinheit beschränkt werden. Die Möglichkeiten zur Veränderung, Verfälschung und Nachahmung können durch technische und organisatorische Maßnahmen so gut wie ausgeschlossen werden. Die Chips sind mit Kontakten ausgestattet, deren Lage in einer ISO-Norm festgelegt wurde. Erforderlich sind Einsteckleser. Die Mechanik muss in der Lage sein, Kontaktfühler im Leser und Kontaktflächen auf der Karte zusammenzubringen. Diese Kontaktflächen sollen vor Schmutz, Fett, Lösungen oder statischer Elektrizität geschützt werden. Die Speicherkapazität ist Chip-abhängig. Die Herstellung beim Anwender ist derzeit noch unüblich, da mit erheblichen Risiken behaftet und nur unter großem organisatorischen Aufwand möglich. Die Personalisierung und Bedruckung kann jedoch mittels Thermosublimations- oder oberflächenunempfindlichem Retransferdruck durch den Anwender erfolgen.

Chipkarten, berührungslos

Hier erfolgt die Informationsübertragung zwischen Ausweis und Leser über ein Hochfrequenzfeld. Der Leser sendet permanent ein Hochfrequenzfeld und ist gleichzeitig ständig bereit, von einem Ausweis gesendete Daten zu empfangen und zu verarbeiten. Der Ausweis ist dazu mit einer Energieempfangs- und einer Sendeantenne ausgestattet. Kommt der Ausweis nun in das Sendefeld eines Lesers, wird er von diesem mit Energie versorgt und sendet dann über ein eigenes Hochfrequenzfeld seine Codierung an den Leser, die dieser wie auch bei anderen Systemen verarbeitet. Berührungslose Chipkarten lassen sich in die Kategorien "Fixcode", "Speicherkarte" und "Prozessorkarte" unterteilen. Die Fixcode-Ausweise werden werkseitig mit einem, durch Zufallsgenerator erzeugten, unveränderlichen Code versehen. Speicherkarten können, je nach Chiptyp, einen Gesamtspeicher oder segmentierte Speicherbereiche zur Verfügung stellen. Prozessorchipkarten verbinden Speicherkapazität, Speichersegmentierung und ggf. Zugriffsberechtigungen zu den einzelnen Segmenten. Somit können auf einem Ausweis die Daten verschiedener Anwendungen gespeichert werden, ohne dass ein Gesamtzugriff auf alle Daten möglich wäre. Diese Transponder können auch als Bildausweis gefertigt werden. Allerdings ist eine Eigenfertigung der Ausweise durch den Anwender nicht möglich. Die Personalisierung und Bedruckung kann jedoch mittels Thermosublimationsdruck oder oberflächenunempfindlichem Retransferdruck durch den Anwender erfolgen. Da es sich bei diesem Ausweistyp um hochentwickelte Elektronik handelt, ist die Karte mittels einer geeigneten Kartenhülle vor mechanischen Einflüssen zu schützen. Für die Sicherheit der auf der Karte gespeicherten Daten empfiehlt sich die Verwendung sogenannter RFID Blocker Hüllen, die das unbefugte Abfangen der kontaktlos übertragbaren Daten verhindern. Bei Einsatz in Hochenergiebereichen, wie z.B. Kraftwerken oder Stahlschmelzen o.ä., ist ggf. zu prüfen, ob die induktive Einstrahlung nicht die Funktionalität der Elektronik beeinträchtigt.


Literatur

Andreas Reisen: Der Passexpedient, Geschichte der Reisepässe und Ausweisdokumente – vom Mittelalter bis zum Personalausweis im Scheckkartenformat, 239 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, Nomos Verlag Baden-Baden, 1. Aufl. 2012, ISBN 978-3-8329-7471-8, Geb.. EUR 59,00

Siehe auch




Diese Seite wurde zuletzt am 23. Oktober 2014 um 11:21 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Astrid Jung, Miriam Strüh, Admin und Peter Seeck.

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