Reisesicherheit

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Flyer "Sicherheit auf Geschäftsreisen" (Bild: ASW Bundesverband)

Wenn beruflich notwendige Auslandsreisen mit Sicherheitsrisiken verbunden sind, gehört es zu den Aufgaben der Corporate Security, Mitarbeiter zu warnen bzw. vorzubereiten und zu schützen.

Was mindestens dabei zu beachten ist, hat der ASW-Bundesverband in einem Flyer zusammengefasst, der als Datei gelesen oder gegen eine Schutzgebühr auch in größeren Mengen bestellt werden kann. Verfasst wurde der Flyer vom Autor des "Handbuchs Reisesicherheit" Sven Leidel.

Einige Auszüge:

"Ungeachtet dessen, was Ihnen die Print- und TV-Medien präsentieren, ist das Hauptrisiko für Reisende nicht die Entführung oder die Ermordung. Die Auswertung zahlreicher unabhängiger Quellen und Statistiken hat ergeben, dass die Top 5 der Risiken auf Reisen wie folgt ausschauen:

- Sie werden krank.

- Sie verlieren Ihr Gepäck.

- Sie werden Opfer von Kleinkriminellen und werden z. B. bestohlen, insbes. Straßenraub.

- Sie haben einen Unfall.

- Sie sind von Unruhen, Streiks oder Demonstrationen betroffen.

Folgende Hinweise sollte sich jeder Reisende zu Herzen nehmen:

1. Planen und organisieren Sie bereits vor Reiseantritt so viel wie möglich. Grundsätzlich gilt: Je mehr, desto besser. Halten Sie den Personenkreis derer, welche von Ihrer Reise wissen, möglichst begrenzt. Weihen Sie nur Personen Ihres Vertrauens in Ihre Reisepläne ein.

2. Melden Sie sich bei Reisen in Risikoländer bei der EU-Vertretung, Ihrer Botschaft bzw. Ihrem Konsulat und registrieren Sie sich dort. Hinterlassen Sie hier Details zur Reise sowie Ihre Erreichbarkeit.

3. Treten Sie während der Reise selbstsicher auf und seien Sie aufmerksam. Vermeiden Sie es, sich für potenzielle Täter interessant zu machen. Werden Sie ein „Hard Target“.

4. Diskutieren Sie mit Fremden niemals über Religion, Politik oder andere kritische Themen. Kritisieren Sie nicht die lokalen Gegebenheiten und Zustände, da dies andere Personen beleidigen könnte. Sprechen Sie nicht mit Fremden über Privates oder Berufliches.

5. Vertrauen Sie Ihrem Instinkt und Bauchgefühl: Meistens liegt man damit richtig. Kommt Ihnen eine Situation merkwürdig vor, sollten Sie sich unverzüglich entfernen. Seien Sie vorsichtig und stets misstrauisch gegenüber fremden Personen, die sich Ihnen gegenüber auffällig zuvorkommend verhalten.

6. Meiden Sie fragwürdige Gegenden wie Armenviertel, Rotlichtbezirke oder Hafengegenden sowie dunkle und verlassene Orte.

7. Vermeiden Sie eine tägliche Routine auf Reisen. Verhindern Sie, dass Außenstehende Ihren Tagesablauf vorhersagen können.

8. Meiden Sie Alkohol- und Drogenkonsum sowie alle weiteren Substanzen, die Ihre Wahrnehmungskraft und Ihr Reaktionsvermögen einschränken können. Seien Sie zu jeder Zeit Herr Ihrer Sinne und der Situation.

9. Erstellen Sie vor Reiseantritt sowohl digitale Kopien als auch Hardcopies all Ihrer Ausweis- und Reisedokumente: Von Ihren Kreditkarten, Ihrem Impfausweis, dem Blutgruppennachweis sowie von Nachweisen über Vorerkrankungen und sonstigen medizinischen Hinweisen. Es ist ratsam, medizinisch relevante Informationen, ebenso Beschreibungen zu Medikamenten, auch auf Englisch, bei sich zu führen.

10. Suchen Sie sich Ärzte schon vor Reiseantritt heraus. Im Fall der Fälle ist die Schweizer Botschaft eine gute Adresse – auch für Deutsche."


Neben diesen grundsätzlichen Hinweisen gibt es Tipps

  • zur Wahl des Hotels und Hotelzimmer
  • zum Aufenthalt im Hotel
  • bezüglich Aufmerksamkeit und näherer Umgebung
  • beim Thema „Low Profile“
  • für Notfallsituationen und
  • Hinweise zur Sperrung von Bank-/Kreditkarten, Reiseschecks und Mobiltelefon Sim Cards.

Beispiel:

"Wahl des Hotels und Hotelzimmers

Beachten Sie bei der Wahl Ihres Hotelzimmers sowie während Ihres Aufenthalts vor Ort folgende Empfehlungen:

1. Bevorzugen Sie Hotels renommierter Ketten, die entsprechende Sicherheitsstandards berücksichtigen. Folgen Sie den Vorgaben und Handlungsempfehlungen Ihres Arbeitgebers.

2. Wählen Sie, soweit möglich, ein Hotel, dessen Eingangsbereich nicht direkt der Straße zugewandt ist, da in der Vergangenheit bereits mehrmals Autobomben gezielt gegen Hotels eingesetzt wurden.

3. Wählen Sie ein Hotelzimmer zwischen der zweiten und fünften Etage. Zum einen sind Zimmer im Erdgeschoß sowie im ersten Stockwerk relativ einfach von außen zu erreichen. Zum anderen besteht bei Zimmern ab der siebten Etage die Gefahr, dass im Falle eines Brandes oder einer Hotelevakuierung die Leitern der Feuerwehr und anderer Rettungskräfte ihr Hotelzimmer nicht erreichen können.

4. Meiden Sie Zimmer, die unmittelbar über einem Vordach oder Dach eines anderen Gebäudes gelegen sind.

5. Bestehen Sie als Frau auf ein Zimmer in einer Frauenetage, wenn eine solche im Hotel vorhanden ist. Diese Etagen sind in der Regel besser beleuchtet und teilweise videoüberwacht.

6. Wählen Sie kein Hotelzimmer, welches sich unmittelbar in der Nähe eines Treppenhauses befindet. Kriminelle haben dort die Möglichkeit, sich zu verstecken und ihren Opfern aufzulauern. Zudem können sie das Treppenhaus nach einer verübten Straftat als schnellen Fluchtweg nutzen.

7. Meiden Sie Hotelzimmer an Flurenden: Hier sind die Fluchtwege häufig am längsten.

8. Achten Sie darauf, dass Ihr Hotelzimmer zur abgewandten Seite des Hotelhaupteingangs liegt. In der Vergangenheit wurden die Eingangsbereiche von Hotels des Öfteren das Ziel von Selbstmordattentätern.

9. Stellen Sie sicher, dass Ihr Hotelzimmer über einen Türspion und eine separate Türsicherung, sowie die Rezeption über einen Hotelsafe verfügt.

10. Überprüfen Sie vor Bezug des Hotelzimmers alle Räume nach etwaigen Mängeln, insbesondere der Schließeinrichtungen von Fenstern und Türen. Beanstanden Sie diese stets unverzüglich beim Hotelpersonal."


Weblinks



Diese Seite wurde zuletzt am 8. Juli 2015 um 16:44 Uhr von Peter Hohl geändert.

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