Aufhebelsicherung

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

Anzeige
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Prozentsätze in den jährlichen Kriminalstatistiken belegen immer wieder, dass im Falle gewaltsamen Eindringens in Gebäude durch Zerstörung von Erdgeschossfenstern nur ein Teil der Täter durch die eigentliche Glasfläche kommt. Stattdessen werden häufig die Rahmen aufgehebelt, was in der Regel mit weniger Geräuschentwicklung und Verletzungsrisiken als ein Einschlagen der Scheiben einhergeht und auch den Fluchtweg für den Täter schneller und komfortabler gestaltet. Nach der jüngsten Untersuchung "Kölner Studie" 2011 gliederten sich die Angriffe auf Fenster, Balkon- und Terrassentüren wie folgt auf:

  • Aufhebeln an der Öffnungsseite: 76,20% (2006: 73,68%, 2001: 69,05%)
  • Glas schneiden: 0,07% (2006:0,00%, 2001: 0,07%)
  • Glas einschlagen, durchgreifen und entriegeln: 6,71% (2006: 4,81%, 2001: 9,31%)
  • In gekipptem Zustand: 8,61% (2006: 13,51%, 2001: 12,68%)

Bei Neubauten kann durch Auswahl entsprechender Komplettlösungen aus Scheiben und Rahmensystemen dem besonderen Risiko des Aufhebelns begegnet werden.

Kritischer wird die Sache bei nachträglichen Maßnahmen an vorhandener Bausubstanz. Soll hier ein wirksames Sicherungskonzept verwirklicht werden, darf die Maßnahme sich nicht auf Umglasung, Folienbeschichtung oder Installation eines Vorsatzfenstersystems beschränken. Vielmehr ist - sofern die vorhandene Rahmensubstanz nicht marode ist - durch gezieltes Anbringen abschließbarer Spezialbeschläge ein angemessener Widerstandswert herzustellen.

Der Aufpreis gegenüber der reinen Glasflächensicherung ist verhältnismäßig gering. Ein VdS-Prüfverfahren für Nachrüstsortimente an Fenstern und Türen ist im September 1997 erschienen (VdS 2536). Auch Teil 1 und 2 einer DIN-Norm für Nachrüstelemente (DIN 18104) ist erschienen.


Siehe auch




Diese Seite wurde zuletzt am 13. Juni 2012 um 20:59 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Admin und Redaktion.

Anzeigen