Ansaugrauchmelder

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Ein Ansaugrauchmelder (Abkürzung: ARM, vor 2009 auch Rauchansaugsystem bzw. RAS) ist Teil eines Brandmeldesystems und besteht mindestens aus einer Auswerteeinheit mit einem oder zwei Detektoren für die Brandkenngröße Rauch, dem Ansaugrohr und den Ansaugöffnungen. Zusätzlich kann noch, für den jeweiligen Ansaugrauchmelder zugelassenes, Zubehör (Filter, Kondensatabscheider, Rohrreinigungssysteme etc.) eingesetzt werden.

Grafik: Honeywell Fire and Security

Funktion des Gesamtsystems

Ein Ventilator oder eine Vakuumpumpe saugt permanent über Ansaugrohre Luftproben aus dem Überwachungsbereich zur Auswerteeinheit. Ein Detektor prüft die Luftproben auf darin enthaltene Mengen von Rauch. Übersteigt die gemessene Rauchkonzentration einen festgelegten Wert, so löst das System Brandalarm aus.


Aufbau Ansaugrauchmelder

Moderne Ansaugrauchmelder sind modular aufgebaut. Sie enthalten den Ansauglüfter bzw. die Ansaugpumpe, eine Hauptplatine, die Luftstromsensorik sowie Detektoren zur Erkennung von Rauch. Seit Juli 2009 werden Ansaugrauchmeldesysteme nach der europäischen Norm EN 54-20 geprüft. Die EN 54-20 ist eine Produktnorm zur Prüfung von Ansaugrauchmeldern; sie enthält aber auch Definitionen zur Planung (Klassifizierung A, B, C) und die Festlegung der Prüfnorm für die Rohrsysteme DIN 61386-1; Klasse 1131.


Aufbau Detektor(en)

Je nach Hersteller werden entweder unterschiedlich sensible Detektoren eingesetzt oder mittels Software bzw. Schaltern die Empfindlichkeit anwendungsbezogen eingestellt. Bei den meisten Detektoren wird mit Hilfe einer LED oder mit einem Laser als Lichtquelle ein optischer Streulichtmelder realisiert. Mehrere Auswertestufen und eine Frühwarnung durch einstellbare Voralarm-Schwellen erhöhen die Detektionssicherheit und ermöglichen gestufte Alarmkonzepte für die jeweilige Anwendung.


Ansaugrohr/Zubehör

Als Ansaugrohr-Leitungen müssen Rohre mit einer Prüfung nach EN 61386-1, Klasse 1131 (siehe EN 54-20) verwendet werden. Meistens bietet der Hersteller eine Auswahl mit allem Zubehör wie z.B. spezielle Ansaugstellen, Muffen, T-Stücke, Endkappen, Klebstoffe usw. an. Diese Ansaugrohre können mit unterschiedlichen Formen (als gerades I-förmiges Rohr, U-förmig mit zwei Abzweigungen, oder auch M-förmig mit drei Rohrzweigen uvm.) ausgeführt werden, um sie der Geometrie des Überwachungsbereichs optimal anzupassen.

Die Anschlussmöglichkeiten (Anzahl, Rohrdurchmesser/-längen) der Ansaugrohre an den Ansaugmelder sind herstellerbedingt sehr unterschiedlich.


Reinigung

Ein besonderer Vorteil von Ansaugrauchmeldern ist die Möglichkeit, durch den Einsatz von Zubehör die Luft mittels Filter zu reinigen oder zu entfeuchten; dieses ermöglicht den Einsatz in schwierigen Umgebungsbedingungen und maximiert die Lebensdauer des Ansaugrauchmelders. Darüber hinaus kann das Rohrsystem selbst durch Druckluft oder Aussaugen (bei trockenem Staub) innen gereinigt werden.


Projektierung

In Deutschland wird die Projektierung der Ansaugpunkte gemäß den Richtlinien VdS 2095 oder der DIN VDE 0833-2 vorgenommen. Dabei werden die dort in Tabelle 2 definierten Werte für die Überwachungsfläche je Ansaugpunkt genutzt. Ein Ansaugpunkt wird wie ein punktförmiger Rauchmelder behandelt. Ein Ansaugrauchmelder mit einem Detektor oder mit einer gemeinsamen Luftführung mehrerer Detektorkammern kann bis zu 1.600 m² überwachen.

Die Projektierungen des Gesamtsystems (Ansaugrauchmelder, Zubehör und Ansaugrohr) werden gemäß den in der EN54-20 definierten Sensibilitätsklassen A (sehr hohe Empfindlichkeit), B (erhöhte Empfindlichkeit) und C (normale Empfindlichkeit) individuell auf die Anforderungen des Projektes angepasst.


Anwendungen

Ansaugrauchmelder haben einen festen Platz in der Überwachung vieler Bereiche gefunden. Diese reichen von Tiefkühllagern bis hin zur Saunaüberwachung und von Reinsträumen für die Chipproduktion/Laboren bis hin zur staubigen Recyclinganlage mit hoher Luftfeuchtigkeit.

Weitere Applikationen für Ansaugrauchmelder: Rechenzentren / Serverräume (EDV-Raum- und Objektüberwachung), große offene Hallen (Messen, Bahnhöfe, Bahn- und Flugzeugwartungshallen uvm.) Flughäfen, Elektroschränke, Hochregallager, Zwischen- und Hohlböden, Krankenhäuser, Aufzugs-/Kabelschächte, Transfomatorräume sowie im Kulturgüterschutz und überall dort, wo die Ästhetik (keine sichtbaren Melder) eine große Rolle spielt, z.B. in Museen, Kirchen, Schlössern, usw.


Siehe auch





Diese Seite wurde zuletzt am 22. Oktober 2016 um 16:39 Uhr von Felix Heck geändert. Basierend auf der Arbeit von Thomas Lowien, Admin und Roland Stucki.

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