Anonymous

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Anonymous ist eine über das Internet gebildete führungslose Gruppe mit gleichartigen Zielen, die sich in einzelnen lokalen Zellen organisiert hat. Sie ist quasi der "militante Arm" der Bewegung, die für die Internetfreiheit eintritt. Die Identität der Einzelpersonen ist nicht bekannt. Als bekanntestes Erkennungssymbol dient eine Maske mit dem Gesicht eines englischen Attentäters (bekannt aus dem Film "V wie Vendetta"), die auch bei Demonstrationen zum Persönlichkeitsschutz getragen wird.

Historie

Ins Licht der Öffentlichkeit trat die Bewegung ab dem Jahr 2008 durch verschiedene Protestaktionen gegen Scientology bzw. deren Praktiken. Dieser Protest hat sich zwischenzeitlich gewandelt zum Kampf für die Freiheit des Internets und der Medien allgemein. So iniziierten Anonymous-Aktivisten Angriffe auf Web-Server von Unternehmen, die ihre technische Unterstützung für die Enthüllungsplattform WikiLeaks einstellten (Operation Payback). Auch sollen Webseiten arabischer Staaten des Nahen Ostens während der dortigen Aufstände im Frühjahr 2011 blockiert worden sein. Es folge ein Angriff auf die Sicherheitsfirma HBGary Federal. Im April 2011 legte, nachdem der Konzern Sony gerichtlich gegen einen Hacker vorgegangen war, ein Anonymous-Angriff das Playstation-Netzwerk lahm. Aus diesen Vorfällen muss leider der Schluss gezogen werden, dass es gegen Angriffe mittels Denial-of-Service (DoS) Attacke, die nach entsprechenden Aufrufen von einer Vielzahl von Unterstützern im Internet ausgeführt (sogenannte DDOS-Attacken z.B. mittels dem Open-Source-Tool LOIC) werden, derzeit keinen wirksamen Abwehrmechanismus auf IT-Ebene gibt. Hier könnte zukünftig das Cloud Computing helfen, das Problem abzumildern. Zudem versuchen Sicherheitsbehörden (wie z.B. das BKA bei einem Angriff auf den GEMA-Internetserver Ende 2011), LOIC-Seiten zu überwachen oder sogar zu besetzen, um die IP-Adressen der Angreifer zu ermitteln. Bei den dabei ermittelten "Hackern" handelte es sich aber fast ausschließlich um die technisch wenig versierten Unterstützer.

Anonymous-Maske

Durch die dezentralen Strukturen und das Fehlen von Anführern/Hierarchien ist auch eine Nachverfolgung von Angriffen mit polizeilichen Mitteln wenig erfolgversprechend. Allerdings mehren sich in letzter Zeit die Anzeichen einer Zerspitterung innerhalb der Anonymous-Bewegung. So werden, vermutlich auch in diesem Zusammenhang, immer mehr Anonymous-Aktivisten enttarnt (u.a. Türkei, Spanien, Lateinamerika).

Eine der (Nachfolge)-Bewegungen, die sehr erfolgreich Web-Server von großen Unternehmen und Regierungen attackierte, war die Gruppe LulzSecurity. Im Gegensatz zu Anonymous schien bei dieser Gruppe allein der Spaßfaktor und die Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit eine Rolle zu spielen.

Eine weitere Spittergruppe von Anonymous attackierte im Rahmen der Aktion "AntiSec" mit Unterstützung von LulzSecurity im Dezember 2011 den US-Informationsdienst Stratfor und entwendete eine Vielzahl von sensiblen Kundendaten. Der maßgebliche Hacker hierfür wurde später mit Hilfestellung des zwischenzeitlich übergelaufenen LulzSecurity-Kopfes "Sabu" verhaftet. Die aus dieser Operation hervorgegangene und mit den LulzSecurity-Restmitgliedern vereinigte Gruppe AntiSec verlegte sich danach auf das sogenannte Doxing (Veröffentlichung gestohlener persönlicher Daten von Polizeibeamten bzw. Mitarbeitern von mit der Polizei zusammenarbeitenden Unternehmen).

Im Herbst 2012 stellte Anonymous die Zusammenarbeit mit WikiLeaks ein. Der endgültige Auslöser war der nur noch über einen Spendenaufruf mögliche Zugriff auf von Anonymous erbeutete Stratfor-Mails. Dies war aber nur das Ende der steigenden Verärgerung in Anonymous-Kreisen über den WikiLeaks-Gründer Assange, dem wachsender Personenkult und Kommerzialisierung zur Abmilderung seiner ständigen Geldnot (Assange hatte im Rahmen seiner Auslieferungsverfahren größere Geldsummen für die gerichtlichen Auseinandersetzungen benötigt) vorgeworfen wurde.


Aktuelles

Deutsche Anonymous-Gruppen wollen angeblich ab Beginn 2015 Webauftritte der Pegida-Bewegung attackieren (#OpPegida). Allerdings stellt sich die Lage sehr inhomogen dar, einzelne Anonymous-Seiten [1][2][3] unterstützen auch Pegida aus Gründen der Meinungsfreiheit. Auch mussten erste Meldungen über gelungene Defacement-Attacken schon zurückgezogen werden.


Weblinks


Einzelnachweis

  1. 1. Anonymous-Page für Pegida auf Facebook
  2. 2. Anonymous-Page für Pegida auf Facebook
  3. Twitter-Account AnonymousHilftPegida (mit XSS-Angriffsbildern)


Siehe übergeordnete Stichworte


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 22. April 2017 um 12:15 Uhr von Oliver Wege geändert. Basierend auf der Arbeit von Peter Hohl.

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