Tipp - Anonymisieren im Internet

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Firefox-Addon Proxyswitcher

Auch bei einem Leben in einer freiheitlich-demokatischen Gesellschaft kann es doch immer mal wieder zu Situationen kommen, wo man eine Anonymität vorzieht bzw. anwenden muss; und sei es nur, um das mal wieder für Deutschland gesperrte allerneuste Musikvideo anschauen zu können. Allerdings sollte man sich bewußt sein, dass auch die beste Anonymisierungstechnik die Nutzerdaten lediglich nur verschleiern kann. Man denke nur an die Werbeindustrie, der es über verschiedenste Tracking-Techniken gelingt, das Nutzerverhalten aufzuzeichnen.

Im Internet gibt es zur Anonymisierung drei Techniken:

  • Nutzung von freien Proxy-Servern; hier wird die eigene (Absende)IP-Adresse durch die IP-Adresse des Proxyservers ersetzt
  • Nutzung von VPNs im Internet; hierbei steht die Anonymisierungs- und nicht die Verschlüsselungsfunktion im Vordergrund
  • Nutzung von Anonymisierungsdiensten im Internet; der bekannteste solchartige Dienst ist Tor, der mittels Serverkaskaden (Onion-Routing) eine starke Anonymisierung erzielt und selbst die NSA nach entsprechenden Erkenntnissen aus der Snowden-Affäre vor Probleme stellt
Liste freier Proxyserver bei Proxy-listen.de
Proxychecker-Beispiel: richitge Anonymisierung
Proxychecker-Beispiel: keine Anonymisierung

Eine Liste freier Proxy-Server kann man beispielsweise bei Proxy-listen.de (http://www.proxy-listen.de/Proxy/Proxyliste.html) einsehen und die Proxydaten dann in seinem Browser manuell einstellen. Automatisch geht dies für den Browser Firefox, wenn man das auf der Webseite angebotene freie Addon Proxyswitcher als zusätzliche Browsererweiterung installiert. Wenn man dann noch Proxy-Server in Ländern wie Brasilien, Iran oder Venezuela auswählt, sollte man als deutscher Nutzer relativ sicher sein. Allerdings muss man immer nach Proxyauswahl zuerst mittels einer weiteren Proxy-listen.de-Webseite (Proxychecker http://www.proxy-listen.de/Proxy/Proxychecker.html) kontrollieren, ob man nun wirklich anonym surft. Viele Proxys gewährleisten nämlich trotz Adressersetzung keine Anonymität, da die andere Parameter des http-Protokolls nicht gefiltert werden (z.B. ungefilterte eigene IP-Adresse im Feld "HTTP_X_FORWARDED_FOR", siehe Bild).

Zum Surfen geeignete VPN-Dienste im Internet findet man häufig, allerdings sind die wenigsten dieser Dienste kostenfrei. Wen Werbung nicht stört, der kann den kostenfreien VPN-Dienst Vtunnel (http://vtunnels.us/) nutzen, allerdings ist der Dienst in den USA beheimatet.

Dagegen können Anonymisierungsdienste (wie Tor), für eine gelegentliche Nutzung nicht empfohlen werden. Es ist zusätzliche Software zu installieren, die Dienste sind entweder nicht kostenfrei oder verderben den Nutzer auf Grund der äußerst geringen Surf-Geschwindigkeit den Spaß am Internet. Im Falle von Tor kann man zudem auch schnell in den Fokus der Geheimdienste geraten, angeblich sogar schon über eine entsprechende Google-Suche. Auch sperren Soziale Dienste, wie Twitter oder Tumblr, die Nutzer beim Einloggen über Tor und fordern eine telefonische Identifizierung bzw. verweigern eine Registrierung über Tor.

Im Mailbereich gibt es verschiedene Möglichkeiten der Anonymisierung. Eine guter Überblick über die Angebote zu anonymen Freemail-Accounts, Einmal-Mailversand (Sofortmailer), Mailempfang (Wegwerf-Mails), sich selbstzerstörenden Nachrichten und E-Mail Alias-Adressen ist auf der emailtester.de-Webseite http://www.emailtester.de/anonyme-email-adresse.php zu finden.


Weblinks


Siehe übergeordnete Stichworte


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 3. März 2017 um 16:19 Uhr von Oliver Wege geändert.

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