Abhörgeschützte und abhörsichere Räume

aus SecuPedia, der Plattform für Sicherheits-Informationen

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Man unterscheidet abhörgeschützte und abhörsichere Räume hinsichtlich der zu erwartenden Schutzwirkung:

In einem abhörsicheren Raum ist das Abhören des gesprochenen Wortes nach menschlichem Ermessen durch Lauschangriffe Dritter nahezu ausgeschlossen. Ein solcher Raum verfügt über keinerlei Fenster, ist im Gebäudekern oder unterirdisch gelegen, besitzt u.a. eine HF-Schirmung aus Stahlblech (>100 dB Dämpfung) und wird mit weitgehend autarken Systemen nach dem sog. "Raum-im-Raum-Prinzip" errichtet. Ein Abhören ist grundsätzlich nur durch Innentäter, z.B. mittels Sprachaufzeichnung möglich. Typische Anwender sind Botschaften, VS-Bereiche von Regierungen und allenfalls sehr selten das Top-Management in der freien Wirtschaft.

Beim abhörgeschützten Raum wird das Abhören des gesprochenen Wortes durch Lauschangriffe Dritter zwar drastisch erschwert, ist jedoch mit entsprechend großem Aufwand dennoch prinzipiell möglich. Ein Raum dieser Art kann auch mit Fenstern ausgestattet sein, besitzt üblicherweise eine Schirmdämpfung >60 dB und darf neben einer 230V-Netzversorgung über einfache Systeme der Nachrichten- bzw. Gebäudetechnik (z.B. Analogtelefon, Rauchmelder, Warmwasserheizung usw.) verfügen. Den auf Grund der deutlich geringeren Kosten in Kauf genommenen Restrisiken ist insbesondere durch geeignete organisatorische Maßnahmen zu begegnen. Typische Anwender sind weniger sensible Bereiche in Botschaften und bei Regierungen sowie das Top-Management in der freien Wirtschaft.

Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 29. September 2010 um 15:10 Uhr von Admin geändert. Basierend auf der Arbeit von Manfred Fink.

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