BBA

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Begriff aus der DGUV Vorschrift 25 (früher BGV C9 / GUV-V C9 bzw. UVV "Kassen") der gesetzlichen Unfallversicherer DGUV in Deutschland.

In der Praxis wird der BBA (Beschäftigtenbedienter Banknotenautomat) auch AKT (Automatischer Kassentresor), oder gelegentlich CA (Cash-Adapter), CM (Cash-Master) oder TAU (Teller assist unit) genannt.

Anforderungen

BBA im Einsatz (Pressebild: Wincor Nixdorf)
Beschäftigtenbediente Banknotenautomaten sind Geräte, die von Bank-(Sparkassen-)Mitarbeitern angeforderte Geldbeträge nur programmgesteuert zur Verfügung stellen. Die Beschäftigten können vorgegebene Zeitverzögerungen und Sperrzeiten nicht beeinflussen.

BBA müssen außerdem so ausgeführt sein, dass sie einen ausreichenden Widerstand gegen Aufbruch aufweisen. Dieser muss so ausgeführt sein, dass beim Einsatz mit einfachen Werkzeugen zum Öffnen des Gehäuses mindestens 10 Minuten vergehen. BBA müssen vom zuständigen Unfallversicherungsträger geprüft sein.


Sperrzeiten

Pro BBA-Arbeitsplatz dürfen innerhalb von jeweils 30 Sekunden insgesamt maximal € 5.000, jedoch innerhalb von 2 Minuten nur insgesamt maximal € 10.000 ausgezahlt werden. Beträge von € 10.000 bis 25.000 dürfen erst nach mindestens 5 Minuten zur Verfügung stehen. Der BBA-Hauptverschluss darf sich erst nach einer Sperrzeit von mindestens 10 Minuten öffnen lassen.


Sonderfälle

Neben dem Betrieb des BBA können separate Zeitverschlusssysteme betrieben werden. Diese weisen einzelne, individuell programmierbare Fächer auf und dienen der Deponierung z.B. vorbestellter Großbeträge (mindestens 5 Minuten Zeitsperre) oder zur Lagerung von Sorten (mindestens 30 Sek. Zeitsperre). Von der Sperrzeit von 5 Minuten kann abgewichen werden, wenn im BBA nicht alle Banknoten zur Verfügung stehen (dann gelten: bis € 2.500 mind. 30 Sekunden bzw. bis €10.000 mind. 2 Minuten für 100 Euro-, 200-Euro und 500 Euro-Noten) und wenn eine Alarmauslösemöglichkeit in den Öffnungsvorgang integriert ist. Zeitverschlusssysteme können auch zur Deponierung von Schlüsseln zu anderen Wertbehältnissen (Einhaltung des Vier-Augen-Prinzips) genutzt werden.


Weitere Vorschriften

Vorgeschriebener Aufkleber (Bild DGUV)
Die DGUV Vorschrift 25 enthält außerdem Vorschriften für die Alarmauslösung, für die Ver- und Entsorgung sowie die Behebung von Funktionsstörungen.

Beim Einsatz von BBA verzichtet die Vorschrift auf durchschusshemmende Abtrennungen. Dies gilt jedoch nur für Kassenstellen, in denen mindestens zwei Beschäftigte mit Blickkontakt ständig anwesend sind. Als Sicherheitseinrichtungen müssen auch in diesen Fällen mindestens ein amtsberechtigtes Telefon, eine Überfallmeldeanlage (über Code-Eingabe bei Einleitung eines Auszahlungsvorgangs und bei der Einleitung zur Öffnung Hauptverschluss) und eine optische Raumüberwachungsanlage vorhanden sein. Außerdem müssen Eingänge und Fenster gemäß UVV Kassen gesichert sein. BBA sind so in die Möblierung einzubeziehen, dass der Automatenbedienbereich durch Unbefugte nicht betreten werden kann, ohne dass Beschäftigte es bemerken. Darüber hinaus sind sowohl am Eingang zur Kassenhalle als auch am BBA-Gehäuse selbst Hinweisschilder mit dem Text anzubringen: "Geldbestände zeitschlossgesichert! Unsere Mitarbeiter haben keinen Einfluss auf Abkürzung der eingestellten Sperrzeit.“


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 26. Juli 2014 um 07:38 Uhr von Peter Hohl geändert. Basierend auf der Arbeit von Rainer Hannich und Admin.

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