5G

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Die 5. Generation des Mobilfunks (5G) soll Daten bis zu 1 Gigabit pro Sekunde übertragen können. Nach Plänen der EU soll die 5G-Technologie bis 2020 die Marktreife erreicht haben.[1]. Dieser Zeitplan wurde 2016 erneut bestätigt. Die EU-Kommission will bis dahin 700 Millionen Euro investieren. Dazu kommt ein fünffach so hoher Betrag an Entwicklungskosten der Industrie.[2]

5G-NORMA-Projekt

In Europa beteiligen sich 13 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft am 5G-NORMA-Projekt (5G Novel Radio Multiservice Adaptive Network Architecture). Das Projekt zielt im Rahmen der Initiative 5G Infrastructure Public-Private Partnership (5GPPP) darauf ab, eine neue Multiservice-Mobilfunknetzarchitektur für den künftigen Standard 5G zu entwickeln. 5G NORMA soll Europas führende Position beim 5G-Standard untermauern

An dem Konsortium sind beteiligt:

  • Telekommunikation und IT: Alcatel-Lucent, NEC, Nokia Networks, ATOS
  • Mobilfunkbetreiber: Deutsche Telekom, Orange, Telefonica
  • KMU: Azcom Technology, Nomor Research, Real Wireless
  • Wissenschaftliche Einrichtungen: Universität Kaiserslautern in Deutschland, Kings College London, University Carlos III Madrid


Ziele

Die Partner des Projekts wollen Vorschläge für eine End-to-End-Netzarchitektur erarbeiten, die Aspekte des Funkzugangsnetzes (Radio Access Network - RAN) und Kernnetzes (Core) gleichermaßen berücksichtigt. Das Projekt startet im Juli 2015 und läuft 30 Monate. Ziel des Konsortiums ist es, innovative Konzepte für die Architektur des Mobilfunknetzes der fünften Generation zu entwickeln und zu etablieren.

Für Anwendungsfälle wie die Fernsteuerung von Robotern und die Vernetzung von Milliarden Sensoren und Geräten müssen 5G-Netze äußerst schnell und zuverlässig sein – und das nahezu ohne Datenübertragungsverzögerungen. Zudem muss 5G eine durchweg hohe und hochwertige Konnektivität für Menschen und Dinge gewährleisten. 5G-Netze werden sich aus gänzlich neuen und bereits existierenden Technologien wie etwa WLAN zusammensetzen. Um diese vielschichtigen Multitechnologie-Netze steuern zu können, ist eine neue Architektur erforderlich. Diese soll flexibel genug sein, um sogar Anwendungen zu unterstützen, die erst in Zukunft entwickelt werden.


Besonderheiten

Bei dem 5G-Norma-Projekt geht es führenden Akteuren im mobilen Ökosystem auch darum, die Führungsposition von Europa bei 5G zu untermauern. Dabei bricht der NORMA-Ansatz mit dem bisher vorherrschenden starren Netzwerk-Paradigma. Ziel ist eine bedarfsgerechte Anpassung der Netzressourcen (Funkzugangsnetz und Core) an die Anforderungen der jeweiligen Anwendung, das zeitlich und örtlich schwankende Datenvolumen und die Netztopologie.

Nach den Vorstellungen des Konsortiums wird die Netzarchitektur ein bisher beispielloses Maß an Adaptierbarkeit bieten und dafür sorgen, dass strenge Anforderungen an Leistung, Kosten und Energieverbrauch erfüllt werden. Dank der API-gesteuerten Offenheit der Architektur wird das neue Netz zudem das wirtschaftliche Wachstum durch Innovationen in neue Spitzentechnologien fördern.


Technik

Aus technischer Sicht setzt 5G Norma auf das Konzept der adaptiven (De-)Komposition und Zuweisung von Netzfunktionen. Dabei werden Funktionen jeweils dort im Netz platziert, wo es sinnvoll ist. Das kann dazu führen, dass Funktionen des Kernnetzes (Core) und des Zugangsnetzes (Access) nicht länger an verschiedenen Orten sitzen und deshalb zusammen optimiert werden können. Die Adaptierbarkeit der Architektur wird zusätzlich durch innovative Konzepte zur softwaredefiniertern Steuerung des Mobilfunknetzes sowie durch Mehrmandantenfähigkeit erhöht und durch Nachweisdemonstrationen belegt.

Zusätzlich werden die Vorteile der 5G-NORMA-Innovationen in einer sozioökonomischen Analyse ermittelt. Daraus wird die ökonomische Werthaltigkeit abgeleitet, die die im Rahmen von 5G Norma entwickelten Technologien für die Mobilfunkbranche und für Anwender haben werden.

Die Aktivitäten im Rahmen des 5G-NORMA-Projekts bauen auf den architektonischen Anforderungen und Gestaltungsgrundsätzen des Whitepaper auf, das die NGMN-Allianz (Next Generation Mobile Networks) veröffentlicht hat.[3]


Aktivitäten in Deutschland

Das deutsche Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur hat eine umfassende 5G-Strategie vorgelegt.

Wesentliche Maßnahmen der Strategie:

  • Frequenzen bereitstellen: Schon heute sind den Mobilfunknetzbetreibern in Deutschland für 5G nutzbare Frequenzen zugeteilt. Weitere Frequenzen sollen dem Markt schnell bereitgestellt werden. Für das 2-GHz-, bzw. 3,5-GHz- Spektrum soll dies 2018 geschehen.
  • Netzrollout forcieren: Mobilfunk-Basisstationen müssen mit leistungsfähiger Glasfaser angebunden werden. Zudem sollen z.B. Laternenmasten und Ampelanlagen für den Aufbau von Netzen in Innenstädten genutzt, öffentliche Liegenschaften von Bund, Ländern und Kommunen leichter zugänglich gemacht werden.
  • 5G in Städten und Kommunen zur Anwendung bringen: Im urbanen Umfeld sollen Anwendungen für die Smart City erprobt werden - von der intelligenten Stromversorgung über Smart Homes, die Mobilität 4.0 bis zur digitalen Verwaltung. Der Bund startet einen Wettbewerb für Kreise, Städte und Gemeinden, in dem diese Ideen für konkrete Projekte einreichen können[4]


Einzelnachweis

  1. http://ec.europa.eu/digital-agenda/en/news/1g-5g-infographic
  2. SecuPedia Aktuell: Zeitplan gilt weiter: 5G bis 2020 marktreif
  3. http://www.telekom.com/medien/konzern/281542
  4. SecuPedia Aktuell: Deutschland will Leitmarkt und Innovationsführer bei 5G werden


Siehe auch



Diese Seite wurde zuletzt am 12. Juli 2017 um 15:35 Uhr von Peter Hohl geändert.

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